Gunda Béla et al. (szerk.): Ideen, Objekte und Lebensformen. Gedenkschrift für Zsigmond Bátky - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 29. (Székesfehérvár, 1989)

László Lukács: Feuerstätten im ost-transdanubischen Haus

Abb. 10.: Offener Herd in der Küche. Sárbogárd, Virág-sarok. Küche aus. In der Mitte stand der mächtige offene Herd, aus Lehm gebaut. Darauf zündete jeder sein Feuer an. Aus dem breiten offenen Schornstein, wo zwischen den mit dickem Ruß bedeckten, glitzernden Wänden der Regen hereinfiel, hingen Ketten herab, daran wurden die Koch­kessel über das offene Feuer gehängt. Unter die Schüsseln zündete man das Feuer zwischen zwei Ziegelsteinen an.“ (1936, 159). In seinem Buch Kocsik szeptemberben (Wagen im September) schilderte László Németh die Küche eines Gesindehauses in Szilasbalhás (heute: Mezöszilas, Kom. Fejér): „Dieser Backofen stand in der Mitte einer geräumigen Küche und gab den Rauch dort heraus, wo er den Brennstoff bekam. Peter hatte noch nie eine ähn­liche Küche gesehen: Die verrauchte, gewölbte Decke ging mit einem hohen Schornstein ins Freie aus. Über den Backofen hinaus gab es noch zwei Sparherde an beiden Seiten der Küche, neben den beiden Stubentüren. Aus diesen strömte der Rauch durch je einen kurzen, freien Rauchschlot in den gemeinsamen Schornstein.“ (1980, 96). In der Küche eines Gesindehauses in Szolgaegyháza- Felsőpuszta (Kom. Fejér) wurde der offene Schornstein noch in der Zwischenkriegszeit behalten, damit die Be­wohner des Meierhofes ihr Fleisch dort selchen können. 2 2. Backofen in der Küche In Ost-Transdanubien wurde in der Küche mit Rauch­lücke oder mit offenem Schornstein jeweils auch ein Back­ofen zum Brotbacken gebaut. Im Rauchküchen-Areal des östlichen Bakonyer Waldes entdeckte Sándor É b n e r in den angehenden 1930er Jahren in Dudar in der linken Küchenecke einen pyramidenstumpfförmigen Backofen (ung. banya)-, das Gerüst war aus Gerten geflochten und innen und außen mit Lehm verputzt. Die Feuerbank war 40 cm hoch und 20 cm breit, der Backofen 80 cm hoch, bei einer Grundfläche von 90X100 cm. Früher wurden in die Lehmwand des Backofens einige Ofenkacheln eingebaut. Laut É b n e r wurden diese Backöfen, teilweise mit Kacheln besetzt, auch in der Gegend von Bársonyos, Kis­bér (Kom. Komárom), Csákvár, Székesfehérvár und Seregélyes (Kom. Fejér) in der Küche benutzt. An Stehe des banya-Ofens trat allmählich der würfelförmige Back­ofen (zum Brotbacken), vornehmlich aus Ziegeln gebaut, der in der schmaleren Rauchküche in der Ecke, in der breiteren Küche mit offenem Schornstein genau in der Mitte an der hinteren Wand stand. Neben dem großen Backofen zum Brotbacken wurde in den Häusern wohl­habender Bauern auch ein kleiner Backofen für Kuchen und Gebäck errichtet (Ebner, 1933, 3—6). Auch László B e n c z e erwähnt aus Dudar den würfelförmigen Back­ofen in der Mitte der Küche mit offenem Schornstein, und publizierte auch eine Zeichnung (1939, 167, 169). Sándor Ebner stellte fest, daß es in den slowakischen Dörfern des östlichen Bakonyer Waldes (Jásd, Bakonycsernye) in der Rauchküche keinen Backofen gab; das Brot wurde in der Stube im Backofen (pec) gebacken, der von der Küche aus geheizt wurde. Sc.nes Erachtens trat an Stelle des pec der Kachelofen, als man in der Küche die viereckigen Backöfen zu bauen begann (Ébner 1933, 8). Aufgrund der Angaben meiner eigenen Sammlung bin ich der An­sicht, daß in Küchen von Bakonycsernye in diesem Jahr­hundert bereits würfelförmige Backöfen zum Brotbacken gebaut wurden. In den Küchen mit offenem Schornstein ist der Backofen ziegel-, nahezu würfelförmig. Er stand immer im inneren Küchenteil, in der Mitte der hinteren Hauptwand. Seine Höhe bewegt sich zwischen 80 und 120 cm. Bis zu den 20er Jahren des 20. Jh. war dieser Typ in den meisten Küchen Ost-Transdanubiens allgemein gebräuchlich, gilt aber heute als Rarität. In der Küche des Ferenc Pénzes (Sárkeresztes, Petőfi Str. 30) gab es noch in der Zwischenkriegszeit den würfelförmigen Backofen, mit einer schmalen Ofenbank vorn. Im Haus des Lajos Mátyus in Tác (Dózsa György Str. 16) betrug die Grundfläche des viereckigen Backofens in der Küche 150X120 cm, die Höhe 110 cm. Vor der Ofentür stand eine 30 cm hohe, 80 cm lange und 25 cm breite Ofen­bank. In Pákozd (Kom. Fejér) stand im Haus des János Szabó (Kossuth Str. 50) bis 1912 in der Mitte der Küche der würfelförmige Backofen, der sich durch die Wand in Rich­tung des Nachbarn erstreckte. Außen war er durch einige Reihen Dachziegeln vor der Nässe geschützt. Als das alte Haus mit offenem Schornstein umgebaut wurde, kam der Backofen in die Küchenecke unter den geschlossenen Kamin­rauchfang (vindóf). Auch beim Nachbarn, József Szabó (Kossuth Str. 48), erstreckte sich der Backofen durch die Wand in Richtung des nächsten Nachbarn. Der Teil außer­halb der Hausmauer war mit einem Stück Blech vor dem Regen geschützt. In der Küche konnte ich 1980 nur mehr den zerfallenen, ursprünglich würfelförmigen Backofen aus Lehmziegeln photographieren. Im Sommer 1977 war in Pákozd am Haus Kossuth Str. 30 nach Entfernung des alten Mörtels an der hinteren Hauswand die zugemauerte Stelle zu sehen, wo der Backofen hinausreichte. Backöfen, die über die hintere Küchenwand reichten, fand ich auch in Zámoly, Kisláng und Lajoskomárom (Kom. Fejér). In Pákozd, im Haus des János Tóth (Kossuth Str. 94) stand bis zu den 1930er Jahren in der Küche mit offenem Schorn­stein ein würfelförmiger Backofen. In Csákvár ließ auch Ferenc Naszádos im Jahre 1869 einen Backofen in der Küche errichten, denn in ch ilanz, die er über die Bauar­beiten führte, schrieb er: , > die Tür des Backofens ver­ausgabt 1.80.“ In Sárbogárd (Kom. Fejér) stand in der Mitte der Küche d ;s József Magyar (Árpád Str. 22) ein großer Backofen zum Brotbacken, der um 1906 abgerissen wurde. Auch in die herrschaftlichen Ge indehäuser wurden Backöfen 92

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