Gunda Béla et al. (szerk.): Ideen, Objekte und Lebensformen. Gedenkschrift für Zsigmond Bátky - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 29. (Székesfehérvár, 1989)
László Lukács: Feuerstätten im ost-transdanubischen Haus
gebaut. Jószef Szili, einst herrschaftlicher Wagnermeister (géb. 1911) schilderte die Feuerstätten in Szúnyogpuszta (zwischen Enying und Lajoskomárom) folgendermaßen: „Im 60 Meter langen Gesindehaus gab es vier oder fünf Wohnungen mit gemeinsamer Küche. Zu je zwei Stuben gehörte eine Küche. In der Küche stand ein Backofen zum Backen von Brot und Kuchen. Daneben stand ein kleiner Sparherd. In der Stube stand ein kleiner Wärmofen, dori genannt, daneben ein Sparherd aus Ziegeln. Im dori wurden im Winter Mehlspeisen gebacken. In der Mitte des Meierhofes stand ein großer Backofen, der gemeinsam, gleichzeitig eingeheizt wurde. Bis zu zehn Laib Brot hatten darin Platz. Dieser wurde nur im Sommer oder bei Hochzeiten benutzt, und mit Maisstroh und Ästen beheizt.“ Auch in Szolgaegyháza-Felsőpuszta stand in der Mitte der Küche des Gesindehauses ein Backofen, wo 5—6 Laib Brot Platz hatten. In Vajta (Kom. Fejér) und Pálfa (Kom. Tolna) stand in den Bauernhäusern und den herrschaftlichen Gesindehäusern hinten, in der Mitte der Küche mit offenem Schornstein ein Backofen zum Brotbacken. In den zu viert oder zweit benutzten Küchen der Gesindehäuser wurde dieser gemeinsam zum Brotbacken verwendet, in den 1930er Jahren hatte daneben jede Familie ihren eigenen Sparherd, wo gekocht wurde. In Enying stand in den Küchen mit offenem Schornstein gegenüber der Küchentür hinten ein würfelförmiger Backofen, wo 4 Laib Brot und 1 Pfefferkuchen Platz hatten. Nach dem I. Weltkrieg stand links vom Backofen ein in die Wand eingebauter Sparherd, rechts ein Kesselofen. Alle drei waren aus Lehmziegeln. In Lajoskomárom habe ich im Hause des Lajos Szabó (Ozorai Str. 24) die Küche mit offenem Schornstein vermessen. In der vorderen und hinteren Stube stand ein Wärmofen aus Lehmziegeln, der aber nur zur Stubenheizung benutzt wurde Der Backofen zum Brotbacken war in die hintere Küchenwand eingebaut und erstreckte sich so weit in Richtung des Nachbarn, daß man an der Küchenwand nur seine Blechtür sehen konnte. Das Gewölbe bestand aus Lehmziegeln, das Dach aus Latten, darauf Dachziegeln. Auf einmal konnten fünf Brote gebacken werden. Seine Tür ist in der Küche auch heute zu sehen, doch das sich über die Mauer erstrekkende Gewölbe ist bereits zusammengestürzt. Der Boden des Backofens ist 60 cm höher als der Fußboden der Küche. An beiden Seiten erstreckt sich ein offener Herd aus Lehmziegeln, 160 cm lang, 61 cm hoch und 52 cm breit, darüber befindet sich die Heizöffnung des Stubenofens (dorikemence). Die Küchentür ist auch heute geteilt, der obere Teil kann auch gesondert geöffnet werden. Das Haus gehörte dem Bauer Mihály Schnitz, dem Besitzer von 100 Katastraljoch Feld. Von ihm kaufte es sein Knecht, Lajos Szabó im Jahre 1944. Früher wohnten hier ältere Mitglieder der Familie Schnitz, doch wurde es auch oft vermietet, damit es nicht leer steht. In Balatonbozsok wurde im Jahre 1807 ein Haus auf 147 Gulden und 54 Kreuzer geschätzt, davon entfielen auf den Kachelofen in der Stube 5 und auf den Backofen in der Küche 3 Gulden. Aurél Vajkai berichtete aus Balatonbozsok, Balatonfőkajár, Balatonszabadi und Szilasbalhás über niedrige (90—110 cm) viereckige Backöfen, die in der Mitte der Küche mit offenem Schornstein standen. Die Grundfläche des Backofens aus Szilasbalhás beträgt 120X120 cm, die Höhe 90 cm und sein Boden ist nur 20 cm höher als der Fußboden (1940, 311—313). In Igar (Kom. Fejér) haben wir einen gleichen Backofen photographiert und vermessen. Der im Haus der Frau Péter Pintér in Igar (Szabadság Str. 34) 1975 photographierte und 1978 vermessene (doch leider 1979 zusammen mit dem alten Haus abgerissene) Backofen in der Küche hatte eine Grundfläche von 121X126 cm und eine Höhe von 83 cm, mit einem ganz nahe am Fußboden befindlichen Boden. Von dieser Backofenform berichtete József Kücsán aus Igar und Ozora (Kom. Tolna) (1979, 313, 331). In Őcsény fand man in den beiden Küchen des Hauses, welches für das Ungarische Freilichtmuseum in Szentendre gekauft und 1976 abgetragen wurde, einen Backofen und zwei Ofenspuren. In der vorderen Küche des aus dem angehenden 19. Jh. stammenden Wohnhauses stand der Backofen in der hinteren rechten Ecke, teilweise in die gestampfte Lehmwand eingebaut. Zugleich stand in der zweiten Küche des Hauses unter dem offenen Schornstein in der Mitte ein würfelförmiger Backofen, dessen Raum ebenfalls in die hintere Hauptwand eingeschnitten war. Dieser Backofen wurde auf eine Ofenbank gebaut, denn der in die Wand hineinreichende Teil des beim Abriß gefundenen Hohlraumes begann bei 25 cm über dem Fußboden. Zur Zeit der Abbrucharbeiten stand in der linken Ecke dieser Küche ein unversehrter, viereckiger Backofen, die Tür befand sich in einer seiner Ecken, deren Spitze um 45° abgestumpft war. Da sein Boden kaum höher als der Fußboden war, befand sich vorne eine 40 cm tiefe und 60X60 cm große, mit Bretterrahmen und einer Tür versehene Grube, in die sich die Brotbäckerin hineinstellte und somit bequemer arbeiten konnte. Dieser Backofen wurde zwischen der Jahrhundertwende und dem I. Weltkrieg errichtet (Zentai—Sabján 1984, 176, 181—183, 187—188, 193—194, 197). Im Sárköz-Gebiet kam der in die Küchenecke gebaute viereckige Backofen vermutlich recht häufig vor. Laut Aladár Kovách wurde in dieser Gegend „in die Ecke, an der hinteren Küchenwand ein Backofen gebaut, der nur im Sommer benutzt wurde“. Im Winter wurde das Brot im Heizofen in der Stube gebacken. Solche „Sommerbacköfen“ fand Aladár Kovách auch in den Dörfern im Zwischenstromland Kapos-Koppány (1903, 15). Die Mitteilungen über den Backofen der Küche lassen erkennen, daß sich sein Boden 20—50 cm über dem Fußboden befand; in diesem Jahrhundert wurde er aus Ziegelsteinen, früher aus gestampftem Lehm gebaut. In den Ofenboden wurden in einer oder mehreren Schichten 93 Abb. 11.: Stubenofen. Sárbogárdi, Petőfi Str. 21.