Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)
E. Künzl: Einige Bemerkungen zu den Herstellern der römischen medizinischen Instrumente
Abb. 4: Hofheim (Nach ORL, Ca. 1 : 1) Abb: 5: Pompeii oder Herculaneum (Nach Védrènes, Ca. 1 : 1)> Diese Gruppe findet sich im Norden des Reiches, in Gallien und Germanien ebenso wie in Noricum. Die Fundorte liegen an der Militärgrenze ebenso wie im Hinterland. Vom Motiv her lassen sie sich natürlich gut zusammenordnen, doch ist es sehr schwer zu sagen, ob das eine oder andere Stück auch aus derselben Werkstatt stammt. Zeitlich sind es Arbeiten spätestens des 3. Jahrhunderts, da für die Funde von Xanten, Hofheim und Zugmantel ebenso wie für den Fund von Reims das 3. Jahrhundert die untere Grenze ist. Es dürfte sich um eine Mode vor allem der mittleren Kaiserzeit handeln. Manchmal verzichtete man auch auf den rahmenden „laufenden Hund“: — Taf. XXX. 5: Fundort: Kleinasien. Mainz, Römisch-Germanisches Zentralmuseum. Kupferlegierung mit Silber- und Kupfereinlagen. Efeu. Künzl 1979/1981, Taf. 9 Nr. 5. — Fundort: Ostheim (D). Hanau, Museum. Kupfelergierung mit Silbereinlage. Wein. Kutsch 1926, 133 Taf. 21. — Fundort: Chersonnes (UdSSR). Efeu. Kupferlegierung mit Einlagen. Archäologischer Anzeiger 1912, 349—350 Abb. 38. Diese Gruppe ist natürlich für Folgerungen noch viel zu klein. Das einzige datierende Element ist dabei der Fund von Ostheim in Hessen, der vor den Limesfall 259/260 angesetzt werden muß. Auch geographische Schlüsse sind angesichts der Mobilität der Instrumente verfrüht. Das Motiv eines langen Zweiges mit gegenständig angeordneten Blättern kommt ebenfalls sowohl im Osten (Syrien: Dura Europos III Taf. 13 Nr. 2) wie im Westen (Gallien: Reims, DENEFFE 1896, Taf. 3 Nr. 3) vor, auch dies für uns Grund genug, mit geographischen Folgerungen oder übereilten Lokalisierungen vorsichtig zu sein. Der SkalpellgrifF aus Lauriacum (Deringer 1954, 149 Nr. f Abb. 81,2) zeigt uns schließlich, daß wir immer und überall auch mit Sonderformen zu rechnen haben. Im Falle dieser Skalpellgriffe mit Rankendekor sind es nicht so sehr die Wandmalereien oder die dekorierten Waffen, welche als Parallelen infrage kommen, sondern besonders die mit Einlegearbeiten dekorierten Stühle und Betten. Für dekorative Details arbeiteten anscheinend Metallhandwerker verschiedener Zweige nach den gleichen Vorbildern. Zwischenbilanz: Sowohl auf dem Sektor der ornamental verzierten wie auch auf dem der vegetabilisch verzierten Skalpellgriffe gibt es jeweils eine Gruppe, deren Fundorte vom Nordwesten bis in den Osten des Imperiums reichen.. Auch wenn wir diese Instrumente nur grob datieren können, auch wenn wir die einzelnen Werkstätten nicht lokalisieren können, so wird es sich doch lohnen, in der Zukunft auf diese Art von Instrumenten zu achten. Eine Enttäuschung bleibt es allerdings, daß bisher kein einziges dieser schönen Instrumente signiert oder gestempelt ist. 62