Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

E. Künzl: Einige Bemerkungen zu den Herstellern der römischen medizinischen Instrumente

LL Abb. 6: Fundort unbekannt (Zeichnung RGZM, Ca. 1 : 1, Stempel Ca. 2 : 1) Auf jeden Fall nehmen die Skalpelle unter den medizi­nischen Instrumenten eine Sonderstellung ein, an reichem Dekor nur übertroffen von den Arzneikästchen mit ihrem hie und da auftretenden reichen Deckelschmuck, der je­doch ein Sonderproblem ist, welches ich hier nur erwäh­nen will (Beck 1977). Prinzipatszeitliche Kästchendeckel aus Kupferlegierung mit figürlichen Einlegearbeiten aus Kupfer und Silber stammen sowohl aus Italien wie aus dem Rheinland. Wir kennen dabei bisher das Motiv von Asklepios und Hygieia aus den Vesuvstädten (ibid., 56 Taf. 5 Nr. 2), ferner ebenfalls aus den Vesuvstädten Ask­lepios allein (ibid., 57 Taf. 6 Nr. 2); Asklepios allein erscheint ebenfalls auf einem zwischen Neuss und Xanten gefundenen Kästchen (ibid., 57 Taf. 6 Nr. 1), während sich das Kästchen aus dem Rhein bei Mainz, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, auf das Motiv der Asklepiosschlange beschränkte (ibid., 56 Taf. 5 Nr. 1). Die Funde hängen derart eng miteinander zusammen, daß man zwar nicht eine einzige Werkstatt vermuten darf, wohl aber eine gemeinsame Kreation dieser Kästchen, was dann allerdings am ehesten in Italien im 1. Jahrhun­dert n. Chr. geschah. Alle bisher vorgestellten Gruppen und Einzelinstru­mente, auch wenn sie noch so gut gearbeitet waren, blie­ben unsigniert und ungestempelt. Merkwürdigerweise erscheinen die einzigen Stempel, soweit ich es bisher über­blicken kann, auf so zweitrangigen Instrumenten wie der Pinzette (vulsella), der Spatelsonde (spathomela) oder der Löffelsonde (cyathiscomela) : Abb. 7: ehern. Mainz (Nach Altertümer unserer heidnischen Vorzeit, Länge: 11.5 cm) — Pinzette. Fundort: unbekannt. Worms, Städtisches Museum. Kupferlegierung. Stempel: ......... FECIT Künzl 1979/1981, Nr. 9. — Pinzette. Fundort: Châlons-sur-Marne (F). Saint-Germain­­en-Laye, Musée des Antiquités Nationales. Kupferlegierung und Eisen. Stempel : LILLIM (Lilli manu). CIL, XIII, 10028, 4. — Spatelsonde. Fundort: Vieil-Evreux (F). Evreux, Musée. Kupferlegierung. Stempel: ALBANIF (Albanius fecit). — Löffelsonde. Fundort: Sisak (YU). Zagreb, Archäolog. Museum. Kupferlegierung. Stempel: CARANTI (Carantius fecit). — Löffelsonde. Fundort: Xanten (D). Bonn, Rheinisches Landesmuseum. Kupferlegierung. Stempel: COPIRITVSFEC (Copiritus fecit). CIL, XIII, 10027, 193. Der Anwendungsbereich der Pinzetten und Löffelsonden ist keineswegs rein medizinisch, sondern auch kosmetisch. Im engeren Sinne befinden wir uns vielleicht gar nicht mehr bei den Herstellern medizinischer Instrumente. Nur wissen wir auch dann nicht zu sagen, warum gerade auf diesen beiden Typen die seltenen Herstellerstempel zu finden sind. Die Instrumente mit dem Stempel des Agathangelus gehören bisher zur einzigen nachweisbaren „Firma“ mit einem etwas größeren Angebot. Leider befinden wir uns auch hier nur zum geringsten Teil im Bereich der Medizin. Durch die Funde aus Pompeii/Herculaneum und Vindo­nissa sind die Geräte in das 1. Jahrh. n. Chr. datiert. Das Spektrum des Angebots umfaßte: a) Pinzetten mit gezackten Greifrändern, vertreten durch ein Exemplar aus den Vesuvstädten im Neapler Nationalmuseum 63

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