Fitz Jenő (szerk.): A Pannonia Konferenciák aktái IV. Bronzes Romains figurés et appliqués et leurs problemes techniques - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 27. A Pannon konferenciák aktái 4. (Székesfehérvár, 1984)

H. U. Nuber: Römische Metallklapptische

Alba Regia, XXI, 1984 H. U. Nuber RÖMISCHE METALLKLAPPTISCHE Der Boden Ungarns hat nicht nur eine Vielfalt verschie­dener Formen, sondern auch einige der schönsten Beispiele römischer Metallklapptische geliefert. An der Spitze steht in vielerlei Hinsicht der Silbertisch aus Polgárdi (Erdélyi 1931, 1 ff. bezw. 291 ff.), ein Prach­texemplar des 4. Jahrhunderts n. Chr., für das es keine direkte Parallele aus dem übrigen Imperium Romanum gibt f1). Qualitativ ganz vorzügliche Exemplare stellen auch die Dreifüße aus Környe (Taf. XXVIII, 1—2,4) Bonis 1982) und Szomor-Somodorpuszta (früher Pusztasomodor) dar (Erdélyi 1931, 20 ff. bzw. 197—198.) Mit dem Tripus aus Magyarigen (Erdélyi 1931,23 bzw. 198) haben wir eines der seltenen, auch in der Höhe regulierbaren Gestelle vor uns. Schließlich sei auf eine der markantesten Formen, die so­genannten „Panther—Dreifüße“ hingewiesen (Taf. XXVIII, 3), die durch ein Fragment des namengebenden, gekurvten Mittelteils mit Pantherkopf im Ungarischen Nationalmu­seum repräsentiert sind (Ung-NatMus Inv. 56. 5. 72). Mit diesen metallenen Klappgestellen — die überwie­gende Mehrzahl besteht aus einer Kupferlegierungf1 2) — ha­ben sich eine Reihe von Forschern beschäftigt. Die Diskus­sionsgrundlagen schufen H. Schwendemann (1923), P. Wuilleumier (1928) und G. E r d é 1 y i (1931). In Zusammenhang mit der Herausarbeitung eines bestimmten (1) Ein Gegenstück aus Kupferlegierung dürfte in dem Fuß­fragment aus Trier vorliegen (Menzel 1966, 118 f. Nr. 288 Taf. 93). — Die dort angezogenen Parallelen auf den Reliefs aus Neumagen und Igel beziehen sich indessen auf einen anderen Tischtyp mit festen Beinen. (2) Aus Silber sind die beiden Dreifüße aus Hildesheim (Per­­nice-winter 1901, 54 ff. Abb. 24—25; Gehrig 1967, 21f. Nr. 10) und Polgárdi (Erdélyi 1931, Iff.) gearbeitet. Erstaun­lich ist, daß kaum Beispiele aus Eisen bekannt geworden sind : ein bronzenes Aufsatzfragment aus Alteburg-Heftrich trug rückseitig einen heute verlorenen Eisenhaken ; auch die senkrechten Beine bestanden aus demselben Metall (ORL B Nr. 9 Alteburg-Heftrich 7 Nr. 1, Abb.). Dazu gehörten „reichliche Eisenreste, die am gleichen Orte gefunden wurden“, wohl die übrigen Teile von einem eisernen Drei­fuß. Typs, den bereits genannten „Panther Tripods“, hat D. Kent—Hill wichtige Beobachtungen beigesteuert (1951), Auf einen in Niedergermanien beschränkten Typ einer bacchischen Aufsatzbüste machte H. — G. H o r n (1972) aufmerksam. In jüngster Zeit vermehrte Chr. B o u b e— P i c c o t durch die Vorlage des marokkanischen Materials die Denkmälergruppe um wichtige Beispiele (1975). Mehr­fach beigegebene Fundlisten (Schwendemann 1923; Wuil­leumier 1928 mit Nachtrag 1933; Boube—Piccot 1975) erlauben es, den Denkmälerbestand einigermaßen, wenn­gleich sicher nicht vollständig zu überblicken. Im Zusammenhang mit der Beschäftigung mit den Klapp­tischen aus Wehringen, Ldkr. Schwabmünchen(3) sind einige Fragen aufgekommen, die bis heute nicht befriedigend geklärt werden konnten. Sie berühren die Datierung, die Lokalisierung der Werkstätten und die Verwendung dieser Dreifüße. Im technischen Aufbau der Klapptische haben wir zwei verschiedene Mechanismen zu unterscheiden. Bereits Schwendemann umschrieb (Schwendemann 1923, 108 ff.) einen Tischtyp, auf dessen geraden, im Schnitt rechteckigen Standbeinen sich viereckige Metallösen auf- und abschie­ben lassen. An diesen sind zugleich die unteren Enden von Querstreben beweglich befestigt. Dieselbe Schamierkon­­struktion findet man am Kreuzungspunkt sowie am oberen Ende der Querstreben, wo sie sich an festen Laschen mit Hilfe von Nieten drehen. Dieser technische Aufbau gestat­tet es, die Querstreben scherenartig auseinander zu ziehen und damit den Abstand der senkrechten Standbeine zu variieren. Auf diese Weise konnte man Platten o.ä mit unterschiedlichem Durchmesser auf- oder einsetzen bzw. das Gestell auf engstem Raum zusammenfalten. — Eine (3) Nuber—Radnóti 1969, 27 ff. Abb. 6 und 9; Nuber 1975, 153, Abb. 203; Künzl 1979, 300 mit Anm. 27,—Grab 3 hat Reste von drei Exemplaren geliefert, Grab 20 einen profi­lierten Mittelniet. Aus Grab 1 liegen flache, gegossene Bronzebänder vor (Querstreben eines Dreifußes ?), von denen 2 am Ende durchlocht und mit einem Ring versehen sind. 53

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