Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
J. Waldhauser: Die keltische Viereckschanzen in Böhmen
Grabens)(17). In dem nicht unterbrochenen Verlauf des Spitzgrabens vor dem Eingang in das innere Areal der Viereckschanze wurde eine Stratigrafie von vier Schichten mit reichem Latènematerial (insb. Keramik) festgestellt (Abb. 2,)(18). Die Schicht C hängt mit dem Brand einer Holzkonstruktion des Einganges zusammen, während die Schicht D durch Abschwemmen in der Funktionzeit der Viereckschanze entstanden ist. Zuverläßig ist die Datierung der Wälle und des Spitzgrabens in die jüngere Latènezeit belegt. Eine beträchtliche Aufmerksamkeit wurde der archäologischen Erforschung des Innenareals der Viereckschanze gewidmet. Der Pfostenbau (Ausmaß 435x610 cm) in der südöstlichen Ecke kann der Lage und teilweise auch dem Grundriß nach als Umgangstempel klasifiziert werden, dessen Verbreitung in der vorrömischen Eisenzeit sich mit dem Vorkommen der Viereckschanzen decken sollte(19). Die Wände waren verputzt mit weißem Bewurf mit schwarz gemalter Ornamentik, die man leider nicht rekonstruieren kann (Abb. 3). Fast in der Mitte des Innenareals wurde ein Feuerherd aufgedeckt, in dessen Asche man Eichenholz und kultivierte Hirse fand. Von den Funden sind die tönernen Gegenstände von Bedeutung!20). Westlich schloß sich ein fast regelmäßiger Halbkreis von Pfostenlöchern an mit einem gegenüber befindlichen Dreipfostenstellung(21). Der einzige Metallfund von dieser Fläche ist ein Bruchstück eines tordierten Halsschmuckes. Ähnlich wie die Portiken in dem Libenicer Heiligtum waren die einige Pfosten aus Ahornholz hergestellt(22). Ungefähr in der Mitte der Ostseite der Wälle wurde ein Brandgrubengrab eines Mannes im Alter von 50 bis 60 Jahren untersucht, das mit einer Fibel, Schildnagel und Harz ausgestattet war(23). Die Grabgrube, höchstwahrscheinlich (17) Ähnlich wie in Mäecke Zehrovice, Jansová, o. e., 473, Abb. 2, (18) In der Zukunft wird man statistisch die Keramik vom Spitzgraben mit der Keramik von den weiteren Objekte der Viereckschanze bewerten. (19) K. Schwarz o. c., Jahresber. des Bayer. Landesamtes für Denkmalpfl., 19(52, 48 - 50, Beilage 5:2. (20) J. Waldhauser, o. c., Sborník ÖSSA, IV, 1970-1971, 82-85, Abb. 10-11. (21) Die Halbkreise von Pfostenlöcher sind bekannt von Tomerdingen: TI. Zürn, Die keltische Viereckschanze bei Tomerdingen, Kreis Ulm (Württemberg). PPS, XXXVII, 1971, 218-227, fig. 2. - von Mainburg: W. Hardes — K. H. Wagner, Spätkeltische Viereckschanze bei Mainburg (Niederbayern). Germania, XXIV, 1940, 1(5-19, Abb. 1. (22) Nach Bestimmung von E. O prav il : cf., A. Rybová — B. Soudskÿ, Sanctuaire celtique en Bohême centrale. Praha, 1962., 263. (23) Bisher gibt es nicht in Böhmen keltische Brandgräber, die kann man in der Zeit der Blühe vom Oppida einreihen. Schriftlich erwähntes Brandgräberfeld auf Stradonice wurde nicht durch die Grabungen beglaubigt (J. L. PiC, HradiStè u Stradonic jako historickc Marobudum. Starozitnosti, II/2, 9). in einem viereckig eingefriedetem Raum(24 *), war größtenteils in den ursprünglichen Bodenhorizont eingetieft. Das Grab wäre ganz bestimmt durch das Ackern vernichtet worden, wenn es nicht durch die Destruktion des Walles der Viereckschanze überdeckt worden wäre. Ähnlich wie in Tommerdingen wurde auch in Markvartice eine sog. Wanne festgestellt(-3). In der nordwestlichen Ecke des inneren Areals wurde unter Respektierung der Wallführung eine eingetiefte Hütte mit Pfostenlöchern in der Mitte der kürzeren Seiten und einem mit einem Dach versehenen Anbau untersucht!26). Wichtig ist der Fund von Bruchstücken von 11 Fibeln und einer Bronzebeschlage vielleicht eines hölzernen Kessels (Taf. 11 Keramik, Taf. 111,1—7 Metallgegenstände). Archäologische Objekte aus dem inneren Areal der Viereckschanze weisen Merkmale auf, die vielleicht mit Ausnahme der eingetieften Hütte funktionmäßig als kultische erläutert werden können, als solche also, die in den Siedlungsfunden keine Analogie haben(27). Die Viereckschanze bei Markvartice war teilweise von einer Siedlung umgeben (nach dem Charakter der Lesefunde wahrscheinlich von einigen Gehöften, cf. Abb. /)(28), von der unter anderem zwei eingetiefte Hütten entdeckt wurden (Abb. 1). ln einer von ihnen, die durch zwei parallele Rinnen geteilt ist (die Fundamente von der Inneneinrichtung), wurde ein Ofen mit der Streichung des Lehmbodens festgestellt, ebenso wurden dort die Tiegel mit Spuren von Bronzeschlacke gefunden (Abb. 4). Südöstlich von der Viereckschanze wurde in der Entfernung von 250 m, bisher in der Länge 52,5 m, ein Graben mit dreieckförmigem Profil erfaßt (Breite um 1 m, max. Tiefe 0,58 m), der die Funktion einer Palisade oder anderen leichten Einfriedung der Siedlung erfüllen konnte. Darüberhinaus wurde im Teil des Grabens bedeutende Menge der Schmiedeeisenschlacke sowie die irdene Mündung eines Blasebalges gefunden. Die Siedlungsfläche in der Umgebung der Markvarticer Viereckschanze ist also als ein wirtschaftliches Zentrum (centres productifs et agraire), vielleicht mit leichter Befestigung anzusehen, als ein Funktionsglied zwischen landwirtschaftlichen Siedlungen mit der Traditionen einer „Hauserzeugung” und den Oppida(29a). Datierbare Gegenstände sowohl von dem Areal der Kultstätte als auch von der Siedlung (18 Fibeln, (24) Cf. M. I/.MÁft, Ein keltisches Viereckgrabengrab mit Körperbestattung in Domamyslice, Kr. Prostëjov. ARoz, XXV, J 973, 615-625. (25) II. Zürn, o. c., PPS, XXXVII, 1971, 221, fig. 2. (26) Eine Hütte gleicher Konstruktion wurde nicht bisher von böhmischen keltischen Siedlungen angeführt. (27) Ausführliche Publikation ist in der Vorbereitung. (28) Cf. A. Rybová, Das Gepräge latènezeitlicher und frühkaiserzeitlicher Siedlungen in Ostböhmen. AMR, Serie B, XI, 1967-1969, 98. (29/a) Cf. K. L’Jdikovskÿ, Les ateliers aux habitats celtiques Moraves situés dans la plaine. ASM, J, 1964, 126 — 131; A. Rybová, o. c., AMR, Serie B, XI, 1967- 1969, 99.