Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
J. Todorović: Dei Ethnogenese der Skordisker
Kultur der Skordisker ihren Stempel aufgedrückt und in der weiteren Entwicklung hatte sie ebenfalls die führende Rolle inne. Was haben die Skordisker von den Kelten genommen und was war der autochthonen Bevölkerung eigen? In der geistigen Kultur war es auf jeden Fall der Totenkult, bzw. das Ritual der Totenbestattung, das die Kelten nach ihrer Ansiedlung im Donaugebiet angenommen hatten. Es ist bekannt, daß die keltischen Stämme die Skelettbeerdigung in die neu besiedelten Gebiete übertragen hatten. Unter dem Einfluß der einheimischen und der benachbarten Kulturen Übernahmen sie im Laufe der Zeit die Sitte der Totenverbrennung, was später auch bei den Skordiskern vorherrschend wurde. Die zahlreichen Brandgräber in der Donaun iederung bestätigen diese Schlii ße, während die wenigen Gräber mit Skelettbestattung auf die Zeit der Einwanderung hinweisen oder aber auf eine Retention, die bei einzelnen sogar bis zum 1. Jahrhundert erhalten geblieben ist. Wenn wir die übernommene Sitte der Totenverbrennung betrachten, müssen wir uns fragen, ob nicht auch andere Erscheinungen der geistigen Kultur der autochthonen Bevölkerung in die später gebildete Kultur der Skordisker einbezogen wurden. Vorderhand ist es noch sehr schwer zu bestimmteren Schlüßen zu kommen, doch wird die Möglichkeit einer Aufnahme oder Adaptation auch anderer geistiger Manifestationen der einheimischen Kultur in den Komplex der Kultur der Skordisker nicht ausgeschlossen. ln der materiellen Kultur ist das Bild ganz anders. Hier kann genau festgestellt werden, was wer zur Bildung der neuen Kultur beigetragen hat. Wenn man die keramische Produktion betrachtet , kann man feststellen daß viele Gefäße der Form nach der älteren Epoche dieser Gebiete entsprechen nur mit dem Unterschied, daß sie jetzt von besseren Faktur sind und auf der Töpferscheibe hergestellt wurden. Obzwar die Ornamentik auf den Gefäßen dieser Epoche nur schwach vertreten ist, hat sie die Elemente der autochthonen Verzierungsweise bewahrt, was auf mehreren Beispielen von den bekannten Nekropolen Karaburma und Rospi Cuprija in Beograd ersichtlich ist. Der Schmuck, vor allen die Fiheln, haben in der früheren Entwicklungsphase im Laufe des 3. und am Anfang des 2. Jahrhunderts die Elemente der materiellen Kultur der autoehthonen Bevölkerung behalten. Das ist der Fall mit den Bogenfibeln mit zerlegbarer Konstruktion, die lange Kettchen als Anhänger tragen. Man müsste hir vielleicht auch die Fibeln in Filigranarbeit anführen, deren Ursprung in den älteren Kulturen der Balkan-Halbinsel zu suchen ist. Spiralenarmreife und Armbänder, die bei der autochthonen Bevölkerung in Gebrauch waren, sind von der neuen Kultur auch übernommen worden. Einer der charakteristischesten Gegenstände der autochthonen Bevölkerung war der sog. astragaloide Gürtel, dessen Erscheinung an das 5. Jahrhundert geknüpft wird. Wegen seines ästhetischen und zugleich auch praktischen Wertes haben die Skordisker diesen Gürtel übernommen und er hat sich ohne bedeutender Veränderungen bis zum Ausgang der a. Ä. erhalten. Perlen verschiedener Formen, Farben, und Herstellung, Ohrringe in Form tordierter Spiralen und andere Schmuckgegenstände der autochthonen Bevölkerung wurden von der neu gebildeten Kultur übernommen. Es ist interessant, daß die Skordisker von dem Waffengut der Einheimischen nichts übernahmen. Es herrschten die keltischen Waffen vor, die sich wegen ihrer außerordentlichen Qualität und Zweckdienlichkeit auch noch in der historischen Epoche erhalten haben. Xur das Problem des Kampfmessers ist noch nicht gelöst, da sein Ursprung bisher nicht genau festgestellt werden konnte. Verschiedene Werkzeugen z. B. kleine, krumme Messer in verschiedenen Varianten, stammen hauptsächlich auch von der einheimischen Bevölkerung ab. Auf die neue Kultur der Skordisker, die sich im Laufe des 3. und 2. Jahrhunderts entwickelte, wirkten auch andere Kulturen der Nach bargebiete ein. Dort, wo die Skordisker nur in geringer Zahl bestanden, war der Einfluß der einheimischen Bevölkerung stärker. So war es bei den Kleinskordiskern, die meistern auf dem Territorium der Triballer lebten. In dieser Periode konnten sie ihrem Druck nicht widerstehen, verbanden sich mit ihnen und führten in die Kultur der Triballer einige ihrer eigenen Elemente ein. Das war ein normaler Prozeß, weil die logische Voraussetzung besteht, daß auch damals bessere und praktischere Gegenstände rascher Übernommen wurden, dessen ungeachtet ob sie den zugewanderten oder den altansässigen Stämmen gehörten. Leider ist bis heute die Kultur der Triballer nicht erhellt, auch sind Gegenstände der Kultur der Skordisker aus diesen Gebieten nur wenige bekannt, so daß es schwierig ist darüber etwas Konkretes sagen zu können. Das bezieht sich nicht nur auf die Kleinskordisker und die anderen Stämme, die auf der Peripherie des Territoriums der Skordikser lebten, sondern auch auf jene, die in der Zeit vom 3. bis zum 1. Jahrhundert der a. Ä. in größeren oder kleineren Gruppen in die südlicheren Bezirke der Balkan —Halbinsel auswanderten. Das zweite Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung war für die Skordisker entscheidend, weil sie mit ihrer ökonomischen und kulturellen Expansion eine neue Epoche in vielen Bezirken der Balkan-Halbinsel eröffneten, die jüngere Eisenzeit oder das sog. autochton La Tène. Am Ende dieses Zeitalters beginnt auch die Geldwirtschaft, die einen Umschwung in der Ökonomik des Donautals und auch der benachbahrten Gebiete herbeiführte. Man kann voraussetzen, daß die Skordisker im 2. Jahrhundert der a. \. einen soliden Stämmbund vorstellten, dessen ökonomische, politische und militärische Macht in den festen Händen einzelner Stammesanführer lag. Dieser Bund, der auf dem Gebiete der Skordisker bestand, wurde mit der Zeit noch stärker, so daß die die Möglichkeit eigenes Geld zu prägen geschaffen wurde.