Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

J. Todorović: Dei Ethnogenese der Skordisker

Über diese Angabe gibt es mehrere kritische und polemische Abhandlungen, doch weisen die archäolo­gischen Funde im Donautal darauf hin, daß man ganz sicher auch mit skytischer Bevölkerung mäoti­­schen Ursprünge rechnen muß, die sich in einigen Gebieten Pannoniens im Laufe des 5. und 4. Jahr­hunderts vor unserer Zeitrechnung angesiedelt hatte und bis zur Ankunft der keltischen Stämme dort weilte. Das ist auch daraus ersichtlich, daß auf dem engeren Gebiete des Donautals ihr Einfluß auf die Entwicklung der materiellen Kultur gewißermaßen spürbar ist, während er auf dem Gebiete Mittel­pannoniens und Transsylvaniens bedeutend stärker zum Ausdruck kommt. Es ist aber ein großer Irrtum einzelner Autoren, wenn sie die skytische, bzw. mäotische Bevölkerung des Donautals mit den dazi­schen und dazisch-gepidischen Völkerschaften in Beziehung bringen und sie sogar für Dazier halten. Deshalb ist es nicht notwendig auf die anfänglichen Ansichten zurückzugreifen, die auch schon auf Grund der aurchäologischen Funde in der Fachliteratur ausgiebig trätiert wurden und diesbezüglich zu einer bestimmten Stellungnahme führten. Um die schon sesshaften und konzentrierten kelti­schen Stämme in Pannonien sammelten sich vor der Wanderung im J. 279 der a. Ä. viele andere Stämme. H . Hubert ist der Ansicht, wahrscheinlich in Verbindung mit den Nachrichten Plinius’ über das Bestehen einer Stadtnamens Belgites in Pannonien, daß auch der große Stamm der Bleger, der seinerzeit von den Küsten des Atlantischen Ozeans aufgebro­chen war, an dieser Wanderung teilgenommen habe. Strabon, dessen schriftliche Angaben über diese Zeit viele Autoren benützten und die im großen ganzen richtig sind, gibtan, daß in Pannonien die größten kel­tischen Stämme, die Bojer und Taurisker, weilten und daß sie auch an der Wanderung nach Süden teil­genommen hätten. Nach Strabo führt B. G a v e 1 a auch den Stamm der Insumbrer als Teilnehmer an der Migration an. Laut Strabo lebten diese zu jener Zeit auf dem Gebiete der Dazier. Er gibt aber weder nähere geographische Angaben, noch führt er an, welcher ethinschen Gruppe Stamm angehörte. Wenn man Strabos Angaben über das Verweilen der Insumb­­rer auf dem Gebiete der Dazier Glauben schenkt, sieht man, daß sich das Auswanderungsgebiet aus Pannonien merklich erweitert und sogar die dazischen Bereiche umfaßt. Auf Grund dessen kann man voraus­setzen, daß diese Migration weite Gebiete der Donaugegend erfaßt hatte. Außer den schon genann­ten Stämmen sind auch die Tektosager zu nennen, die sich nach der Niederlage bei Delphi von der Hauptmaße trennten und nach Kleinasien gingen, wo sie sich an den Ufern des Flußes Halis ansiedel­ten. Über diese und über ihre materielle Kultur in diesen Gegenden, wo sie auch einen kleinen Staat gründeten, ist vorderhand noch sehr wenig bekannt. Man weiß, daß sich diesem Staat auch die Stämme der Tektobojer, Tolistosager, Tolistoboger, Tolistobo­­jerund Trokmer anschlossen, die wahrscheinlich dem großen ethnischen Zweig der Bojer angehörten, oder eventuell auch dem der Tektosager. Aus den ange­führten Namen dieser Stämme fühlt man, daß es sich um ein Gemisch von mehreren Stämmen handelt und daß diese viel früher entstanden sind, wahrscheinlich noch während sie in Mitteleuropa lebten. Aus dem bisher dargestellten geht hervor, daß alle angeführten Stämme, die an der Wanderung teil­­nahmen, ethnisch nicht rein waren. Im Laufe der Wanderung zogen die Kelten auch die autochthone Bevölkerung mit, nicht nur aus den Gebieten, woher sie losgezogen waren, sondern auch aus den Gebieten, durch welche sie wanderten, weil die einheimische Bevölkerung auch bessere Lebensverhältnisse erst­rebte, oder aber leichtere Bereicherungsmöglichkeiten, was ihr vielleicht bei dieser Gelegenheit in Aussicht gestellt worden war. Wegen alles dessen waren nach der Niederlage und der Bückkehr in die Donaugegend unter Batanatus die übriggebliebenen ethnischen Stammgruppen sehr verschieden. Diese ethnische Buntheit wurde in der Donauniederung noch mit der autochthonen Bevölke­rung vergrößert, ebenso auch mit jenen keltischen Stämmen, die nicht an der Wanderung nach dem Süden der Balkan-Halbinsel teilgenommen hatten. Aus der Zeit der neuerlichen Konsolidierung der ethnischen Stammgruppen des Batanatus gibt es gar keine historischen Angaben. Etwas später sprechen die antiken Quellen von Skordiskern als einer Mischung illyriseh — thrakischer Stämme und auch von der Assimilierung der Kelten mit der autochthonen Be­völkerung. Diese Quellen bieten nur die grundlegenden Angaben und gehen nicht in Einzelheiten ein über den Grad der Vermischung und der Assimilation der Kelten mit den Einheimischen. Strabo war etwas prä­ziser, als er sie territorial abgrenzt und in Großskor­­disker und Kleinskordisker teilte. Zweifellos haben sich die Rückwanderer des Bata­natus in der Donauniederung noch mehr an die ein­heimische Bevölkerung angenähert und sich mit ihr noch enger vermischt und so bidete sich allmählich eine neue, einheitliche ethnische Völkerschaft heraus, die Skordisker. In diese neue ethnische Einheit trug jede Völkerschaft ihre Eigenschaften und die spezi­fischen Elemente ihrer geistigen und materiellen Kultur hinein. Die Heterogenität schwächte allmäh­lich ab und verschwand. Als dominierend blieben jene Charakteristiken der geistigen und materiellen Kultur übrig, die nicht nur zahlreicher und überlegener waren, sondern ihren Eigenschaften nach gewisse Existenz verbürgten. Durch diese Evolution der geistigen und der materiellen Kultur im Laufe des 3. Jahrhunderts wurde der ethnische Kernstamm der Skordisker geschaffen, der schon im folgenden Jahr­hundert eine ökonomische und kulturelle Expansion in viele Gebiete der Balkan —Halbinsel vollführte. In einer so geschaffenen Kultur hatte jene ethni­sche Gruppe die führende Stellung, die sich als superi­­orer erwiesen hatte, und in diesem Falle war es jene keltischen Ursprungs. Ungeachtet der übernommenen und weiter getragenen Elemente der autochthonen Kultur hat die Bevölkerung keltischer Herkunft der

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