Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
K. Peschel: Zum Flachgräberhorizont de Laténekultur in Thüringen
I Kupferlagerstätten die Siedlungstätigkeit gefördert (?|. Die Karte läßt erkennen, daß einzelne Körpergriiber der Stufe Laténe B saaleabwärts Vorkommen. Sie tragen mit Ringschmuck und Fibeln auch im Trachtzubehör keltische Züge, begegnen selbst aber innerhalb einer Fundlandschaft, die nach und nach durch Brandgräber von Jastorfcharakter bestimmt wird.(7 8) Ein vergleichbarer Vorstoß im Westen, werraabßwärts, an der Leine und darüber hinaus bis zur Aller, ist kaum mehr durch Körpergräber, wohl aber durch einzelne Sachzeugen keltischen Charakters ausgewiesen(9). Indem wir siedlungsgeschichtliche Probleme fernerhin außer acht lassen — sie würden sich insbesondere aus dem Verhalten zur benachbarten Brandgräberkultur ergeben — und uns auf die Sichtung des archäologischen Inhalts beschränken, soll versucht werden, auf folgende Fragen eine Antwort zu finden: 1. Welcher Art sind die Grundlagen, aus denen die Latène-B-Kultur Thüringens erwächst, mit anderen Worten: welche Wurzeln sind in ihr vereinigt? 2. Wie stellt sich die innere Entwicklung während der Stufe Laténe B dar? 3. Inwieweit wird die Latène-B-Kultur Thüringens durch für sie spezifische Formen ausgewiesen? Wir stützen uns auf einzelne Bestattungsplätze, eine Anzahl isolierter Gräber sowie auf Einzelfunde von Bronzen, die wohl sämtlich aus Gräbern stammen. Siedlungen, obwohl nicht gänzlich fehlend, geben für unsere Fragestellung wenig her. Den Formengehalt der Stufe Laténe B verstehen wir im Sinne der Definition von P . R e i n e c k e und der von W. Krämer vorgenommenen Erweiterung und Abstimmung mit den Stufen Ib und Ic nach J . Wied m e r und D . V i o 1 1 i e r((10 *). (7) Cf. G. Neumann, Alte und neue frühkeltische Funde von Einhausen, Landkreis Meiningen, Bezirk Suhl, Thüringen. WZJ, V, 1955/1956, 525 — 546; In., Die Kelten. AuF, III, 1958, 255; Id., o. c., Jahrbuch 1971 — 1972, 1974, 156; H. Kaufmann, Die vorgeschichtliche Besiedlung des Orlagaues. Katalog und Tafeln: Leipzig 1959, Text: Berlin 1963, 130— 131; Id., Zur vorgeschichtlichen Erzgewinnung in Südostthüringen. Bericht über den V. Internationalen Kongress für Vor- und Frühgeschichte Hamburg vom 24. bis 30. August 1958. Berlin 1961, 457. (8) Cf. K. Peschel, Zur Chronologie und Gruppengliederung der älteren Latènezeit in Thüringen. Actes du VIIe Congrès International des Sciences Préhistoriques et Protohistoriques Prague, 21—27 août I 966, II, 1971, 833-835, Abb. 2. (9) Cf. K. Peschel, o. c., Zeitschrift für Archäologie, VI, 1972, 12- 14. (10) W. Krämer, Keltische Hohlbuckelringe vom Isthmus von Korinth. Germania, XXXIX, 1961, 33 — 37; Id., Manching II. Germania, XL, 1962, 305 — 307, Abb. 1 ; U. Schaaff, Zur Belegung latènezeitlicher Friedhöfe der Schweiz. JRGZ, XIII, 1966, 49 — 59 (hier insbesondere zur Trennung von Laténe B, und Laténe B2 im Sinne von Laténe 1b und Laténe Ie) ; F. R. llODSON, The La Tène Cemetery at Münsingen-Rain. Bern 1968, 26 — 30; I. Stork, Neue Beobachtungen zum Gräberfeld Münsingen-Rain. Jahrbuch Auf den ersten Blick scheint es, als sei eine befriedigende Materialgrundlage vorhanden. Im Orlagau umfaßt das Gräberfeld Ranis, Kr. Pößneck, weit über 100 Bestattungen^1), in Südwestthüringen hegt aus Leimbach, Kr. Bad Salzungen, ein erheblicher Bestand an Bronzen vor(12). Indessen ist die Überlieferung im allgemeinen mangelhaft. Die Felduntersuchungen reichen tief in das 19. Jh. zurück; sie sind in keinem Falle vollständig vorgenommen worden. Aus Leimbach fehlen, streng genommen, geschlossene Inventare überhaupt. Ranis hat deren zwar eine größere Anzahl erbracht, doch ist ihre Zusammensetzung oftmals nicht über jeden Zweifel erhaben. Es ist überflüssig, zu sagen, daß nirgends Grabungspläne vorhanden sind. Die gleichen Einschränkungen gelten hinsichtlich der anderen, weitaus kleineren Bestattung“ - plätze, von denen Pößneck—Jüdewein mit vielleicht einem Dutzend schlecht ergrabener Befunde(13) und Saatfeld, dicht über dem linken Saaleufer, wo jegliche Dokumentation fehlt(14), offenbar die größten sind. Es bleiben etwas mehr als 30 Inventare der Stufen Laténe A, Laténe B, und Lat éne B2, die so zusammengesetzt sind, daß sie wechselseitig miteinander verknüpft werden können, wobei wir von den beiden räumlich getrennten Siedlungsschwerpunkten als einer Einheit ausgehen und auch die verstreuten diesbezüglichen Funde Innerthüringens einbeziehen müssen. Nach den in allen drei Gebieten ähnlich ausgeprägten Formkriterien zu urteilen, erscheint dieses räumlich undifferenzierte Vorgehen methodisch nicht bedenklich. Der Süden und Osten Thüringens war, wie erwähnt, mit der oberpfälzisch-fränkischen Kulturprovinz der Stufe A verbunden, ja wenigstens dir zum Main entwässernde äußerste Süden des Landes, dessen Mittelpunkt die Steinsburg bei Römhild bildet,(15) gehörte diese ohne Einschränkung an. Den ursprünglichen Zusammenhang veransehaulischen die Fibeln und der Ringschmuck. der Schweizerischen Gesellschaft für LT- und Frühgeschichte, LVII, 1972/1973, 1 (59 — 174. Überall auch die ältere Literatur. (11) H. Kaufmann, o. c., 1959, 112- 154, 1963, 104-119. (12) C. DreySigacker, Das vorgeschichtliche Gräberfeld bei Leimbach. Neue Beiträge zur Geschichte deutschen Altertums, V, 1888, 6 — 37; P. Donat, Die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung des oberen Werragebietes. Ungedruckte Dissertation, Jena 1966, 119-121 (Text), 179- 188 (Katalog). (13) H. Kaufmann, o. c., 1959, 37 — 42, 1963, 126- 127 zählt 16 Gräber, doch gehören davon wenigstens 3 (Grab 10, 11, 12) der Hallstattzeit an, und ein weiteres (Grab 13) enthält Hallstattgefäße angeblich zusammen mit einer Scheibenfußfibel wohl der Stufe Laténe B, ; zu den Hallstattinventaren cf. auch K. Simon, Die Hallstattzeit in Ostthüringen. Teil 1. Berlin 1972, 41. (14) H. Kaufmann, o. c., 1959,260-264, 1963, 134-135. (nicht ,, Köditz”, sondern Gemarkung Saalfeld- Stadt). (15) Zuletzt G. Neumann, Die Fibeln vom Kleinen Gleichberge bei Römhild. Berlin 1973 (hier die ältere Literatur). 205