Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
K. Peschel: Zum Flachgräberhorizont de Laténekultur in Thüringen
Der geschlossene Armring mit Knotengruppen(16) läßt die Schwerpunkte klar erkennen (Abb. 2). Die Verbreitung dünnt nach Norden, das heißt im Gebiet der um sich greifenden Brandgräber, allmählich aus. Dasselbe ist in Richtung Nordwesten zu beobachten. Im Süden heben sich die genannten Siedlungsinseln ab, vorerst freilich mit einigen Unterschieden. Der Frühlatènekreis erfaßte nur den Rand der künftigen Flachgräberzone, so das Land südlich der Werra, anscheinend nicht den Oberlauf der Werra insgesamt. Andere Materialgruppen bestätigen diesen Eindruck. Jenseits des Thüringer Waldes, im Saalebogen, halten die Punkte einigen Abstand von diesem Fluß. Das ist um so auffälliger, da die süddeutschen Späthallstattbronzen ganz im Gegenteil unmittelbar über dem rechten Saaleufer verbreitet waren(17). Die Brücke zur Hallstattkultur Nordostbayerns erscheint in diesem Gebiet — anders als in Südwestthüringen — unterbrochen. Vielleicht ist es (16) Wie W. Kerstf.n, o. c., PZ, XXIV, 1933, 136; M. Claus, Die Thüringische Kultur der älteren Eisenzeit. Jena 1942, 92; H. Behaghel, Die Eisenzeit im Raume des Rechtsrheinischen Schiefergebirges. Wiesbaden, 1943, 67; K. Nuglisch, Zur Kenntnis der älteren Latènezeit im Gebiet zwischen Ohre und Unstrut. JMV, LIII, 1969, 375, 406. (17) Cf. H. Kaufmann, o. c., 1963, 90 — 95, der daraus keine Schlußfolgerungen zieht; cf. auch K. Simon, o. c., 1972, 7. — Im Gebiet der hier behandelten, anfangs räumlich eng begrenzten Körpergräbergruppe des Orlagaues begegnet bisher nur eine Späthallstattbronze fremder Herkunft, nämlich die kein Zufall, daß unsere Ringe dort zu finden sind, wo die Flachgräberkultur des Orlagaues zunächst allein ihren Platz hat. Sie kennzeichnen denn offenbar auch sogleich deren früheste Ausstattungen, so in Ranis, Wernburg und Wöhlsdorf, alle Kreis Pößneck(18). Erst später, im Verlauf der Stufe Laténe B, rückt einfache Paukenfibel von Wöhlsdorf, Gemeinde Seisla, Kreis Pößneck, Galgenberg, Grab 1, deren Vorkommen zusammen mit Latène-A-Beigaben in einer schlecht beobachteten Körperbestattung verdächtig wirkt, cf. H. Kaufmann, o. c., 1959, 196, Taf. 57/58, 3; K. Simon, o. c., 1972, 50-51, Taf. 34, 4. — Bei den von II. Kaufmann, o. c., 1963, 93 — 94 mit Abb. 20 und p. 140 genannten eisernen Fibeln aus Laténe-B-Gräbern von Ranis handelt es sich keineswegs um hallstättische Paukenfibeln. Das Stück aus Grab 59 ist nicht dokumentiert, jenes aus Grab 54 (Id., o. c., 1959, 130, Taf. 49/50,9) ordnet sich in den Laténe-B2-Zusammenhang des Grabes und ist zu vergleichen mit späten Frühlatènefibeln, etwa wie D. Viollier, Le cimetière gallo-helvète d’ Andelfingen. Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, NF, XIV, 1912, 40, Pl. VII, 11-12 (Grab 23) oder j. Filip, Keltövé ve Stfedni Evropë. Praha 1956, 351, Obr. 102, 6 (JeniSùv Ujezd). (18) Im Falle von Wernburg, Altenburg, und Wöhlsdorf, Galgenberg, stammen die Ringe aus der Nähe von Bestattungen des hier zu behandelnden Horizontes, doch ist ihr Fundzusammenhang unbekannt. In Ranis kann die Zugehörigkeit zu einer noch durch ein weiteres Ringpaar anderen Typs als früh ausgewiesenen Bestattung (Grab 23) wahrscheinlich gemacht werden. Cf. fi. Kaufmann, o. c., 1959, 181, 200, 118. 206 Abb. 2: Verbreitung des Knotengruppenringes in Thüringen (cf. Liste 2, p. 213).