Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

O. H. Frey: Ein bemaltes Spätlaténegefäss aus Manching

EIN BEMALTES SPÄTLATÈNEGEFÂl( AUS MANCHING Über die keltische Kunst in Mitteleuropa zur Zeit der Oppida fehlt bisher eine zusammenfassende Schau. Die Entstehung der Stadtkultur mit neuen sozialen Gegebenheiten, das Aufkommen größerer Industriebet riebe, der Beginn eines Geldumlaufes ange­lehnt an mediterrane Vorbilder brachten Verände­rungen mit sich, die zu einer Vielschichtigkeit der künstlerischen Äusserungen führten. Im Folgenden soll ein kurzer Beitrag zur Erfassung dieser Probleme geliefert \verden(1). Ausgangspunkt ist ein Spätlatönegefäß aus Manching, das F. M a i e r kürzlich in seiner ausholenden Untersuchung über die bemalte Spâtlatènekeramik vorgelegt hat(2). Es kennzeichnet treffend die Situatuion, in der am Ende der Epoche Kunstwerke entstanden. Es handelt sich um mehrere Fragmente einer ovoiden Flasche (Abb. 1), die das einzige Gefäß in Manching bilden, bei dem eine größere zusammen­hängende „vegetabile”” Dekoration erhalten ist. Das Stück hebt sich durch seinen individuellen Schmuck aus der Menge der in Großbetrieben erzeugten Keramik heraus. F. Maier deutet das Ornament als Fortführung älterlatenezeitlicher Muster und verweist als spätlatenezeitliche Parallele auf dart bekannte Gefäß von der Gasfabrik bei Basel(3). Zweifellos sthet das Baseler Gefäß in einer längeren mitteleuropäischen Kunsttradition. Typisch ist, daß die hellen und dunklen Parten zusammen die Kompo­sition tragen. Ein neutraler Hintergrund fehlt. (1) Der vorliegende Beitrag ist die Kurzfassung eines Aufsatzes, der in den Hamburger Beiträgen zur Archäologie, IV, 1974, ersheinen wird. (2) P. Maier, Die bemalte Spâtlètenekeramik von Man­ching. Die Ausgrabungen in Manching III. Wies­baden, 1970, 60 — 62, T. XCI, Nr. 1246. — Danach wurde die Zeichnung Abb. 1 mit Genehmigung der Itöm.-Germ. Kommission reproduziert. (3) E. Major, Gallische Ansiedelung mit Gräberfeld bei Basel. Basel, 1940, 105 — 106, fig. 50,5; 51,2 Frontis­piz und T. XVIII. Charakteristische Einzelmotive sind z. B. die gleich­mäßig an- und abschwellenden Verbindungs­glieder zwischen den Kreisen und die mitten durch­geschnittenen Füllungen der Medaillons. Betrachtet man dagegen die Manchinger Flasche, so treten sofort große Unterschiede hervor. Hier steht das helle Muster eindeutig vor den dunkleren Flächen, die einen formlosen Hintergrund abgeben. Abb. 1 : Scherben mit „vegetabiler” Dekoration aus Manching. Es fehlen die typischen an- und abschwellenden Ranken. Statt dessen legen sich einzelne Blätter um schlanke Stengel. In der Mitte wächst ein regel­rechter Baum auf. An einer Ranke ist ein deutlich abgesetzter Anhänger Befestigt. Zwar erinnert die Wellenlinie in den Blättern an Fiillmotive der Baseler Vase. Doch ist auch häufig der Umriß der Blätter wellig, was dort nicht begegnet. 199

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