Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
Z. Wozniak: Die Kelten und die Laténekultur auf den thrakischen Gebieten
Abb. 2: Jüngere Fundgruppe mit Laténe C — D-Elementen aus Bulgarien. 1 = Einzelfunde; 2 = Gräberfelder und einzelne Gräber; 3 = Kriegergräber vom ersten Jh. u. Z. Das oben dargestellte Bild der politischen Lage und der Geschichte der thrakischen Länder ergänzen die Ergebnisse einer Analyse der archäologischen Funde. Ich möchte hier nur auf diese Fragen genauer eingehen, die mit dem Auftreten der Funde vom Latène- Typus in Zusammenhang stehen(27). Das, was hier besonders interessant wäre, ist die Frage, in Verbindung mit welcher Periode oder Perioden der keltischthrakischen Beziehungen sollte man die Elemente der Latène-Kultur betrachten. Indem man von diesem Werte aus die Materialien vom Latène-Typen überprüft, kommt man zu folgenden Schlüssen. Diese Funde sind leicht in zwei chronologische Gruppen aufzuteilen. Die erste kleine Gruppe bilden vereinzelte Exemplare vom Latène B —Typus, wie z. B. allgemein bekannter goldener Torques von Górni Cibăr (Taf. 1,7), einige Gegenstände von Mezek (Taf. 1,1—3, 5), eine Fibel von Carevec (Taf. 1,8), ein Schwert von Bajlovo (Taf. 1,4), zwei goldene Fibeln aus dem Nekropole von antiker Stadt Seuthopolis (Taf. 1,9, 10). Diese Funde sind fast auf dem ganzen Gebiet Bulgariens zerstreut (Abb. 1). Das allein reicht nicht aus, um zu entscheiden, ob man sie mit der ersten Periode der keltisch-thrakischen Beziehungen in Verbindung bringt, oder vielleicht in die Zeit des Besthens von Tylis verlegen soll. Vielleicht seien es Spuren einer Aktivität der Kelten in diesen (27) Ausführlich wurden diese Fragen in obenerwähnter Arbeit von Verfasser Z. WoZniak, o. r., 65—138 analysiert. zwei Perioden, weil sie keine Konzentration im wahrscheinlichen Kerngebiet der Kelten von Tylis bilden. Eine so kleine Anzahl der Funde vom I jatène-Typus, die mit dem Staat von Tylis im Zusammenhang stehen könnten, beweist eine schnelle kulturelle Assimilation der ersten Welle von Kelten in Thrakien. Hier sei eine Hypothese am Platz, dass die Spuren der keltischen Besiedlung Thrakiens in der Zeit des Staates von Tylis hauptsächlich Gegenstände von thrakischen und hellenistischen Typen bilden. Die jüngere Gruppe bilden die Latène C- und DTypen. Die Einwirkungen der Latène-Zivilisation waren in dieser Zeit in Thrakien so stark, daß sie zur Ausbildung einer neuen gemischten Kulturgruppe, sog. Padea-Panagjurski Kolonii Gruppe, in einem großen Teil Thrakiens geführt haben. Die Funde dieser Kulturgruppe konzentrieren sich (Abb. 2) im Vraca — Gebiet in Nordbulgarien, im Sofia —Becken und im oberen Tundza- Tal und sind seltener im zentralen Teil Nordbulgariens bis zum Tärgoviste im Osten. Sie umfassen auch (eine lokale Variante) das Gebiet nördlich von Donau in Siidoltenien. Einige Typen für diese Gruppe charakteristisch, auch Latèneformen darin, dringen auch weiter süd-östlich — im Flußgebiet von mittlerer Maritza. Im Nordosten Bulgariens, wo neben diesen einige Funde anderes Typus auftauchen, decken sich die Verbreitungsgebiete der Padea- Panagjurski Kolonii Gruppe und der geto-dakischen „spätlatenezeitlichen” Kultur. 1 SO