Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

Z. Wozniak: Die Kelten und die Laténekultur auf den thrakischen Gebieten

Es ist bemerkenswert, dass die von T. Gerasimov (28) als keltisch bezeichnete rituelle figurale Plastik nur von einem einzigen Teil des Gebietes der Padea — Panagjurski Kolonii Gruppe, nämlich im Sofia — Becken, bekant ist. Mangel an Ähnlichkeiten zwischen dem Verbreitungsgebiet obengenannter Plastik einerseits, und der Ausbreitung der Funden vom Latène-Typus andererseits, spricht neben ande­ren Angaben dagegen, dass diese Plastik keltischer Ursprung sein könnte. Die jüngeren Latène-Typen kommen hauptsächlich in Fundkomplexen vor, d. h. in den Brandhiigelgrä­­bern der Krieger. Das ist auffallende Besonderheit der kulturellen Situation, daß fast keine Frauengräber von thrakischen Ländern aus dieser Epoche bekannt sind. In dieser Situation ist auch der Sachinhalt der Laténe-Elementen spezifisch. Besonders oft treten die Schwerter und Schwertscheiden von Laténe C- und D-Typen (Taf. 11,6, 10), einige Fibel vom Mittel­­latèneSchema (Taf. 17,4), verschiedene Lanzenspitze- Typen und seltener weitere Metallgegenstände, z. B. Sporen (Taf. 11,11), auf. Die Bewaffnung bildete dieselbe, wie bei Kelten, Waffenarten (Schwert, Schild, Lanze, Hiebmesser), was auf ähnliche Kriegs­­führungsweise hinweist. Als einheimische Traditionen kann man die Keramik, Hügel als Grabform, häufige Vorkommen der Trensen in Gräbern und eventuell noch — das Aufschütten die Hügel auf der Krema­tionstelle, annehmen. Man soll den Hiebmessern (28) T. Gerasimov, Kettski kultovi figuri ot Bälyarija. BIAB, XXIII, i960, 165 — 190; Id., Chenets celtiques de Bulgarie, Latomus, XXXI, 1972, 717 — 743 — Cf. auch die Kritik von B. HXnsel, Plastik der jüngeren Bronzezeit und der älteren Eisenzeit aus Bulgarien. Germania, XLVII, J969, 62 — 86 und Z. Wozniak, o. c., 133 ff., 162 ff. (Taf. 11,2, -3) und sog. thrakischen Trensen (2<J) (Taf. 11,9) eine besondere Aufmerksamkeit schenken, weil sie vielleicht die Besonderheit der Padea — Panag­jurski Kolonii Gruppe bilden. Die Mehrzahl der besprochenen Materialien stammt aus den späteren Etappen der Laténe C- und Laténe D — Stufen. Wenn wir die Genese der Padea-Panagjurski Ko­lonii Gruppe in Betracht ziehen, können wir folgende Momente hervorheben; diese Gruppe stellt sehr durch die Latène-Ein­­wirkungenumgestallteteeinheimischethrakische Kul­tur dar; ihre Verbreitung deckt sich hauptsächlich mit den Gebieten von Serden und Triballen und liegt weit von vermuteter Lokalisation von Tylis; für den Beginn der Gruppe kann man vielleicht Ende des III. Jh. annehmen, fast alle Funde stammen aber aus etwas späterer Zeit, aus der Periode der Domination der Skordisker und der noch späterer Periode. Meiner Meinung nach waren diese Domination und auch die Entstehung der skordiskischen Enklaven auf den thrakischen Gebieten die wichtigsten Fak­toren, die die Ausbildung der Padea-Panagjurski Kolonii Gruppe hervorgerufen haben. Der Zusam­menbruch der obengenannten Gruppe fand in der Zeit von Augustus statt, war aber vielleicht nicht mit der römischen Eroberung dieses Gebietes, son­dern mit der Gründung der Provinz Moesia ver­bunden. Krakow Wozniak (29) Cf. I. Venedikov, Trakijskata juzda. BIAB, XXI, 1957, 153 — 201. — Anderer Meinung ist J. A. II. Potrazt, Die Pferdetrensen des alten Orients. Ana­lecta Orientalia, XLI, 1966, 258 ff. 18

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