Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

Z. Wozniak: Die Kelten und die Laténekultur auf den thrakischen Gebieten

Beziehungen wurde durch die militärische Über­legenheit der Kelten und ihre Herrschaft in Thrakien gekennzeichnet. Diese Etappe begann mit dem großen Angriff der Kelten auf Makedonien und Griechenland im Jahre 279(8) und endete mit der Vernichtung des keltischen Staates von Tylis durch die Thraker - wahrscheinlich im Jahre 213 vor der Zeitwende)9). Die antiken Quellen überliefern uns viele Informatio­nen über den Verlauf des Angriffs. Wir wissen es bestimmt, dass Thrakien ein Operationfeld der keltischen Truppen unter Kerethrios war. Während des Rückzugs von Delphi sind die Truppen unter Lutarios und Leonnorios (J. 277) durch Thrakien gegangen, und haben sich in Kleinasien niedergelas­sen. In derselben Zeit ist eine andere Gruppe der Kelten unter Komontorios in Thrakien angekommen und gründete dort einen keltischen Staat mit der Hauptstadt in Tylis. Unsere Kenntnis der Geschich­te dieses Staates hat viele Lücken, wir sind in dieser Hinsicht fast ausschliesslich auf die Überlieferung von Polybios angewiesen(10 11). Er hat über die Ereig­nisse während des Konflikts zwischen Byzantion und der Koalition von Rhodos und Bithynien berichtet. Kavaros, der letzte keltische König von Tylis hat in diesem Konflikt die Rolle eines Mediators übernom­men, woraus er einen großen Gewinn geschlagen hat — einen beachtlichen Tribut in Gold von Byzantion. Der Ort, wo Tylis lag, ist unbekannt. Zu diesem Thema bestehen viele Hypothesen wie z.B. : om Fußen von Haemus bei Tulovo(u), am mittleren Maritza(12), oder bei Jambol (ant. Kabyle)(13). Die Frage, wie weit sieh die Herrschaft der Kelten von Tylis ausgebreitet hatte, bleibt nach wie vor offen. Die Hypothesen, daß die Tyliten ihre Domination bis zur Donaumündung ausgedehnt haben, ist jedoch nicht stichhaltig genug. Die nächste offene Frage ist, ob in dieser Zeit einige thrakische Stämme ihre Selbständigkeit aufbewahrt haben(14). Meiner Mei­(8) Alle Nachrichten von antiken Autoren wurden z. B. von G. I. Kacarov, Keltite v stara Trakija i Makedo­­nija. Spisanie na Bälgarskata Akademija na Naukite. Klon Istoriko-Filologiöen i Filosofsko-Obätestven, X, 1919, 58 ff. und F. Papazoglu, Srednjebalkanska plemena u predrimsku dobu. Centar za balkanologka ispitivanja, I, Sarajevo 1969, passim zusammenge­fasst und überprüft (dort weitere Literatur). (9) Polybios, IV 46. Cf. z. B. S. Mateszew, Uwaginad chronologia upadku Coltón' w Tracji. Rocznik Nau­­kowo-Dydaktyczny WSP w Krakowie. Prace Histo­­ryczne, III, 1967, 17 — 19. (10) Polybios, IV 45—46, 52, VIII 24. (11) Aufgrund der Nachricht von Stephanus Bizantinus. (12) Cf. I. Venedikov, Keltskoto naèestvie v naSite zemi prez III v. pr. n. e. pod svetlinata na arheologice skit e materiali. Istoriöeski Pregled, XI. 1955, fase. 3, 78 ff. (13) Cf. B. Gerov, Prouèvanija värhu zapadnotrakijskite zemi prez rimsko vreme II. Godiănik na Sofijskija Universitet. Fakultét po zapadni Filologii, LXI, 1967, fase. 1, 32 ff. (14) Nach EI. Danov (u. a. Drevna Trakija. Sofia, 1968, 407 ff.) spielten in dieser zeit eine wichtige Rolle Asten und vielleicht auch weitere selbständige thrakische Stämme, wenn auch die Mehrheit der Forscher die große Bedeutung der Kelten betont. nung nach zwingt uns die Mehrheit der Angaben zu einer Kompromißlösung, daß nämlich der Staat von Tylis der mächtigste in Thrakien war und über Osthrakien seine Domination ausgedehnt hat. Wenn wir jetzt den Zusammenbruch der keltischen Macht in Thrakien in Erwägung ziehen, drängt sich die Hypothese auf, daß die Auswanderung der keltischen Aigosagen von Europa(15 *) (d. h. von Thrakien) nach Kleinasien mit dem Verfall des Staates von Tylis im Zusammenhang steht. Nach der Vernichtung des keltischen Staates von Tylis sind in Thrakien anscheinend keine geschlossene Gruppen der Kelten mehr geblieben. Aus der antiken literarischen Quellen wissen wir nur etwas von Serden (in der Umgebung von Sofia — ant. Serdica), derer Name keltisch zu sein scheint/10). Dieser Stamm wurde aber zum erstenmal in Zusammenhang mit dem Feld­zug von M. Licinius Crassus im Jahre 29/28 vor der Zeitwende erwähnt(17). Früher, im V Jh. haben dieses Gebiet die thrakischen Stämme Trerer und Tilataien bewohnt. Wir verfügen über keine Belege, die uns das Datum des Einsiedelns der Serden im Sofia-Becken festzulegen erlaubten. Es konnte noch zu der Zeit, als Tylis noch existierte, geschehen, oder auch später. In Thrakien werden die Ortsnamen keltischen Ursprungs bestätigt, wir haben aber keine Anhaltspunkte, die uns Datierung jener Namen ermöglichen!18). Höchst­wahrscheinlich sind aber diese Namen als Spuren der keltischen Besiedlung in der Zeit vor der Eroberung Thrakiens durch die Römer zu betrachten. Hier sei noch nachdrücklich betont, daß die Namen sich eben im Sofia-Becken konzentrieren, was die Hypot hese von dem keltischen Ursprung Serden bestätigt. Die Zeugnisse des Kultus der keltischen Götter scheinen vorwiegend aus der Zeit der römischen Herrschaft zu stammen/19). Die Rolle und Bedeutung der Kelten von Tylis in der Geschichte Thrakiens steht immer noch im Mittel­punkt der Diskussion. Man ist von der herkömmlichen Meinung abgegangen, dass die Kelten ganz Thrakien verwüstet haben, die Wirtschaft und die Sozialstruk­tur vernichtet und einen andauernden Regres verur­sacht haben/20). Nach den neuen Entdeckungen und Forschungsergebnissen wissen wir, daß die zerstöre­rische Rolle der Kelten weit überschätzt wurde, und der Regres gar nicht so groß war/21). ( 15) Polybios, V 77 — 78, 111. (16) Cf. B. Gerov, o. c., Godisnik na Sofijskija Univer­sitet, LXI, 1967, 47 — 55; Id., Keltische Spuren in Westthrakien. Studien zur Geschichte und Philo­sophie des Altertums, Budapest 1968, 352 ff. (17) Polybios, LI 25,4. (18) Cf. G. Kacarov, o. c., 61-67; B. Gerov, o. e., Keltische Spuren. . . , 352 ff. (19) Am häufigsten tritt der Name von Epona auf. Der Kultus dieser Göttin wurde weit über die keltischen Gebiete hinaus in der römischen Zeit verbreitet. (20) I. Venedikov, o. c., passim. (21) H. Danov, I z drevnata ikonomiceska istorija na zapadnoto Cernomorie do ustanovjavaneto na rimskoto »ladicestvo. BIAB, XI, 1938, 252 ff.; Id., Drevna Trakija, o. c., 434 ff.; Id., Pontos Euxeinos. RE, Suppl. IX, 1962, passim. 1 78

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