Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
Z. Wozniak: Die Kelten und die Laténekultur auf den thrakischen Gebieten
DIE KELTEN UNI) DIE LATÈNEKULTUB AUF DEN TIIKARISCHEN GEBIETEN Die Studien der Frage der keltischen Besiedlung Thrakiens kommt eine besondere Bedeutung zu, da uns hier nicht nur archäologische Materialien, sondern auch frühe antike literarische Quellen zur Verfügung stehen. Diese Tatsache ermöglicht uns die Geschichte der keltischen Bewohner Thrakiens genauer zu rekonstruieren. Auf diesem Wege gewinnen wir auch Erkenntnisse, die für die Zusammenstellung der allgemeinen Merkmale der ostkeltischen Kultur und Geschichte von großer Bedeutung sein könnten. In meinem Beitrag möchte ich zunächst einmal die wichtigsten Tatsachen, die uns aus den antiken Schriftquellen bekannt sind, zum Ausgangspunkt nehmen, und sie dann weiter mit den Ergebnissen der archäologischen Analyse zu vergleichen versuchen!1). Als Anfang der keltisch-thrakischen Beziehungen kann man vieleicht das Jahr 335 vor der Zeitwende annehmen, also das Ankommen einer Delegation der keltischen Stämme zu Alexander dem Großen, der in dieser Zeit einen Kampf gegen die thrakischen Triballen an der unteren Donau geführt hat(1 2). Ich bin der Meinung, die Annahme, daß das von Kelten besiedelte Gebiet zu dieser Zeit nicht weit von der unteren Donau gelegen sein konnte, sei berechtigt. Die reichen Funde von Laténe B, Typen, die in Siebenbürgen und an der mittleren Theiß gefunden wurden(3), lassen eine Hypothese zu, dass es eine (1) Ich habe dieses Thema in der Arbeit über die östlichen Peripherien der Latène-Kultur umfangreicher behandelt: Z. W’ozn IA K, Wschodnie pogranicze kultury latenkiej. Wroclaw, 1974; dort auch die bibliographischen Angaben. (2) Strabo, VII 3,8; Flavius Arrian, Anabasis, I 4. (3) Cf. Z. Wozniak, o. c., 31 ff., 177 ff; V. Zirra, Beitträge zur Kenntnis des keltischen Laténe in Rumä-Delegation der keltischen Stämme von diesen Gebieten war(4), also der Stämme, die sich für den Verlauf des Kampfes von Alexander dem Großen haben interessieren müssen, und nicht derer vom Adriatischen Meer, wie das Strabo schreibt. Diese Feststellung ist ja erstmal eine Hypothese, wie gesagt, aber man soll sie bei der Erörterung dieser Frage vielleicht doch berücksichtigen. Vom Jahre 335 bis 280 vor der Zeitwende dauerte die erste Periode der keltischthrakischen Beziehungen, zu der Zeit also, als die keltische Macht für Thrakien noch keine größere Gefahr darstellte. Aus dieser Zeit ist uns bekannt, dass Kassander eine Schlacht Kelten in Haemus nicht später als im Jahre 298 geliefert hat(5), und daß keltische Truppen unter Kambaules Thrakien angegriffen haben(ö). Es ist durchaus möglich, daß sich beide Nachrichten auf eins und dasselbe Ereignis beziehen!7). Die zweite Periode der keltisch-thrakischen nien. Dacia, X. S. XV, 1971, 171 ff.; M. Roska, A kelták Erdélyben. Közlemények az Erdélyi Nemzeti Múzeum Érem- és Régiségtárából, IV, 1944, 53 ff. ; M. Rusrr, Das keltische Fürstengrab von Ciumeşti. BRGK, L, 1969, 267 ff.: I. H.' Crişan, Das Keltenproblem in Siebenbürgen. ARoz, XXIII, 1971, 548 — 558 ; I. Hunyady, Die Kelten im Karpatenbecken. DissPann, 11/18, — 1942, 1944, passim; I. Nestor, Keltische Gräber bei Mediaş, Dacia, VII — VIII, 1937-1940, 159-182. (4) Das Siedlungsgebiet der Kelten in der Zeit um 335 könnte man vielleicht mit Hilfe der Funde jüngerer Etappe der Stufe B, bestimmen. (5) Plinius, XXXI 30; Seneca, Quaestionum naturalium. III 11,3. (6) Pausanias, X 19, 5 — 6. (7) A. Möcsy, Die Vorgeschichte Obermösiens im hellenistisch-römischen Zeitalter. AAntHung, XIV, 1966, 87-112. 12 Alba Regia 177