Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)
F. Schwappach: Zur Chronologie der östlichen Frühlaténe-Keramik
ZUR CHRONOLORIE DER ÖSTLICH EN FRÜH LATENE-K ERAMIK Die Erforschung der Frühlatènekultur hat in den letzten Jahrzehnten wesentliche Fortschritte gemacht. Das ist durch eine Fülle von Spezialarbeiten belegt, die in Ost und West erschienen sind. So unterschiedlich die einzelnen Forschungsansätze und -richtungen auch sein mögen, man ist hier wie dort bemüht, das weite keltische Siedlungsgebiet zwischen der Champagne und dem siebenbürgischen Karpatenkessel regional zu gliedern. Einige Kollegen sind sogar bestrebt, die Bereiche einzelner Stamme.-gruppen zu lokalisieren, bereits verschiedene Werkstätten und „Kiinstler-Schulen” zu differenzieren. Aber es ist hier einmal die Frage zu stellen, ob wir die übergeordneten Probleme schon in dem Maße präzisieren und lösen konnten, haben wir die Grundlagenforschung tatsächlich schon so weit vorangetrieben, daß kleinräumige Aspekte und Detailfragen forschungsgeschichtliche Relevanz haben? Ein wichtiges Anliegen sollte es sein, zunächst eine großräumige Gliederung des keltischen Siedlungsraumes vorzunehmen. Andererseits wäre es nicht minder von Bedeutung, zuverlässige Kriterien für die chronologische Bestimmung, und zwar des gesamten frühlatènezeit liehen Fundstoffs zu erarbeiten: Genau genommen gibt es bis heute alleine eine Fibelchronologie, deren Präzisierung allerdings, etwa im Hinblick auf die Stufe LT A, auch noch zu wünschen läßt. Mag unsere lapidare Feststellung zur Frage der großräumigen Gliederung des Frühlatènebereichs, daß nämlich ein östlicher von einem westlichen Flügel zu unterscheiden sei, als althergebrachte Weisheit gelten. Indessen, diese Tatsache wurde bisher nicht ausreichend belegt. Anhand von zwei Verbreitungskarten (Abb. 1 — 2) möchte ich versuchen, beide Frühlatènekreise geographisch zu umreißen: Die Karte Abb. 1 zeigt das Vorkommen zweier charakteristischer Moti veder Latène-A-zeitlichen(,,EarlyStyle”) Ornamentik F). Die Palmettendarstellungen, die noch P. J a c o b s t h a 1 (2) für die Kunst des keltischen Raumes schlechthin als kennzeichnend heransstellte, sind schwerpunktmäßig tatsächlich nur zwischen Rhein und Marne anzutreffen. Abstrakte Bogenfriese mit Überschneidung kommen andererseits vornehmlich im Osten, d. h. besonders in Bayern, Böhmen und Österreich vor. Viele andere Beispiele aus der Welt der Ornamentik können bestätigen, daß der westliche Kreis jenseits des Rheins deutlich abgesetzt ist von dem östlichenj3). Es zeigt sich außerdem immer wieder, daß der nordsüdliche Bereich, der ungefähr das Gebiet Baden- Württembergs und des heutigen Hessen umfaßt, in der Stufe LT A gewißermaßen als hallstättische Pufferzone mit fließenden Übergängen zwischen den beiden Zentren steht. Die andere Karte, die ich hier vorlegen möchte, gibt die Gesamtverbreitung der frühlatènezeitliehen Linsenflaschen wieder (Abb. 2)(4). Obwohl diesmal ABKÜRZUNGEN HBA = Hamburger Beiträge zur Archäologie Stud Com = Studii şi comunicări Satu Mare (1) F. Schwapp ach, Erühkeltisches Ornament zwischen Marne, Rhein und Moldau. BJ, CLXXIII, 1973, 53 ff.; I»., Ein keltischer Gürtelhaken von Mühlacker, Kr. Vaihingen. Studien zum frühkeltischen Ornament. Fundberichte aus Baden-Württemberg, I, 1974, 337 ff. (2) P. Jacobsthai., Early Celtic Art. Oxford, 1944. (3) Cf. F. Schwappach, O.C., BJ, CLXXIII, 1973, 53 ff ; In., Stempel des WaldalgesheimstUs an einer Vase aus Sopron-Bécsidomb (West-Ungarn). HBA, I, 1971, 131 ff.; Id., Der Hirschhornschieber von der Heunehurg. Zum Bogenstil der Hallstatt- und Latènekultur. HBA, III, 1973 (1975). (4) F. Sch WA pp ach, Die Lmsenflaschen der Latènekultur. Latène-Studien, II, 197(). — mit gesamter Fund vorlage. 109