Fitz Jenő (szerk.): The Celts in Central Europe - István Király Múzeum közelményei. A. sorozat 20. A Pannon konferenciák aktái 2. (Székesfehérvár, 1975)

F. Schwappach: Zur Chronologie der östlichen Frühlaténe-Keramik

Abb. 1 : Verbreitung der keltischen Palmettenmotive ( ▲ ) und der Bogenbzw. Kreisfriese mit Überschneidung ( • ) des „Frühen Stils”, a • 1 Exemplar; A • zwei Exemplare und mehr. Funde nicht nur der Stufe LT A sondern auch solche der Stufe LT B erfaßt sind, kristallisieren sich unser westlicher und östlicher Kreis wiederum ganz deut­lich heraus. Natürlich ist die Linsenflasche nur eine, durchaus extreme Form der Frühlatène-Keramik. Wenn man aber Tongefäße anderer Gestaltung aus bei­den Zentren einander gegenüberstellt (Taf. I — Il), so bestätigt sich aufs N eue der krasse Gegensatz zwischen Ost und West. Während vom Rhein an westwärts (Taf. I) schlechthin die kelchartigen Hochformen mit geradezu schroffer Profilierung bevorzugt wur­den (5), ist im Osten extrem anderes Formempfinden bei der Gefäßgestaltung ausschlaggebend, mit akzen­tuierter Kurvatur bei stets tiefliegendem Schwerpunkt (Taf. II)(B). (5) Cf. etwa die Funde bei G. Lobjois, La nécropole de Pernant (Aisne). Celticum, XVIII, 1969, l ff.; D. Bretz-Mahler, La civilisation de La Tène I en Champagne (1971); auch W. Dehn, Älter-latene­­zeitliche Marnekeramik im Rheingebiet. Reinecke- Festschrift, 1950, 33 ff. ((>) Cf. etwa die Funde bei E. Penningek, Der Dürrn­berg bei Haliéin I, 1972; S. Nebehay, Das laténe­­zeitliche Gräberfeld von der Kleinen Hutweide bei Au am Leithagebirge. ArchAu, Beiheft, XI, 1973; Id., Arch Au, L, 1971, 138 ff. ; J. Filip, Keltövé ve stfedni Evropë. Praha, 1956; B. Benadik — E. Vlcek — C. Ambros, Keltische Gräberfelder der Südwestslowakei, 1957; B. Benadik, SlovArch, VIII, 1960, 393 ff.; In., SlovArch, XI, 1963, 339 ff.; M. DuSek, SlovArch, VIII, 1960, 457. ff. ; I. Hünyady, Die Kelten im Karpatenbecken. DissPann, 11/18, 1942. Die Keramik der frühen Latènekultur ist bis heute allerdings in keiner Arbeit zusammenfassend behandelt worden. Erstaunlicherweise wurde auch nur in beschei­denem Maße versucht, diese wohl überhaupt reichste Fundgattung für die Forschung zu erschließen. Daß wichtige Anhaltspunkte beispielsweise für die Gliede­rung der frühkeltischen Siedlungszone zu erwarten sind, habe ich oben schon schematisch angedeutet. Ebenfalls können für die Chronologie der Frühla­­tènezeit durch das Keramikstudium grundlegende Beiträge geleistet werden. Dies möchte ich im folgen­den anhand der östlichen Töpferproduktion erläutern. Wie notwendig eine verbindliche Ordnung der Keramik ist, wird recht deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, wie viele Tongefäße tagtäglich als Zufallsfunde in unsere Museen eingeliefert werden (z. B. Taf. III). Nicht nur wenn Beifunde fehlen, sondern auch bei Vergesellschaftungen mit anderen Materi­alien, für die eine Chronologie fehlt, ist es unerläßlich durch das Tongefäß selbst einen Zeitansatz zu ge­winnen. Schließlich ist bei Siedlungsgrabungen von äußerster Bedeutung, die Keramik datierbar zu machen, da sie doch stets den häufigsten, manchmal sogar ausschließlichen Fundanteil stellt. Allgemeine Kriterien für die Keramikbestimmung sind die Merkmale der Form und Machart. Im Falle der östlichen Gefäße des älteren Abschnitts der Stufe LT A ist festzustellen, daß sie ganz wie ihre hallstä­­ttischen Vorläufer freihand aufgebaut wurden. In einzelnen Fällen möchte man allerdings vermuten, 110

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