A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1969. 2. (Szeged, 1969)

Gedai, István: Numismatische Angaben zur Frage des „Dukatus”

blosser Zufall sein und scheint die wichtige wirtschaftliche Rolle der Böször­ményen zu bezeugen. Ein anderer geldgeschichtlicher Themenkreis betrifft die Münzprägung der Dux. Diese hatten in ihrem Landesteil nämlich beinahe alle Hoheitsrechte inne und Hessen auch Geld mit ihrem eigenen Namen prägen. Doch wissen wir von den Münzen der Dux Béla und Géza nicht viel mehr, als dass sie exis­tieren. Sie wurden in László Réthys Corpus beschrieben, 3 von Bálint Hóman kurz erwähnt, 4 später von Géza Jeszenszky eingehender besprochen, 5 aber nur hinsichtlich ihres äusseren Charakters, sowie ihrer Gewichtsdaten. Aber selbst diese wurden nicht ausfährlich dargestellt. Die eindeutige Stellungnahme der bisherigen Forschung setzt bis zum An­fang des XIII. Jahrhunderts nur eine einzige Prägeanstalt voraus, zwar in Esz­tergom (Gran). Es ist aber unwahrscheinlich, dass auch das Geld der Dux hier geprägt worden wäre. Ein direkter Beweis fehlt zwar, aber man kann darauf schliessen, indem man sich zunächst auf die geschichtlichen Umstände beruft. Das Verhältnis zwischen Endre I. und dem Dux Béla war nach der Krönung Salamons in 1057 so gespannt, dass wir keine gemeinsame Prägeanstalt anneh­men können. Noch weniger konnten die miteinander im Krieg stehenden Sala­mon und Géza eine gemeinsame Prägeanstalt haben. Auch gewisse numismatische Erscheinungen setzen gesonderte Prägeanstal­ten voraus. Am wesentlichsten ist der Unterschied des Münzfusses der könig­lichen und dukalen Münzen. Endre I. Hess vier Typen prägen, er gab jährlich neue Münzen aus, wobei sich der Münzfuss änderte: CNH. I. 11. hatte 0,547 g, CNH. I. 12. 0,693 g, CNH. I. 13. 0,441 g, Béla - als Dux - Hess hingegen bis zum Ende seines Herzogtums nur Münzen eines Typus prägen — CNH. I. 15. — er erneuerte nicht jährlich und das Durchschnittsgewicht betrug 0,695 g. Ebenso ist die Lage in der Zeit von Salamon und Géza. Salamon hatte die fol­genden Gelder: CNH. I. 19. mit 0,692 g, CNH. I. 20. mit 0,483 g, CNH. I. 21. mit 0,582 g, CNH. I. 22. mit 0,496 g. Géza's Geld war hingegen CNH. I. 23, mit 0,677 g. Es ist schwierig anzunehmen, dass man in ein- und derselben Präge­anstalt nach zweierlei Münzfusse gearbeitet hätte; diese Erscheinung bestätigt also das Bestehen zweier Prägeanstalten. Wir finden auch Unterschiede — zwischen den königlichen und dukalen Geldern — in den Aufschriften der Münzen. Auf der Rückseite der Münzen von Endre I. CNH. I. 12-14. - lautet die Umschrift PANONEIA, während auf Béla's Münzen PANNÓNIA. Bei Salamon ist Sie nicht mehr eindeutig: PAN­NONENI, PANONIATERA, PANONAI, PANONIA; auf Géza's Münze ist die Form PANONAI im all-gemeinen zu finden. Der Unterschied sowie seine Untersuchung bezieht sich also auf die Münzen von Endre I. und Dux Béla. Der Name Pannónia erscheint auch auf den Münzen Peters in der Form PAN­NÓNIA. Samuel Aba und Endre I. haben: PANONEIA, Dux Béla wie er­wähnt, ebenfalls PANNÓNIA. Es ist nicht unsere Absicht, die Ursache des Unterschiedes zu ergründen, wir stellen blos fest, dass das Wort PANONEIA einen griechischen Einfluss vermuten lässt. Doch bedeutet dies bloss, das ein Münzpräger griechischer Kultur tätig war. Die griechische Form konnte selbst bei den erwähnten Herrschern nicht allgemeinen gültig gewesen sein, denn auch 3 Réthy, L.: Corpus Nummorum Hungáriáé. I. Budapest, 1902. Nrs. 15. und 23. 4 Hóman, В.: Magyar pénztörténet. Budapest, 1916. 193—194. 5 Jeszenszky, G.: A vezérek pénzverése. „Numizm. Közi." XL. (1941), 24—27. 208

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