A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1969. 2. (Szeged, 1969)
Gedai, István: Numismatische Angaben zur Frage des „Dukatus”
auf der Tihany er Stiftungsurkunde von Endre I. finden vir die lateinische Form PANNONIORVM, und auch auf dem von Mátyás Bél mitgeteilten Metallsiegel heisst es VNGARIORVM. Auch ein anderer Unterschied bei der Umschrift ist zu erwähnen, auf der Vorderseite der Münzen von Endre I. steht: + REX ANDREAS, und bei Dux Béla: + BELA DVX. In den beiden Umschriften stimmen drei Buchstaben überein: E, A, X. Bei den Buchstaben A gibt es kleine wesentliche Unterschiede, die Buchstaben E und X sind jedoch verschieden. Es ist bei Endre I. E, bzw. X, während bei Béla £ bzw. x erscheint. Die Ursache der beiden Typen erforschen wir nicht, müssen aber auf den griechischen Charakter des Buchstabens e hinweisen. Betrachten wir dies und die schon erwähnte griechische Einwirkung, so bemerken wir einen gewissen Gegensatz, weil der Buchstabe E sich mit der griechischen Form PANONEIA paart, und umgekehrt. Kurz erwähnen wir noch, dass auf den Münzen von Endre I. und Samuel Aba — bei welchen die Form PANONEIA auftritt — zuerst der Titel — REX — kommt, gefolgt vom Namen. Bei anderen Münzen erscheint der Name an erster Stelle. Auf Grund des Erwähnten können wir wohl mit Recht eine separate dukale Prägeanstalt annehmen. Es soll jedoch festgestellt werden, dass im Münzverkehr kein Unterschied nachgewiesen werden konnte. Die königlichen und dukalen Münzen waren gemeinsam im Verkehr, kommen auch in den Funden zusammen vor, zeigen also keine Absonderung. Wenn wir aber eine selbstständige Prägeanstalt der Dux annehmen, so müssen wir die Frage stellen, wo das Geld der Dux geprägt wurde. Zur Antwort müssen wir uns auf das Gewohnheitsrecht berufen, wonach die Prägeanstalt in dieser Zeit im allgemeinen in der Residenz des Münzherrn war. So mag es auch im Falle der Dux gewesen sein. Die Zentren des Ducatus waren Bihar und Nyitra und von diesen scheint Bihar bedeutender gewesen zu sein. Auch die Angabe des Anonymus betreffs Mén-Marót beweist die Vorzugslage von Bihar. Selbst wenn Mén-Marót nicht gelebt hatte, lebte dieser Ort im Bewusstsein des Anonymus als fürstliches Zentrum. Biharvár als Prägeort kann natürlich nur als Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Die aufs Ducatus bezüglichen numismatischen Angaben zusammenfassend, vermögen wir teils sagen, dass die Herzöge eine selbstständige Münzprägung besassen und ihre Münzen nicht in der königlichen Prägeanstalt geschlagen wurden; teils dass die Fundgruppierungen aus dem XIII. Jahrhundert die lebhafte finanzielle Tätigkeit eines der Völkergruppen des Ducatus betonen, 14 A Móra F. Múzeum Évk. H. 209