A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1969. 2. (Szeged, 1969)
Gedai, István: Numismatische Angaben zur Frage des „Dukatus”
A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve 1969/2 NUMIZMATISCHE ANGABEN ZUR FRAGE DES „DUKATUS" von ISTVÁN GEDAI (Ungarisches Nationalmuseum, BUDAPEST) Sowohl die ursprüngliche geographische Lage, wie auch die Völker, welche seine Einwohnerschaft bildeten, wurden von den bisherigen Forschungen 1 verhältnismässig genau festgestellt. Es umfasste das Gebiet der Komitate Bihar, Nyitra, Szabolcs, Hont, Zemplén, Nógrád, Ung, Borsóvá, Békés, Zaránd und Krassó, lag also grösstenteils in dem Landesteil jenseits der Theiss und zum kleineren Teil im Oberland des Karpatenbeckens. Seine Bevölkerung vermutet die Forschung in den, sich dem Ungartum angeschlossenen Stämmen — Székiem, Kalisen, Alanen, Bulgaren — zu finden. Der grösste Teil dieser bekannte sich zur mohammedanischen Religion, ihr ungarischer Name war „Böszörmény". Auch der Name ihres Zentrums und bedeutendsten Siedlungsortes — in der Nyirgegend — hiess Böszörmény, das heutige Hajdúböszörmény. Die Rolle der erwähnten mohammedanischen Böszörményen, — in unserer mittelalterlichen Terminologie Ismaeliten, Sarazenen — im Wirtschaftsleben des frühen ungarischen Königreichs ist allgemein bekannt; es waren unter ihnen Kaufleute, Zöllner, Geldwechsler, Münzpräger, Steuerpächter. Die öffentliche Meinung des Landes über sie finden wir im Punkt 24. der goldenen Bulle ausgedrückt, wonach die erwähnten Würdenträger „ismaélite et iudei fieri non possint . . ." Die -geographische Lage der Wohngebiete der landerobernden Ungarn blieb bis zum Tatarensturm (Mongolensturm) von 1241 im Wesentlichen unverändert. Dies ist wichtig, denn eine mit diesem Tatarensturm zusammenhängende numismatische Erscheinung scheint auf die wirtschaftliche Bedeutung der erwähnten Bevölkerung des Dukatus hinzuweisen. In der ersten Hälfte des XIII. Jh. wurde das Karpatenbecken von den, aus dem Gebiet Kärntens stammenden sog. Friesacher Denaren überschwemmt. Die in 1241 vor den Tataren versteckten Münzfunde zeigen uns den genauen Durchschnitt des damals im Verkehr befindlichen Münzmaterials. Die Verteilung dieser Funde im ganzen Lande ist jedoch nicht gleichmässig; im Gebiet der heutigen Hajdúság können wir folgende Funde beobachten: — in Hajdúböszörmény zwei, in Hajdúszoboszló und Balmazújváros je drei, in Guth, Abapuszta, Karcag, Puszta-Bánháza, Geberjen, Nagyecsed, Pátroha; Kom. Szatmár: Érszodoró, Sarmaság und Nagykerek je ein Fund. 2 Der Umstand, dass die, einen intensiveren Geldverkehr beweisende Fundgruppierung mit dem Hauptsiedlungsort der sich mit der Finanzwirtschaft des Landes beschäftigenden Bevölkerungsschichte zusammentrifft, kann nicht 1 Győrfjy, Gy.: Tanulmányok a magyar állam eredetéről. Budapest, 1959. faßt auch die Ergebnisse der bisherigen Forschungen zusammen. 2 In der Hinsicht der Übersicht der Funde vgl.: /. Gedai: Fremde Münzen des XL Jh. im Karpatenbecken. Acta Archaeologica. Tom. XXI. 1969. Fase. 1—2. 105—148. 207