A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1969. 2. (Szeged, 1969)

Csallány, Dezső: Der Schatz der Csanáden

Butául zoapan tayruyï icigi t'àsi. Das heißt: ,Buila-zupan hat die Schale gefertigt, Butaul-zupan hat sie zum Aufhängen fähig gemacht.' Für die bisherigen Forschungen war diese Inschrift die Grundlage und auch die Quelle der fehlerhaften Entzifferungen. An den Gefäßen von Nagyszentmiklós finden wir noch in 16 Fällen pun­zierte oder eingekratzte Kerbschriftzeichen, die wir nur den Regeln der tür­kischen Kerbschriftsysteme folgend, lesen können. Géza Sup ka hat 1915 folgende Bedeutung gelesen: kudatu kusan kojgan öi = ,der Darbietende verherrlicht (opfert) mit Schale (mit Kelchschüssel).' Gyula Mészáros versuchte es 1915 so zu entziffern: KuDaTu AJUKNi AJUNDuRuP ÜJ = ,freundliche Rede anrichtend sag.' So sah es 1921 Róbert Wladár: .......= ,der großen Idee Gottes. Nomine Domini.' Die internationale Fachliteratur hat bisher als Grundlage die Lösung von Gyula Németh aus dem Jahre 1932 angenommen: Bojla Caban cäriz qas — ,die Dessertschüssel von Bojla Caban.' Franz Altheim versuchte es folgendermaßen zu entziffern: Qadyu qoqunï qu(w)rayin öy = ,der Kummer vermindert die Zeit der Geselligkeit'. László Pataky und Ferenc Sinkó vermuteten 1965 und 1967, daß die ungarisch sprechenden Petschenegen folgendes eingekerbt hatten: Gélyse kis­kán pesenyüj kenész. (Gël'se kiskän pesen'üj kenés.) Meine Entzifferungen: An der Schüsel Nr 8: Bolya zapan zanadï j kan' = ,Bola saban sanader Kan'. Der Personen­name Bolya (Bol'a) kommt auch an den Krügen Nr 3 und Nr 4 vor. Er ist mit dem ,Boila' des griechisch-buchstabigen, türkischen Textes identisch. Er ist der eine der Gyula-Söhne, Mitglied des Geschlechtes Kán. Der Name szabán (saban) ist ursprünglich persisch, die Bedeutung: Ein­nehmer der Viehsteuer. Das Wort ist eine frühere Erscheinungsform von zapán­-zsupán (zapan-zupan). Szanád ist ein Dorf an der Theiß im ehemaligen Komitat Torontal und auch eine Reede. Ein Besitztum des Geschlechtes Csanád. kárí (kan') ist ein Fürstentitel. Szanag (sanag) = Szanád, eine Namensänderung der Ortschaft, die auch in einer Urkunde vorkommt (die Inschrift des Bechers Nr 11). Szabanud Bez pari и = ,Béz saban hoher Herr' (Der Krug Nr 6); atï = männlicher Verwandte, Sohn der Schwester (an dem Krug Nr 6). Béz ist ein Dorf im Komitat Csanád, ein Gut der Csanádén. Die Bézi-s schieden aus dem Geschlecht Csanád aus, dessen einer Hauptzweig sie waren. Der Name Béz findet sich auch auf der Fahne des Gefässes Nr 2 vor. El'e-pek nag'idis = "dem -großen Herrn El'e-beg" (Auf dem Krug Nr 5.). Elye (Y — ungarisches „ly") war vor dem Tatarenzug in Ungarn ein Dorf im Komitat Bodrog. idi = (ungarisch) ,ur' = Herr, ein osttürkisches Wort. nag'idi = ungarisch: ,nagyur' = hoher Herr. Eine Mischung eines unga­rischen und eines türkischen Wortes. Batanad-edez = ,es gehört dem Herrn von Batanad' (auf der Schale Nr 15 und 16). 202

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