A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1969. 2. (Szeged, 1969)
Csallány, Dezső: Der Schatz der Csanáden
Batana ist ein Dorf Tm ehemaligen Komitat Csanád, (heute Komitat Békés) das durch Vereinigung der Dörfer Bat und Anya entstand. Es ist der Name des heutigen Dorfes Battonya vor dem Mongolensturm. ede/z^idils: sie scheinen Variante eines türkischen Wortes zu sein; sie bedeuten: Herr. Schon früher publizierte ich von Battonya einen Ring mit Kerbschrift aus der Arpadenzeit. Die Schrift zeigt ein von Nagyszentmiklós abweichendes türkisches Schriftsystem. Sapak, an der Schale Nr 10. = Sápak. Sáp ist ein Gut der Csanádén im tat Csanád. pan' и Pat-aljan = , (großer) Herr Bat-aljan' (Kelch Nr 23). Ein Dorf im Komitat Bodrog, welches man auch Patala nannte. Die Inschrift Botaul, mit den griechischen Buchstaben der Schale Nr 21 ist mit dem obigen Ortsnamen Bot-alj ~ Bat-alj identisch. Die Nachfolger Gyula Németh-s brachten die Inschrift (Schale Nr 21 des Schmuckes aus Nagyszentmiklós) auf Grund des fehlerhaft gelesenen ,Bota-ul'-> es mit dem Petschenegenfürsten und seinem Sohn (IX.—X. Jh.) in Zusammenhang. Statt ,ogul' kommen in den Inschriften nirgends ,uP vor. Auf Grund des Kerbschrifttextes finden wir nicht den Namen ,Bota', sondern die Form ,Bot ~ Bat'. Diese letzte Form aber kann man nicht mit dem petschenegischen Fürsten aus dem IX. Jahrhundert in Zusammenhang bringen, sondern nur mit dem Herrn einer Ortschaft (XI—XII. Jh.) des Komitates Bodrog. Auf Grund der fehlerhaften Lesart „Boila" haben N. Mawrodinow und seine Mitarbeiter die Kerbschrift der Schale Nr 21 für protobulgarisch-türkisch erklärt und reihten sie in das IX. Jahrhundert ein. Den Personennamen BoPa kann man aber nicht mit einer bulgarischen Hofwürde substituieren. Im XI. Jahrhundert hatte die Form „il" den Laut „1" festgestellt. Die Folge der fehlerhaften Lesart war, daß man den Schatz aus Nagyszentmiklós für die eigene Volkshinterlassenschaft der Petschenegen, beziehungsweise der Donaubulgaren, hielt. An den Schalen Nr 9—10, an dem Trinkhorn Nr 17, an den Bechern Nr 22—23 finden wir eine punktierte Kerbschrift mit demselben Text. Sunädok zaok — , der Geschenkanteil des Geschlechtes (Stammes) Sunad (= Csanád). Der Familienname Sunad ist die Form von Csanád im XL Jahrhundert, welche zahlreiche Urkunden dokumentieren. ok = bedeutet ,PfeiF, ,Stamm, Geschlecht'. In der Literatur der türkischen Kerbschrift ist die Form des Pfeiles das Stammeszeichen der Onogurstämme. Eine Ideogramme, sie kommt nicht nur in den Inschriften von Nagyszentmiklós vor, sondern auch in der szeklerischen Kerbschrift. Hier entwickelte sich durch den Einfluß der lateinischen Schrift das velare "k"-Zeichen in ein "c". Den Ausdruck zaok (Geschenkanteil) übernahm ich aus den türkischen Wörterbüchern. Das pfeilförmige Stammeszeichen — als Kennzeichen der Türkenstämme — ist zwischen den Löwenwappen auch auf den Wappen der Stämme Tétény und Ajtony vorhanden, das heißt, sie waren auch türkische Stämme. * 203