Nagy Gyula: Parasztélet a vásárhelyi pusztán (A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 4. Békéscsaba, 1975)
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Es meldet sich schon bei den Aufschriften ihrer Weingefäße die dichterische Begabung, aber noch eine viel charakteristischere Äußerung ist die Betyarendichtung. In dem vergangenen Jahrhundert lebten in dieser Gegend ziemlich viele Betyárén, deren Gestalt die Phantasie des Volkes auch heutzutage noch immer anregend beschäftigt. Ihre Tätigkeit wurde mit Zuneigung begleitet, sie wurden für starke, geschickte, tapfere, gerechte Leute gehalten, obwohl der Staat sie als Verbrecher behandelte. In dem Kapitel werden mehrere Betyarengeschichten und einige Lieder aus der reichen Sammlung vorgelegt. Das XI. Kapitel faßt die großen Ereignisse des Zusammenlebens, die Riten die mit der Geburt, Taufe, Eheschließung, Hochzeit sowie dem Tod und Begräbnis zusammenhängen und die Vorschriften des menschlichen Benehmens zusammen. Bei der Generation die vor dem ersten Weltkrieg lebte, waren die kinderreichen Familien noch gewöhnlich, die Regelung der Geburte verbreitete sich erst im 20. Jh. Das Neugeborene wurde im allgemeinen mit Freude empfangen. Aber jenes Mädchen das schon ein Kind hatte wurde von einem älteren Mann oder Witwer geheiratet. Da es in einer Ehe die Geburt oft vorkam, machte man davon kein großes Problem und es war nicht selten, daß die Frau ihr Kind während der Arbeit gebar. Wenn dies auf dem Feld geschah, brachte sie das Neugeborene in ihrer Schürze heim. Wenn die schwangere Frau etwas begehrte, mußte man ihren Wunsch erfüllen. Man freute sich gewöhnlich über die Jungen besser. Die Kleider des Säuglings wurden von den Müttern sorgfältig vorbereitet. Die Hebamme war schon ab Ende des vorigen Jh.s auf der Pußta tätig, sie hilft gewöhnlich bei der Entbindung. Die Entbindung erfolgte im Bett, auf dem Stuhl, auf der Bank sitzend oder knieend. Viele Volksglauben waren in Verbindung mit der Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt im Gebrauch. Man hat das Kleine am meisten bis zur Taufe von dem schädlichen Einfluss der bösen Geister bewahren sollen. Bei den Wohlhabenden war die Taufe ein sehr großes Fest mit vorgeschriebener Speisenfolge : Lammpaprikasch, Quarkkuchen und Strudel sowie Schlüsselkuchen, wie bei den Hochzeiten gebräuchlich ist. Für Taufpaten lud man nicht die Geschwister, sondern die guten Freunde von gleichem Alter ein. Vor der Mitte des 19. Jh.s wurden mehrere Paare auf einmal als Taufpaten ersucht. Es kam vor, daß wohlhabende Bauern — ihrer Unterstützung erhoffend — als Taufpaten von armen Familien ersucht waren. Das Patenkind bekam von den Taufpaten als Geschenk seine erste Schulausrüstung, anläßlich der Firmung Geld und Bekleidung. Das Hochzeitsgeschenk war noch reichlicher: (z. B. das Brautkleid). Die Wöchnerin wurde mit Huhn, Gans beschenkt. Die Vorbereitung auf die Ehe, deren erster Schritt die sexuelle Aufklärung war, lief spontan ab. Die reifere Jugend konnte oft die Brunst der Tiere beobachten und fand sich ziemlich früh von sich selbst in den biologischen Problemen zurecht. Obwohl die Mütter auf ihre Töchter sehr achteten, wurden die Jugendlichen durch die Koedukation in der Schule, bei der gemeinsamen Arbeit, durch die gesellschaftlichen Zusammenkünfte näher zusammengeführt. Die Schicklichkeit und die Moral forderte von den Mädchen zurückhaltendes Benehmen. Die Bewahrung der Jungfernschaft war grundsätzliche Forderung. Wenn die Jugendlichen einander zuneigten, dann ging der Jüngling zu den Eltern des Mädchens und bat er sie um Erlaubnis, sie öfters besuchen zu dürfen. Das bedeutete schon ernste Absichte, denn nach einigen Wochen konnte schon der Brautwerber erwartet werden und die Verlobung fand statt. Der Wunsch der Jugendlichen wurde meistens von den Eltern erfüllt, wenn sie keine materiellen Einwendungen hatten. Zuallererst bestanden die wohlhabenden Familien darauf, daß das gewählte Ehepartner auch bemittelt sein soll. Anläßlich der Verlobung vereinbarten sie sich genau über die finanziellen Fragen. Im vergangenen Jahrhundert kam es oft vor, daß man nach der Verlobung noch 1—2 Jahre auf die Eheschließung wartete, aber diese Zeitdauer wurde jetzt schon ganz gekürzt. Die Hochzeit war das mit allem Glanz gefeierte Ereignis des Lebens auch in der Pußta , 661