Nagy Gyula: Parasztélet a vásárhelyi pusztán (A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 4. Békéscsaba, 1975)

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so ist es selbstverständlich, daß sie lange Vorbereitungen forderte. Die Sicherung des Es­sens und Trinkens, die Bekleidung, die Brautausstattung, die offizielle Zeremonie, das Auswählen der Gäste bereitete viel Sorge. Die Hochzeit wurde am meisten in dem Haus des Bräutigams, selten im Gasthaus, öfters im Lesekreis gehalten. Mitternach zogen alle zum Haus des Bräutigams oder der Braut hinüber. Die meisten Hochzeite wurden Ende Herbst oder im Winter gefeiert, aber nie im April. Die Einladungen wurden von dem Braut­führen mit den direkt auf diesen Anlaß gedichteten Versen abgewickelt. Vor der Hochzeit war noch der Abschied vom Junggesellenleben üblich. Vor der Hochzeit fuhren sie mit aufgeschmückten Pferdewagen für die Brautausstattung und lieferten sie mit feierlicher Zeremonie zum Brauthaus. Diese Lieferung der Brautausstat­tung war eine der wichtigsten Momente des Hochzeitsritus. In der Hochzeitszeremonie sind noch gar viele Elemente des Frauenmarktes als Ansatz der Scherzspiele auffindbar (z. B. das Verstecken der Braut, Knallen im Festzug, das Umkleiden der Bsaut). Die Zeremonie wird durch das Verabschieden und durch den Brauttanz beendet. Selbst die Hochzeitsgelage reicht in den nächsten Tag hinüber. Die Leute die das Hochzeitsamt bekleiden sind Blut­verwandte oder „Kunst"-verwandte. Die Speisefolge ist örtlich konventionell bestimmt, aber in hundert Jahren veränderte sie sich inhaltlich zwei oder dreimal. Der Tod wird als natürlicher Zubehör des Lebens betrachtet. Die Alten bereiten schon im voraus ihre Totenkleider vor, sie wählen den Platz ihres Grabes aus und machen ihre Test5ment. Zu dem Schwerkranken wird der Geistliche gerufen um die Totenzeremonie zu versehen. Die von Vásárhely entstammten erinnern sich noch daran, daß der Sterbende einst auf die Erde gebettet worden war. Dem Toten wurde, — seinem Wunsch nach, — eine seiner Lieblingssachen beigelegt (Pfeife, Tabaksbeutel u. s. w.). Am Vortag des Begräbnisses kamen die Totenschauer zu Besuch, das galt als Ehrenbezeugung. Einst war der Verstorbene von Klageweibern beweint worden. Neuerlich läßt man Traueranzeige machen. Das Begräbnis lief noch heute laut der Zeremonie irgendeiner Kirche ab. Auf der Pußta waren drei Friedhöfe zu finden. In jeden ließen sich zu verschiedenen Religionen gehörige begraben. In die Mitte des Grabes wurde der Gatte, in die Seitenvertiefung die Gattin gelegt. Am Abend nach dem Begräbnis wird ein Trauermahl mit stillem Trinken gehalten. Im XII. Kapitel wird der rLebenslauf von fünf typischen Pußtabewohnern behandelt. Máté Gregus (1861—1938) ist das Vorbild des aufstrebenden, neurer, organisatorischen Bauers. Er kauft und verkauft Felder, vom Besitzlosen wird er wohlhabender Bauer, dane­ben ist er als Einführer der modernen Wirtschaft bekannt. Im vorigen Jahrhundert wurde hier extensives Wirtschaften, mit einseitigem Weizen und Maisanbau geführt. Die wertlosen Felder wurden von Gregus mit Obstbäumen eingepflanzt, die Umgebung wurde durch seine sechzigtausend Setzlinge versorgt. Es wurde Gärtnerei zustande gebracht, veredelte Tierar­ten gezüchtet, Genossenschaft für Konsumgüter gegründet, Tierarzt besorgt. Er versuchte alles mögliche, sogar eine Eisenbahnstation zu erstreiten. Peter Karasz (1897—1938) war schon einseitiger, mit besserem Handelsgefühl, aber mit weniger Begabung für die Neuerung in der Produktion. Er war der erste unter den Pußtaleuten der über Dreschmaschine, Fahrrad und Radio verfügte. Er versuchte seine schlechten Felder zweckmäßig zu verbessern. Er war keine gewinnende. Persönlichkeit. Die Organisierung war seine „starke Seite". Es wurden von ihm Kurse für Bauern eingeleitet, Studienausflüge, Genossenschaft für Konsumgüter, Lesekreis organisiert. Er hielt Vorle­sungen im Radio, war in der Leitung der Gemeinde tätig. Er setzte sich als Kandidat in die Wahlkämpfe ein und kämpfte fest für das Bauerntum. Er war der Haupterreger des erwähn­ten Schriftsteller —Bauerntreffens. Er starb jung im Blinddarmentzündung. Takaros Maczelka (1868—1940) ist ein ganz anderer Typ. Er wurde durch die genaue bis zum Äußersten getriebene Arbeit, durch die sorgfältige aber ganz selbstbezweckte 662

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