Ujváry Zoltán: Gömöri népdalok és népballadák (A miskolci Herman Ottó Múzeum néprajzi kiadványai 8. Miskolc, 1965)

Weltkrieg. Es tut gut festzustellen, dass auf dem Gebiet der Untersuchung von unga­rischen Volkstraditionen in Rumänien und Jugoslawien ausgezeichnete Ergebnisse vor­liegen. Als Resultat dieser Forschungsarbeit erschienen zahlreiche Publikationen. Wenn man dagegen die dritte grosse Gruppe der im Ausland lebenden Ungarn betrachtet, und zwar die Ungarn in der Tschechoslowakei, dann dürfen wir mit nicht geringer Resignation von den Forschungen in der Volksdichtung berichten. Bei der Entdeckung der Volkskultur der Ungarn, die auf einem beachtlichen Gebiet längs der gesamten Grenze leben, kam es in den vergangenen Jahrzehnten kaum zu einem Ergeb­nis, das seinen Niederschlag in einer Publikation gefunden hätte. Es gibt zwar Nach­richten über verschiedene Sammlungen, doch erwecken die Publikationsmöglichkeiten sowie die Bedingungen für die fachgerechte Aufarbeitung des Materials einige Beden­ken. Es liegt ja auch auf der Hand, dass es den begeisterten autodidaktischen Sammlern kaum möglich ist, die Volkstraditionen von mehr als einer halben Million Ungarn mit wissenschaftlicher Tiefe aufzudecken. Es macht sich daher dringend notwendig — dem rumänischen und dem jugoslawischen Beispiel folgend —, im Rahmen einer wissen­schaftlichen Institution eine Gruppe zur Erforschung ungarischer Volkstraditionen zu schaffen. Im vorliegenden Band stelle ich das Volksliedmaterial nach 12 Gesichtspunkten gruppiert vor. Diese sind wie folgt: 1. Kinderspiellieder, 2. Liebes- und Hochzeitslieder, 3. Soldatenlieder, 4. Hirten- und Betjarenlieder, 5. Dienst-, Tagelöhner- und Erntelie­der, 6. Klage- und Trauerlieder, Lieder über Amerika, 7. Politische Lieder, 8. Markt­und Bettlerlieder, Nachtwächterlieder, 9. Lustige Lieder, 10. Balladen, 11. Die Ballade der Märtyrer von Arad, 12. Bethlehem-Spiele, Weihnachtslieder und Grussgesänge. Ich möchte hier betonen, dass diese Gruppierung nicht im Leben des Liederschatzes, bzw. nicht in dessen Funktion wurzelt. Eine Einteilung des Materials nach Themen­kreisen dient im Grunde nur dem praktischen Zweck teils für die wissenscahftliche Un­tersuchung teils für den interessierten Leser. Ein Folklorist, der lange Zeit in der dörf­lichen Gemeinschaft zugebracht hat und bei den verschiedenen Anlässen zum Singen zugegen war, und insbesondere ein Forscher, der im bäuerlichen Milieu aufgewachsen ist, weiss am besten, dass sich im Alltag die Lieder weder nach Themen noch nach Anlässen durch so scharfe Grenzen voneinander unterscheiden lassen, wie diese vom Sammler nach der Erfassung gezogen werden. In der vorliegenden Kollektion sind mehr als 300 Weisen zusammengestellt. Ich muss hier erwähnen, dass ich in einigen Fällen — und dies hauptsächlich in der Gruppe der Balladen — ähnliche Weisen wiederhole. Wie allgemein bakannt ist, werden auf eine Melodie häufig zahlreiche — auch thematisch unterschiedliche — Texte gesungen. Wenn wir hier nur diejenigen Lieder vorstellten, die sich in der Melodie voneinander unterscheiden, dann könnte nur ein Teil des Liederschatzes mitgeteilt werden, und wir könnten kaum ein richtiges Bild von der Volksdichtung unserer Gegend liefern. Von folkloristischem Gesichtspunkt her halte ich es für ausserordentlich wichtig, hier auch die Lieder- und Balladentexte mitzuteilen, denn die Texte tragen auch ohne Melodie dazu bei, die geographische Verbreitung eines Liedes oder einer Ballade zu bestimmen. Doch die Lied- und Balladentexte sind nicht nur ein Beispiel für ihr Bekanntsein auf 135

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