A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 39. (2000)
KALICZ Nándor– S. KOÓS Judit: Település a legkorábbi újkőkori sírokkal Északkelet-Magyarországról
vermutlich die seltenen und deswegen wertvolle Spondylusperlen nachahmten. In 3 Gräber wurden kleine Gefäßchen niedergelegt (Abb. 8, 1-3). In Mezőkövesd als bemerkwertest bewies sich das Vorkommen der Spondylus-Schmucksachen, die aus 9 Gräbern ans Tageslicht gekommen sind (Abb. 7, 1-15). Wohlbekannt ist über die Spondylus-Schmucksachen, daß sie vom Ägäischen und Adriatischen Meer stammten. Schon in dieser frühen Phase des Neolithikums kamen Verbindungssysteme zustande, die ausgedehnte und weite Gebiete umfaßt hatten. Der Gebrauch des Spondylus war in allen drei Fundorten der Szatmár-Gruppe (Tiszalúc, Füzesabony, Mezőkövesd) festgestellt werden. Das früheste Erscheinen des Spondylus im Karpatenbecken war schon im Frühneolithikum, d. h. während der Körös-Kultur festgestellt (BANNER 1932, 3-4, 45; MAKKAY 1990, 23-27, und Abb. 4, 3; SEFERIADES 1995, 239, und Abb. 6). Die Entwicklung der fernen Verbindungen ist aber nicht überraschend, weil das Obsidian (Tokaj-Zemplén-Gebirge, Melos-Insel) unter den fremden Rohmaterialen während des ganzen Neolithikums, und zwar in der vorneolithischen Zeit, in weiten Gebieten eine beliebte Steinart war (WILLMS 1983). Unser Fundort befindet sich an einem Vermittlersweg des Obsidian-Steinrohmaterials. Die lokale Bearbeitung des Steines werden durch die ObsidianknoUen, Nuclei und die großzähligen Werkstattssplitter belegt. Zu den sakralen Funden gehören die kleineren-größeren, niedrigen viereckigen Altäre mit vier Füßen, die kleinen Tonstatuetten (bzw. ihre Bruchstücke), die vor allem Frauen- und seltener Tierfiguren nachahmten. Mehr als 30 Stücke sind ans Tageslicht gekommen (Abb. 9-10). Manchmal haben wir auf den Figuren die Spuren der roten Bemalung festgestellt. Es scheint eine kleine Statuette als ein unikales Exemplar zu sein, das einen flachen dreieckigen Menschenkopf und Tierkörper hat (Abb. 10, 5). Diese Figur könnte vielleicht als Vorläufer der späteren Kentaur-Darstellungen betrachtet werden. (Natürlich war das Tier in diesem Falle noch nicht das Pferd gewesen). Das Fundmaterial vertritt die älteste oder formative Phase der AlföldLinienbandkeramik, die als Szatmár-Gruppe bekannt wurde. Die feine und grobe Keramik war stark mit Spreu gemagert. Die Ritzverzierungen werden bestimmt von den der klassischen Phase der Alföld-Linienbandkeramik unterscheiden (Abb. 13-15). Vorhanden ist auch die Gefäßbemalung mit dunkler Farbe. Es ist festzustellen, daß das nur auf diese Phase kennzeichnende sgn. „Perlenmuster" der Bemalung hier häufig war (Abb. 12). Auf den größeren Haushaltgefäßen ist die mit Schlickwurf ausgeführte Oberfläche allgemein (Abb. 15). Mit ungewöhnlicher Häufigkeit sind die flachen Knochenlöffel vorgekommen, die als weiterentwickelte Variationen der Spatulen der Körös-Kultur betrachtet werden können (Abb. 11). Über die chronologische Lage unseres Fundortes können wichtige Folgerungen auf Grund der 14 C-Datierung gezogen werden. Die 14 C Untersuchungen hat E. Hertelendi in Debrecen durchgeführt, dem wir die uns übergegebenen unpublizierten Ergebnisse dieswegs bedanken. Die Ergebnisse sind im folgenden zusammengefaßt: Die zweifelsohne richtig scheinenden 13 Daten entsprechen den Jahreszahlen aus dem 6. Jahrtausend v.Chr. die für ähnliche neolithische Komplexe zu erwarten sind. Diese Daten schwanken mit einer Ausnahme zwischen 5457-5385 und 5210-4999 v.Chr. Die meisten Werte geben den Durchschnitt um 5400-5250 v.Chr. Eine aus dem Mittelwert ein wenig ausregende hohe Jahreszahl erschien nur in einem Fall, mit dem Wert 55825457 v.Chr. Diese Probe haben wir aus den verkohlten Resten eines Pfostens entnommen, die in einer Pfostengrube gefunden wurde. Es ist vorstellbar, daß wir in diesem Falle auf die Reste eines aus langlebigem Baum hergestellten Pfosten stoßen. Alle hier erwähnten calibrierten Daten entsprechen dem Übergang von Frühneolithikum 75