A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 39. (2000)
KALICZ Nándor– S. KOÓS Judit: Település a legkorábbi újkőkori sírokkal Északkelet-Magyarországról
der Stadt Mezőkövesd (Nordungarn) 1994 haben wir eine Siedlung und Bestattungen der Szatmár-Gruppe erschlossen (KALICZ-KOÓS 1997a, 125-135; dies. 1997b, 28-33). Alleinstehend sind die siedlungsgeschichtlichen Ergebnisse der Ausgrabung. Auf dem Fundort konnten wir eine Fläche von etwa 5000 m 2 durchforschen. Diese Fundstelle gehört zu den kleinen Siedlungen aus dem Frühabschnitt des Neolithikums. Es soll betont werden, daß es in Mezőkövesd zum erstenmal aus dieser Epoche richtige Wohnobjekte ausgraben gelungen ist. Wir haben die Überreste großräumiger abgebrannter Wohnhäuser gefunden, die auf die Erdoberfläche mit Pfostenkonstruktion gebaut worden waren. Die kleine Siedlung d. h das kleine Dörfchen bestand aus 3 Häusern, die nahe zu nebeneinander errichtet waren (KALICZ-KOÓS 1997a, Abb. 2). Es wurde uns klar bewiesen, daß man schon vom Anfang des Neolithikums mit auf die Erdoberfläche gebauten Häusern gerechnet werden muß. Der Mythos der verschiedenen kleineren oder größeren Grubenhäuser, der heutzutage bei einigen Forschern noch im Gebrauch ist - widersprechend dem, was schon theorethisch gemeint und erwartet war wurde in Nichts zerrinnen. Die Bedeutung der Ausgrabung wird durch die verhältnismäßig hohe Zahl der Bestattungen sich gesteigert. In dieser frühen Epoche des Neolithikums kennen wir in Ungarn überhaupt keine von den Siedlungen getrennten Gräberfelder. Dieselbe Regelmäßigkeit kam auch in Mezőkövesd zur Geltung. Obwohl die Gräber innerhalb der Siedlungsstelle sich befanden, kamen doch die Anzeichen der Gruppierung von Bestattungen vor, und es ist angenommen werden, daß der Platz der Toten längere Zeit lang für Besiedlungszwecke nicht gebraucht war. Mit Ausnahme eines Säuglings und eines kleinen Kindes waren alle Gräber außerhalb des Bereiches der Häuser niedergelassen, die von Osten-Südosten-Süd das Zentrum der Siedlung d. h. die kleine Hausgruppe umgeben hatten (Abb. 3). In einigen Fällen konnte auch die Gruppierung der Gräber festgestellt werden. Das Hauptmerkmal des Bestattungsritus wird dadurch betont, daß die Beisetzung der Toten, mit drei Ausnahmen, in der Hauptrichtung SONW (natürlich mit kleineren Abweichungen gegen Osten und Süden) geschah. Die Hauptorientierung SO-NW und die linkseitige Lage war so verbreitet, daß diese Tendenz schon in der frühestneolithischen Körös-Kultur erschien, und dieser Totenbrauch kam bei den späteren Gruppen der Alföld-Linienbandkeramik bis zum Ende des mittleren Neolithikums zur Geltung. Bei einer Bestattung in Mezőkövesd konnten wir feststellen, daß der Schädel mit Okkerfarbe bemalt war. Diese Bestattung war auch deswegen außergewöhnlich, da das Skelett bei den Beckenknochen in zwei Teile gechnitten war und wurden die getrennten Körperteile in zwei nebeneinander hegende Gruben gelegt. Die Verwendung der roten Okkerfarbe im Totenbrauch war eine weltverbreitete und wohlbekannte Sitte im ganzen Neolithikum und schon früher erschien diese Sitte bei den Bestattungen. Die rote Farbe, als Symbol des Lebens gehörte zweiffellos zur sakralen Sphäre. Die Statuetten, Altäre und besondere Gefäße, die mit roter Farbe bemalt waren, geben gute Beispiele zur Bestätigung dieser Annahme. Ahnliche sakrale Gegenstände haben wir auch auf unserem Fundort mehrmal gefunden. Das Rohmaterial der Okkerfarbe und die Reste dieser Farbe wurden vielmal in den Siedlungsobjekten von Mezőkövesd gefunden. In der Tiefebene war eine Seltenheit des Gebrauches von Grabbeigaben während des ganzen frühen und mittleren Neolithikums kennzeichnend. In unserem Fundort konnten wir in 12 Fallen Beigaben, d. h. Funde erfahren. Die Schmuksachen sind nämlich nicht zu den Beigaben gerechnet werden, sondern sind sie als Zubehöre der Tracht gemeint. In einem Grab wurden Tonperlen gefunden (Abb. 8, 4-6), die 74