A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 38. (1999)

CSÍKI Tamás: A miskolci izraelita kis- és középpolgárság a két világháború közötti időszakban

DIE MISKOLCER ISRAELITISCHE KLEIN- UND MITTELBÜRGERSCHAFT IN DER ZEIT ZWISCHEN DEN ZWEI WELTKRIEGEN Diese Studie suchte - an die im vorhergehenden Band des Jahrbuches erschienenen Schriften anknüpfend, die die wirtschaftliche Rolle der unternehmerischen Miskolcer israelitischen Bürgerschaft in der Zeit des Dualismus und deren Stellung in den verschiedenen Zweigen der einzelnen Gewerbebranchen und des Handels untersuchte - eine Antwort darauf, wie sich dies in der veränderlichen wirtschaftlichen und politischen Atmosphäre der Jahre um 1920 und '30 modifizierte. Wie wurden die Möglichkeiten der israelitischen Klein- und Mittelbürgerschaft nach dem Zerfall des historischen Ungarns durch die Modifizierung der Wirtschaftsstruktur der Ortschaft, die in eine vollkommen andere marktmäßige Umgebung geriet, beeinflusst, welche Folgen hatte die Weltwirtschaftskrise auf die gesellschaftliche Lage des Judentums und auf welche Weise führte die sich ab Ende der 30-er Jahre verstärkende Serie politischer Diskriminierungen zum völligen finanziellen-existentialen Bankrott einer breiten Schicht der Glaubensgemeinschaft. Die einleitenden Kapitel der Studie untersuchen - anhand von Unternehmenstatistiken - einige Eigenheiten der Entwicklung des Gewerbe- und Handelslebens von Miskolc. Im Gewerbe modifizierten sich die aus den vorhergehenden Jahrzehnten geerbten Mißverhältnisse ein wenig: gemäß der Zahl der Beschäftigten verringerte sich die Rolle der Eisen- und Metallindustrie, sowie des Maschinenbaus, was sich allerdings mit dem Wachstum der Baumaterialindustrie, in geringem maße der Holzindustrie, sowie der Lebensmittelindustrie und nicht mit dem Aufschwung der Verbraucherindustrien, bzw. der neueren, moderneren Industriezweige paarte. (Nebenbei blieb die Überlegenheit des Kleingewerbes zwischen den beiden Weltkriegen bis zum Ende bestehen.) Beim Handel nahm in den 20-er Jahren die Rolle des Ladenhandels zu, vor allen Dingen der Handel mit Industrieartikeln, was mit der Erstärkung der Spezialisierung einherging und auch eine Beschleunigung der Konzentration zur Folge hatte, aber in den folgenden Jahrzehnten brachen diese Tendenzen durch die Wirkung der Weltwirtschaftskrise ab; der Anteil der über kein Geschäft Verfügenden stieg an, erneut trat die wachsende Zahl der sich mit landwirtschaftlicher Ware und Rohstoffen Beschäftigenden in den Vordergrund, was eine Zunahme des anachronistischen, weniger differenzierten Kleinhandels verursachte. Die folgenden Kapitel untersuchen die israelitischen Gewerbebetreibenden und Händler. Innerhalb der Industrie blieben in erster Linie diejenigen Zweige kleingewerblich (z.B. das Lebensmittel-, Bekleidungs- und Gaststättengewerbe), in denen der Anteil der Juden traditionsgemäß groß war (unter den Schneidern, Schustern, Bäckern, Fleischern, Schenk- und Gastwirten), dadurch bewahrten diese Gewerbetreibenden in den 20-er Jahren ihre Stabilität und neben diesen wuchs auch die Zahl der Schlosser und Klempner, bzw. - die Konjunktur der Bauindustrie ausnutzend ­der Tischler und Tapezierer usw. Bei den israelitischen Händlern wurde in den 20-er Jahren die Rolle des Handels mit landwirtschaftlichen Produkten, Rohstoffen, mit Heiz- und Baumaterial (was immer mehr zum Profil der Großhändler gehörte) bedeutungsloser, dagegen nahm der Handel mit Industrieartikeln zu (in erster Linie durch das Anwachsen der Zahl der Handarbeits­und Kurzwaren-, der Bekleidungs- und Modeartikelhändler) und da in erster Linie diese eine Verbreitung des Fachhandels, der moderneren Geschäftsführung ermöglichten, 874

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