A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 37. (1999)

LOVÁSZ Emese: Hun és germán jellegű leletek Borsod megyében

RÖVIDÍTÉSEK Acta ArchHung Acta Archaelogica Academiae Scientiarum Hungaricae (Budapest) AÉ Archaeologiai Értesítő (Budapest) ArchHung Archaeologia Hungarica (Budapest) ComArchHung Communicationes Archaeologicae Hungáriáé (Budapest) HOMÉvk. Herman Ottó Múzeum Évkönyve (Miskolc) JAMÉ Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (Pécs) MFMÉ Móra Ferenc Múzeum Évkönyve (Szeged) RégFüz Régészeti Füzetek (Budapest) HUNNISCHE UND GERMANISCHE FUNDE IM KOMITAT BORSOD Am Fundort Nr. 6 am Autobahnabschnitt entlang des Komitats Borsod-Abaúj­Zemplén wurde eine aus drei Bestattungen bestehende Gräbergruppe entdeckt, die auf das 5. Jahrhundert n.Chr. zu datieren ist. Während der Aufdeckungsarbeiten in dem großen Neolithgebiet zeichneten sich auf einem schon zuvor abgestutzten und leer anmutenden Abschnitt nach einem plötzlichen Regenschauer zwei Gräber ab, da die hier irgendwann einmal aufgewühlte Erde die Feuchtigkeit besser gehalten hatte. Nachdem wir die beiden Gräber aufgedeckt hatten, stießen wir durch methodisches Vorgehen in 16 km Entfernung auf ein drittes. Aufgrund der archäologischen Funde kann diese Gräbergruppe auf das 5. Jahrhundert n.Chr. datiert werden. Es handelt sich hierbei um ein typisches Familiengrab, in dem eine ältere Frau und zwei kleine Kinder bestattet worden waren. Sie lagen alle in der gleichen Richtung von Nordosten nach Südwesten. Aus dem Grab Nr. 1 kamen aus einer Tiefe von 160 cm neben den Knochenüberbleibseln eines drei bis 5 Jahre alten Kindes die für die „Hunnenzeit" typischen Bekleidungsobjekte zum Vorschein, so z.B. aus Silber gegossene, kleine runde Schnallen, die als Riemenhalterung dienten. Wahrscheinlich befand sich die größere unter diesen am Gürtel und die beiden kleineren an den Schuhen oder Stiefelchen. Vom Gürtelende stammte wahrscheinlich auch die zierliche Silberverzierung. Zu dem Ensemble gehörte auch der goldene, sich zu den Enden hin verjüngende, hörnchenförmige Haarreif. Er war nicht aus purem Gold, wie das Eisenoxid verrät, das aus einem Riss in der Mitte hervortritt. Die dünne Goldplatte war auf das bronzene „Hörnchen" aufgehämmert. Im Grab Nr. 2 deckten wir in einer Tiefe von 200 cm ein unberührtes weibliches Skelett auf. Es lag gestreckt auf dem Rücken in der recht schmalen Grube. Spuren, die auf einen Sarg schließen ließen, konnte.n wir nicht entdecken. Die leicht angezogenen Schultern weisen darauf hin, dass der Leichnam in Textil, Leder oder eine Schilfmatte eingewickelt bestattet worden war. An beiden Ohren trug sie ein polyedrisches Ohrgehänge mit grünen Glasintarsien. Das Gehänge muss in ähnlicher Weise gefertigt 264

Next

/
Oldalképek
Tartalom