A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 37. (1999)

LOVÁSZ Emese: Hun és germán jellegű leletek Borsod megyében

worden sein wie der Haarreif des Kindes, indem ein bronzener Reif in meisterhafter Weise mit einer dünnen Goldplatte verkleidet wurde. Die feinen Körbe des Ohrschmuckes wurden durch den Druck der Ohren beschädigt. Die in zwei-drei Reihen um den Hals liegenden Perlen, die in dem tonhaltigen Boden meist schon zerfallen waren, mögen als Schmuck am Hemd angenäht gewesen sein. Unter beiden Schultern befanden sich rund 20 cm lange Fibeln aus Goldblech, das zu einem Halbkreis geschmiedet war. Diese Gewandspangen schmücken seitliche Verstärkungsleisten mit feuervergoldeten, bronzenen Knöpfen und ein aus der Mitte des Kopfblattes herausragender Vogelkopf, hinter dem nach hinten weisende, am Rand gepunzte Imitationen von Vogelschwingen zu sehen sind. Am Bügel sowie am Kopf und an den Füßen konnten wir die nicht mehr zu rettenden, zerstaubten Überreste einer palmettenverzierten, vergoldeten Silberplatte entdecken. Unter der rechten Spange befanden sich sechs größere grüne und blaue Perlen. Der Frauenleichnam trug an beiden Armen Armreifen aus purem Silber, die sich zu den Enden verdickten und an der einen Hand einen bronzenen Ring, auf dem ein springendes Tier eingraviert war, und an der anderen einen Silberring mit einer Pasteneilange. An der Hüfte fanden wir eine massiv silberne Gürtelschnalle und deren verkleinertes Gegenstück am linken Knöchel. Am linken Handgelenk befanden sich ein eisernes Messer, einige Perlen und ein zerbrochener Weissmetallspiegel mit glänzender Rückseite. In der nach den Aufdeckungen offen gebliebenen Grube stürzten die Wände ein und dabei stießen wir in einer kleinen Nische auf einen Henkelkrug und ein paar Lämmerknochen. Im Grab Nr. 3 war ein etwa fünf bis sechs Jahre altes Kind bestattet, das auffallend krumme Beine und einen übergroßen Kopf hatte. Neben dem Skelett lagen ein silberner Haarreif und ein graues getöpfertes Gefäß. Die in den beiden Kindergräbern entdeckten Gegenstände (Haarreifen, Gürtelverzierungen) kommen in hunnischen und alanischen Funden in großer Zahl vor. Ihre Trachten wurden von den Gépiden und anderen Germanen übernommen. Über die Hunnen und Alanen verbreitete sich auch der Brauch der Schädelverunstaltung. Große Gewandschnallen und die dazugehörenden „Modeartikel" wurden zur Zeit der Hunnen von den Adelsfrauen der germanischen Aristokratie getragen. Die Verbreitung dieser Fibeln nach Süden hin kann mit den nach der Hunnenzeit an die Macht gelangten Gépiden in Zusammenhang gebracht werden. Andere Teile der Frauenbekleidung, wie die farbigen Perlen und der Brauch des Spiegelzerbrechens weisen auf den Iran hin und machen auf die eventuelle Rolle der Alanen aufmerksam. Emese Lovász 265

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