A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 30-31/1. (1993)
DOBÁNY Zoltán: A környezetátalakító munkálatok hatása a taktaközi települések 19. századi földhasznosítására
DIE WIRKUNG VON UMWELTGESTALTENDEN ARBEITEN AUF DIE BODENNUTZUNG EINIGER SIEDLUNGEN IN TAKTAKÖZ WÄHREND DES 19. JAHRHUNDERTS Taktaköz heisst die am nördlichsten gelegene Kleinlandschaft im Überschwemmungsgebiet am Mittellauf der Theiss. Den überwiegenden Teil des Gebietes macht ein Flutland entlang des Flusses mit Schwemmböden und Resten von Auenwäldern aus. Von der Oberflächengestalt her ist diese Landschaft zum Grossteil Überschwemmungsgebiet und zum kleineren Teil niederes Flachland, das flutfrei bzw. leicht gewellt ist. Das Relief ist durch zahllose Teile von Flussbetten und Schuttkegelresten gekennzeichnet. Das heutige Antlitz der Landschaft hat sich während des Pleistozän-Holozän herausgebildet, wobei Wasser und Wind als entscheidende Faktoren mitspielten. Vom morphologischen Aufbau her ist die Landschaft schlicht, doch ist sie reich an Mikroformen in der Oberflächengestalt. Die rund 300 km 2 grosse Kleinlandschaft stellt die Gemarkung für mehrere Siedlungen dar, doch innerhalb des Gebietes von Taktaköz selbst liegen nur sechs Siedlungen mit ihrem gesamten Verwaltungsgebiet. In der vorliegenden Arbeit geht es vor allem um eine Untersuchung eben dieser sechs Siedlungen. Bevor die umweltgestaltenden Arbeiten in Angriff genommen wurden (1846), gab es in Taktaköz regelmässig Überschwemmungen, wobei mehr als zwei Drittel des Gebietes überschwemmt wurden. Der Anbau von Ackerfrüchten war somit nur auf den Sandrücken möglich, die sich von der nassen, ständig oder vorübergehend unter Wasser stehenden Oberfläche abhoben. Infolge dieser spezifischen naturgeographischen Gegebenheiten bildeten sich zwei Landwirtschaftszonen heraus: einmal eine nicht zusammenhängende Ackerzone in der flutlosen Region um die Theiss und zum anderen eine Wiesen- und Weidenzone auf dem die grössere Hälfte des Gebietes ausmachenden Überschwemmungsgebiet. In der flutfreien Region wurde Zweifelderwirtschaft betrieben. Hierbei waren die einzelnen Produktionseinheiten von recht unterschiedlicher Grösse, man versuchte hier, den natürlichen Gegebenheiten entsprechend alles mögliche anzubauen, um nahezu Selbstversorger sein zu können. Vermarktet wurde nur ein geringer Überschuss an Produktion. Neben dem Ackerbau kam auch der freien Viehhaltung eine bedeutende Rolle zu, deren natürliche Futtergrundlage durch die weiten Wiesen- und Weidenflächen gesichert war. Hinzukamen dann noch die Weidenfischerei, die Jagd und das Sammeln von Krebsen und Schlammpeizgern. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt sich diese rationale Umweltwirtschaf t bei. Da sich die Hochwassergrenze jedoch ständig gefährlich hob, wurde es notwendig, das hydrologische Netz grundlegend umzugestalten. Die Arbeiten zur Fluss- und Hochwasserregulierung erfolgten in mehreren Schritten und in zeitlich sowie räumlich unterschiedlichen Ausmass. Von 1846 an wurden die gefährlichsten Meander der Theiss beseitigt und dann Überschwemmungsschutzdämme errichtet. Später ging man dann daran, das Boden- und Grundwasser umzuleiten und Sümpfe trockenzulegen. Im Ergebnis all dieser Arbeiten gewann man in Taktaköz mehr als 10 000 ha Nutzfläche. Den umweltgestaltenden Arbeiten war es zu verdanken, dass sich das Landschaftspotential stark veränderte. Um im Verein mit den gesellschaftlichen Verhältnissen wandelten sich auch die Landschaftsnutzung und die Wirtschaftsstruktur. Ein bedeutsamer Teil der Wiesen- und Weideflächen wurde im späteren als Ackerland genutzt, und auch der Anteil an bewirtschaften Gebieten ging wesentlich zurück. Die in der Gebietsnutzung eingetretenen. Veränderungen berührten Taktaköz jedoch nur teilweise und sehr langsam. Es hatte den Eindruck, als ob die Fortschritt betreibenden Faktoren am Rande des Flutgebietes „aufgehalten" worden wären und ihre Wirkung nur in einem von den eigenen Verhältnissen bestimmten Umfang ausbreiten konnten. Dennoch wurde um die Jahrtausendwende für diese Landschaft, in der früher der Ackerbau auf Überschwemmungsebieten und die Tierhaltung in Freien charakteristich waren, der Ackerpflanzenbau bestimmend. Dnhánv 7nhňn