Szabadfalvi József: A megyaszói festett asztalosmunkák 1735-ből (Borsodi Kismonográfiák 9. Miskolc, 1980)
tern oder aus Lorbeerblättern gewunden ist und gleichsam den Schutz bzw. die Zusammenfassung der Blumenornamentik darstellt. Gut sichtbar ist die italienische Kranz auf den Tafeln 7, 8, 9, und 11, während seine Wiedergabe auf den Tafeln 12, i3, 14 und 15 schematischer ist. Die Ornamentik auf den Tafeln 16, 17, 18 und 19 ist wohl eine vereinfachte Kreiskomposition, entstanden aus den italienischen Kränzen. Sehr viele Tafeln sind von zentraler Ornamentik geprägt. Teils geht diese von einem in der Mitte vorhandenen Ornament aus (z. B. Tafel 16), teils setzen die Blumenmotive an den Ecken ein und umranken so die rechteckige Fläche (Tafel 25, 26). Ebenso besteht die Malerei auf recht vielen Deckentafeln oft aus nur einer einzigen kompositorischen Einheit, aus einem einzelnen Blumenstock oder Blumenstrauss; hier könnten insgesamt 20 Beispiele angeführt werden (Tafel 17 und folgende). Der schon als klassisch zu bezeichnende Vorfahre dieser Komposition ist die Darstellung des „Italienischen Kranzes", die ebenfalls auf Überlieferungen aus der Renaissance zurückgeführt werden kann. In diesem Falle entspringt der Blumenstock aus einer schlanken Vase mit zwei Griffen (Tafel 62). Für diesen „Krug" steht aber auch oftmals ein anderes Ornament, z. B. ein Herz oder eine Tulpe (Tafeln 17, 28 und 32). Einen Teil der Deckenbalken aus der reformierten Kirche von Megyaszö schmücken symmetrische Muster: durch eine quer verlaufende Linie getrennt, ist das Spiegelbild der Verzierungen gezeigt (Tafeln 44, 54). Die Tafeln an der Decke wurden von den Baumeistern so angebracht, dass sie kasettenförmig sind, also eine Tiefenwirkung hervorrufen. Dies beabsichtigten sie durch S-förmige Linie zu erreichen, die die Ecken der einzelnen Tafeln und der Rahmeri miteinander verbindet. Mit Ausnahme nur weniger ist die Grundfarbe der Tafeln weiss. Vom Farbspiel kann an sonsten gesagt werden, dass das Gleichgewicht zwischen kalten und warmen Farben vorherrscht; dominierend sind die Farben Grün, Rot und Tiefbraun. Zumeist wurden die Blätter und Rankenmotive mit Kupferoxid-Grün gerhalt, seltener sind sie ultramarinblau. Auch in anderen Ornamenten, so z. B. in den Blumen, kommen Blau und Grün vor. In Rot wurden die folgenden Schattierungen angewendet: Ziegelrot und seltener die verschiedenen Abstufungen zwischen Karmin und Tiefbraun. Selten sind auch die Verzierungen in dem lebhaften Cinnober oder Karmin. Gelb, und hierbei noch mehr Ocker, wurde nur zur Malerei von Blumen verwendet. Schwarz und Weiss dienen vorwiegend dazu, die Plastizität der einzelnen Ornamente hervorzuheben. Als häufigstes Element in der Blumenornamentik kennen wir die Tulpe. Es gibt kaum ein Muster, wo sie fehlen würde; ihre verschiedenen Varianten werden in der Zeichnung 4 vorgestellt. Zu erkennen sind hier von der einfachen, mit der Renaissance verwandten dreiblättrigen Form bis zur komplizierten hin alle Variationen. Häufig sind auch die Rosen, 61