Szabadfalvi József: A megyaszói festett asztalosmunkák 1735-ből (Borsodi Kismonográfiák 9. Miskolc, 1980)

von wem die Deckentafeln gefertigt wurden: „Anno Doi 1735 Die. 12. Februarii. Isten Segedelme Altai Muntak ezen munkät Miskoltzi mester Emberek Asztalos Imre Asztalos Istvdn" (Anno Domini 1735 Die. 12. Feb­ruarii. Mit Gottes Beistand fertigten die Arbeiten die Miskolcer Hand­werksmeister Imre Asztalos und Istvän Asztalos). Diese beiden Meister mögen entweder Brüder oder aber Vater und Sohn gewesen sein. Es gab dies auch anderwärts, dass nicht ein zwei Meister die Tischlerarbeiten für eine Kirche übernahmen. Auf Ungarisch heisst die Berufsbezeichnung für den Tischler „asztalos", und die beiden Meister, die die Einrichtung für die Megyaszöer Kirche fertigten, trugen zufälligerweise auch den Fami­liennamen Asztalos (dt.: Tischler). In Ungarn war es allgemein verbreitet, dass die Maler- und Tischlermeister kurz Tischler genannt wurden; zur Unterscheidung setzte man lediglich den Namen ihres Herkunftsortes vor ihren Familiennamen: Szombatfalvi Asztalos Andräs (1670) (dt.: Andräs Asztalos von Szombatfalva), Zilahi Asztalos Istvdn (1713) (dt.: Istvän Asz­talos von Zilah) oder Abonyi Asztalos Ferenc (1720) (dt: Ferenc Asztalos von Abony). Die beiden hier genannten Tischler heissen Miskolci Asztalos Imre und Miskolci Asztalos Istvdn, demnach handelte es sich also um zwei Tischlermeister aus der Stadt Miskolc (Bezirk Borsod). In jener Zeit gehörte es zur Arbeit des Tischlermeisters, die von ihm gefertigten Stücken auch mit Malereien zu verzieren. Von den Deckentafeln der Megyaszöer Kirche sind uns 60 erhalten geblieben. Auf insgesamt fünf der Tafeln sind figürlich zu nennende Kom­positionen. Auf der 2. Tafel ist zwischen der assymmetrischen Pflanzen­komposition mit wenig Geschick ein Einhorn dargestellt. Symbol der jungfräulichen Tugend ist in der protestantischen Ikonenmalerei das Ein­horn. Der doppelköpfige Adler (Tafel 3) könnte das Wappentier der zu der Zeit in Ungarn herrschenden Habsburger Dynastie sein, doch er könnte auch die Vogelfigur, die für den Altorient typisch ist und beispielsweise auch im Wappen des einstigen Byzanz zu sehen ist, verkörpern. Auf den bemalten Tafel der Kirchen waren hauptsachlich bis zum 18. Jahrhundert in Ungarn biblische und in erster Linie Szenen aus dem Garten Eden recht häufig vertreten. Am häufigsten gab es jedoch die Darstellung des ersten Menschenpaares unter dem paradiesischen Apfelbaum. So ist auf einem der Megyaszöer Balken zwar nur ein Birnenbaum zu sehen (Tafel 4), aber auch dies ist wahrscheinlich ein vereinfachtes Symbol der Para­diesszene. Als figürliche Darstellungen könnten ausserdem noch die Sonne mit dem Menschengesicht und die Sterne gewertet werden (Tafeln 5—6). Der Grossteil der Pflanzenornamentik auf den Tafeln rührt aus der späten Renaissance her. Hier könnte als erstes der sog. „Italienische Kranz" angeführt werden, der in der Renaissance auch recht häufig auf Stein­skulpturen, geschnitzten und bemalten Möbeln sowie auf Deckentafeln vor­kommt. Es handelt sich hierbei um einen Kranz, der aus Akanthusblät­60

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