Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 23 (1978) (Pécs, 1979)

Régészet - Maráz, Borbála: Zur Frühhallstattzeit in Süd-Pannonien

ZUR FRÜHHALLSTATTZEIT IN SÜD-PANNONIEN 147 Anläßlich der Erschließungen der Jahre von 1976—1978 konnten in der Erde eines jeden Hü­gels und auch in der Schicht unter der Aufschüt­tung die Funde bzw. Objekte dieser spätbronze­zeitlichen Siedlung angetroffen werden (ähnlich den Grabungen der Jahre 1947—48). Unter den Hügeln 10, 15—17, 20 und 1/C haben wir, das ehemalige Fußbodenenniveau suchend, die Teile der dünnen Siedlungsschicht der Urnenfelderkultur so­wie die Reste ihrer, mit Strohlehm, Scherber an­gedeuteten Abfallhaufen gefunden. Unter den Hü­geln 18, 20 und l/C kamen in einer Teife von 30—95 cm Abfallgruben zutage, während wir auf dem Gebiet der Tumuli l/C und 6 (Aob. 4.) je eine gelehmte Feuerstelle mit 2 Pfostenlöchern fanden. Im Lehm der Feuerstellen kamen die Bruchstücke von groben spätbronzezeitlichen Ge­fäßen mit gegliederten Rippenverzierung zutage. Diese früheste, befestigungslose Siedlung des Ja­kabberges kann mit der älteren Phase der Ur­nenfelderkultur verbunden und in die erste Hälfte der Ha A Periode datiert werden. 5 Ebenfalls mit der Urnenfelderkultur kann der Bronzeschatzfund verbunden werden, der am Ran­de der Siedlung, nördlich des früheisenzeitlichen Hügelgräberfeldes 1976 zutage kam 6 (Abb. 2.). Die Stelle des, zur spätbronzezeitlichen Siedlung gehörenden Gräberfeldes kennen wir noch nicht. 1. Die befestigte Siedlung der Frühhallstattkul­tur: die Burgwall Nach Vernichtung der Siedlung der Urnenfel­derkultur, teilweise auf ihrem Gebiet wurde in der Früheisenzeit die mit Wällen umgebene Erd­burg an der höchsten Stelle des Plateaus des Ja­kabberges gebaut. Die hohe, flache Bergspitze mit ausgezeichneter strategischer Lage konnte zum Bau einer befestigten Siedlung äußerst geeignet sein. Von den verschiedenen Stellen des Walls kann die Umgebung nach Westen, Süden und Südosten hin weit überblickt werden; es können die auf der Linie der Dörfer Bakonya — Kővágótöttös — Kő­vágószőlős — Cserkút sich zur Drau hinziehende Ebene, die auf der Siklóser Hügelreihe erbauten Dörfer, der Szársomlyó-Berg, die ganze Stadt Pécs, sogar die Stadt Komló und der Zengő-Berg im Ost-Mecsek Gebirge überblickt werden. Der Burgwall selbst besteht aus zwei Teilen: die größere Burg liegt auf einem etwa 800 m lan­gen und 500 m breiten Gebiet. Dieser schließt 5 Die kurze Beschreibung der Jakabberger urnen­felderzeitlichen Siedlung siehe bei: Maráz В.: Pécs — Jakabhegy. Előzetes jelentés az 1976—77. évi ásatá­sokról. (Pécs — Jakabberg. Vorläufiger Bericht über die Grabungen 1976—77). Arch Ért 106 (1979). 6 Die Bearbeitung des Schatzfundes wird Horváth László durchführen. sich vom SO her ein bogenförmiger Wall an, den eine hohe Felsenspitze umgibt. Die Maße dieser kleineren Burg, der sog. Zitadelle sind 550x250 m (Abb. 2.). Die befestigte Siedlung ist vom Süden und Südwesten her fast unzugänglich, da sie hier von der klüftigen Felsenwand des Berges geschützt wird; daher sind die Wälle an dieser Seite nur 1,5—2,5 m hoch. Durchschnittlich 2 m hoch ist auch der, die beiden Teile des Burgwalls trennen­de Innenwall, während an der O-, W- und N-Seite 4—6 m hohe Wälle die befestigte Siedlung um­geben (hier erreicht die Höhe der Wälle manch­mal auch 8—10 m, aber an der Außenseite er­scheinen sie sogar viel höher, da die Wälle auf den Rand des steilen Bergabhanges gebaut wur­den). An der westlichen Seite des Burgwalls, zum Hügelgräberfeld hin, zeiht sich auch ein 6—8 m langer Vorwall entlang, der wahrscheinlich später als die früheste Befestigung gebaut wurde, da er auf zwei, sich in Bogenform dem Innen- (Haupt)­wall anschließenden Wachturmresten gebaut wur­de. Den Zeitpunkt des Baus des Vorwalls kennen wir nicht, da sein Durchschnitt noch nicht erfolg­te. Die Wälle wurden teilweise aus Steinen ge­baut, ihre Struktur kann an den, durch die Wald­wege durchschnittenen Strecken erkannt werden. Es können die Reste zweier Tore erkannt wer­den; das eine Tor befand sich in der SW-Ecke, wo der hohe Wall auf die südliche, klüftige Berg­seite hinausläuft. Das andere konnte sich an der SO-Ecke der Zitadelle befinden, hier mach der Ostwall eine Kurve und verläuft ein Abschnitt mit dem Ostende des Südwalls parallel. Weder die Konstruktion, noch das Schutzwerk der Tore ken­nen wir nicht, ihre Ausgrabung bildet die Auf­gabe der weiteren Forschungen. Den Bau- und Verwendungszeitpunkt des Burg­walls kennen wir auch nicht. Nach den, im Wall gefundenen spätbronzezeitlichen Scherben konnte er irgendwann nach dem Erlöschen der Siedlung der Urnenfelderkultur entstanden sein, und seine erste Bauperiode kann mit der Entstehungszeit der Hügelgräber gleichaltrig sein; vom inneren Teil des größeren Burgwalls gelangten, anläßlich der in den 1950-er Jahren durchgeführten Erdarbei­ten, dem Keramikmaterial der Hügelgräber ähn­liche Streugefäßfunde in Janus Pannonius Mu­seum. 7 Gemäß dem Beweis der, in der Osthälfte des Burg walls und auf dem Gebiet der Zitadelle gefundenen vielen Gefäßbruchstücke wurde der Burgwall zur Zeit der LT С —D Perioden auch von den Kelten besetzt, aber die Erschließung ihres Materials und ihrer eventuell gebauten Befesti­gungen konnte noch nicht erfolgen, dies ist eben­falls Aufgabe weiterer Forschungen. 7 Die Walldurchschnitte von Török Gyula zeigten, daß die Wälle der Erdburg in zwei Phasen erbaut wurden: Török Gy. (1950) 4.

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