Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 23 (1978) (Pécs, 1979)

Régészet - Maráz, Borbála: Zur Frühhallstattzeit in Süd-Pannonien

148 BORBÁLA MARÁZ 2. Die Hügelgräber der Frühhallstattkultur Etwa 100—150 m westlich des Burgwalls be­ginnt das aus etwa 300 Tumuli bestehende Hügel­gräberteld (die Anzahl der im Gräberfeld uner­schlossenen Hügel kann nicht bestimmt werden, da vermutet werden kann, daß die Auffüllung mehrerer kleinerer Hügel im Verlaufe der Erosion der schwach abfallenden Geländestrecken vollkom­men vernichtet wurde). Unter den Tumuli gibt es sowohl 1—1,5 m als auch 3—4 m hohe. Die Tumuli befinden sich in 2 großen Gruppen: die größere Gruppe beginnt in der Nähe der Erd­burgwälle und verläuft in W —NW Richtung in einem schmalen Streifen bis zum südlichen, klüfti­gen Rand des Berges. In dieser Gruppe führte Gyula Török in den Jahren 1947—48 seine Er­schließungen durch (insgesamt 9 Hügel). 1976—78 haben wir an dieser Stelle weitere 23 Tumuli er­schlossen. Die kleinere Hügelgruppe beginnt et­wa 150—200 m von der größeren entfernt; hier wurde 1977 ein Tumulus (l/C) erschlossen (Abb. 2.). Von den bisher erschlossenen 33 Hügelgräbern möchten wir untenstehend einige kurz darstellen: Tumulus 1.: wurde von Gyula Török im Jahre 1947 erschlossen. Der Hügel war 1,7 m hoch, darunter kam ein Brandschüttungsgrab zutage, das ein Steinkranz umgab. In der W-Hälfte des Hü­gels lagen auf dem ehemaligen Fußbodenniveau mit Holzkohle und Asche vermischte, gebrannte Knochensplitter. In der Mitte des Hügels lagen die Stücke zerbrochener Tongefäße, daneben die folgenden Funde: 1. Eiserne Lanzenspitze; 2. Eisenmesser; 3. Eisenaxt (Taf. VIII. 1); 4. Schleif­stein; 5. Eisendolch mit Bronzegriff, mit durch­brochener Verzierung (Taf. VIII. 2) ; 6. Durch­bohrte kleine Bronzescheibe; 7. Bronzene Pferde­trense mit, mit je 3 Haken versehenen Seitenstan­gen und Knopfende (Taf. VIII. 8—10); 8. Vier bronzene Ringfußknöpfe (zum Pferdegeschirr ge­hörende Riemenkreuzungen) (Taf. VIII. 3—5) mit Resten von Lederriemen. 8 Tumulus 4.: mit einer Höhe von 2,5 m und einem Durchmesser von 15 m. Unter dem Hügel befand sich ein, auf das ehemalige Fußbodenni­veau gelegter, breiter und hoher Steinkranz mit einem Durchmesser von 10 m, in dessen Mitte, in einer 3,3x2,6 m großen, 15—20 cm dicken, unregelmäßigförmigen Schicht die Reste des Schei­terhaufens zutage kamen (Abb. 3.). In der Mitte der aschigen und holzkohleartigen Schicht fanden wir in einem Haufen die verbrannten Knochen, so­wie die folgenden Funde: 1. eine auf niedrigem Bodenring stehende Schüssel mit turbanförmigem 8 Török Gy. (1950) 6., 9., Taf. III—IV; Taf. V. 3. Rand (Taf. VI. 3) ; 2. graubraune Schüssel mit turbanförmigem Rand (Taf. VI. 1) ; 3. Fußschüssel mit turbanförmigem Rand, unter dem Rand mit durchbohrtem Buckel, an der Innenwand einge­glättete Schneckenlinienverzierung (Taf. VI. 2) ; 4. Bruchstück einer schwarz polierten Tasse mit hochgezogenem Henkel (Taf. VII. 7) ; 5. kleiner Bronzeknopf mit zwei Löchern; 6. Bruchstück eines Bronzeknopfes (Pferdegeschirrzubehör) (Taf. VII. 4) ; 7. Bruchstück eines Knochenknopfes (Taf. VII. 8). Die Gefäße kamen gebrochen, unvollständig in der Mitte der Resten des Scheiterhaufens zutage, daher ist es wahrscheinlich, daß der Bestattungs­platz aufgewühlt wurde. Tumulus 6.: ein 75—80 cm hoher Hügel mit einem Durchmesser von 12 m. Darunter haben wir einen, auf das ehemalige Fußbodenniveau ge­legten, aus einer Reihe von flachen Steinen be­stehenden Steinkranz mit einem Durchmesser von 8,5 m gefunden. An seiner Südseite befanden sich auf einer Strecke von 1 m keine Steine und so entstand ein symbolischer „Eingang". In der Mitte des Steinringes befand sich der Rest einer SO — NW gerichteten, 3,75 m langen, aus Steinen ge­legten Grabkammer, deren mittleren Teil wir in aufgewühltem Zustand vorfanden (Abb. 4. und Taf. I —IL). Unter der rechteckförmigen, sich am NW-Ende in einem Halbkreis schließenden Grab­kammer befand sich eine Grabgrube ähnlicher Form und Ausmaße, die teilweise in den felsiben Boden gegraben wurde. Die NW-Hälfte der Grab­grube war unberührt. Grabbeigaben: 1. Tasse mit hochgezogenem Henkel (Taf. VIII. 1), darin und rundherum am Grabboden befan­den sich zerstreut, mit Asche und Holzkohle ge­mischte kalzinierte Knochen; 2. Hellbraune, nied­rige Urne mit kurzem Bandhenkel, am Bauch Kannelure, darüber eine aus schraffierten Drei­ecken bestehende Verzierung (Taf. VI. 7) ; 3. Graue Urne mit hohem Hals, am Bauch Kan­nelure (Taf. VI. 8) ; 4. Zwei Bronzeknöpfe mit Öse, Pferdegeschirrschmuck; 5. Bruchstücke von 2 Schüsseln mit turbanförmigem Rand; 6. Bruch­stücke einer kleinen, halbkugelförmigen Tasse. Tumulus 10.: auch unter dem 120 cm hohen Hügel konnten wir den, auf das ehemalige Fußbo­denniveau gelegten, aus einer Steinreihe angefer­tigten Steinkranz finden, dessen Ostseite den „Eingang" bildete. In der Mitte des Steinringes, unter dem riesigen Steinmantel kamen Aschereste zutage. Die Stelle des Scheiterhaufens deutete eine ovale, aus Asche, Holzkohle und gering gebrann­ten Knochensplittern bestehende dünne Schicht an. In diese Schicht wurde anläßlich der Bestattung die Grabgrube mit abgerundeter Ecke gegraben, die teilweise bereits in die Felsen gehauen wur-

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