Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1956) (Pécs, 1956)

Dombay János: A domolospusztai gót sírlelet

122 , JÁNOS DOMB A Y Von den Fibeln wissen wir auch nur, dass die eine auf der rechten, die andere auf der linken Schulter war. Die Ohrgehänge können an beiden Seiten des Kopfes, die Golderlen am Halse gewesen sein. Die Armbänder waren auf den Armen; je eines auf jedem. In Anbetracht der weiteren, heben wir schon hier hervor, dass an einem ihrer dicken Enden, auf der Innenseite je eine, auf dem anderen je zwei tiefe Einsenkungen, 12—14 mm von den Enden entfernt, sichtbar sind (T. XXIII. 1—2.). Es können Spuren­des Amboss sein. Der Umfang der Armbänder, genau an den inneren Rändern gemessen ist 14,5 cm. Ihre Öffnung ist so klein, dass darin nichteinmal die Hand eines kleinen Kindes durchschlüpfen kann. Das Ablegen der Armbänder kann man sich nur in der Weise vorstellen, dass man sie öffnet, was aber wegen ihrer Dicke schwierig ist (die Stärke des Drahtes gegenüber der Öffnung beträgt 5, an den Enden 8 mm), überdies würde ihre, nichteinmal allzu häufige Öffnung und abermalige Zusammenschliessung, ihren schnellen Bruch verursacht haben. Ihre Verfertigung stellen wir uns, auf Grund ihrer gründlichen Prüfung, in der Weise vor, dass man aus entsprechend langem und dickem .Silberdraht den Körper des Armbandes formte, und zwar so, dass die beiden Enden dem Zweck entsprechend stark seien. Schon da schnitt man in ihre Enden die feinen Kanneluren ein. Dann folgte das Biegen des Drahtes, ein Vorgang, der wahr­scheinlich durch Hämmern in feurigem Zustand, auf dem Amboss vor sich «ging. Das Biegen des gegen das Ende sich verdickenden Drahtes, hauptsächlich aber das plötzliche, aber dennoch gleichmässige Gegeneinanderbiegen der dicken Enden, benötigte starkes Hämmern, dessen Folge es ist, dass der Amboss tiefe Spuren auf der inneren Seite des Armbandes, nahe den Enden hinterliess. Schliesslich schliff man die Spuren des Hämmerns ab, überhaupt liess man alle, während der Arbeit enstandenen Unebenheiten und Verletzungen verschwinden. Von diesen blieben nur,die tiefen Amboss-Spuren an den inneren Seiten der Enden, da durch das Verschwinden machen dieser, die dicken, runden Enden deformiert worden wären (T. XXIII. 1—2). Auf Grund der obengesagten glauben wir, dass diese und ähnliche Arm­bänder die Requisiten irgendeines feierlichen Aktes waren, den man zum Bei­spiel an der Schwelle des heranwachsen en Alters (Einweihung), oder bei Gelegenheit einer Verlobung ausübte. Wir können in dieser Beziehung auch die Tatsache in Betracht ziehen, dass über den künstlerischen und teueren Schmuck hinaus, auch der deformierte Schädel auf eine adelige Person hindeutet. Aus diesem Grunde, können wir noch mehr an festliche Begebenheiten denken, die in dem Leben adeliger Mädchen, auf gegebenen Entwicklungsstufen zur Ge­wohnheit geworden sein mögen, Gelegenheiten, bei welchen so ein Armband symbolische Bedeutung gehabt haben mag. 31 Bei solchen Gelegenheiten mag man das fertige Armband soweit geöffnet haben, damit es anlegbar würde und schloss es dann über dem Arm. Bei dieser Gelegenheit könnte die Deformierung des Reifes, gegenüber der Öffnung, geschehen sein, was der Kraftaufwand, der zum Schliessen lotwendig war, hier an der dünnsten Stelle verursacht haben könnte. Den so angelegten Armreif mochte der Eigentümer bis an sein Lebesende getragen haben. Mit derartigen festlichen, rituálén Begebenheiten bringen wir die ganze 31 Auf die sinnbildliche Bedeutung der Tierkopfgi-uppen deutet auclh I. Kovrig hin; z. W. S. 116.

Next

/
Oldalképek
Tartalom