Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1956) (Pécs, 1956)

Dombay János: A domolospusztai gót sírlelet

DIE GOTISCHE GRABFUND VON DOMÖLOSPUSZTA 123 Schmuckgarnitur in Verbindung. Wir denken nämlich, der Fund sei in seiner Gänze, eine vollständige Schmuckgarnitur. Zahlreiche ähnliche, gleichalterige. oder annähernd gleichalterige Funde unterstützen unsere Ansicht, trotzdem sie, wegen des, für die Wissenschaft ungünstigen Zeitpunktes ihres Erscheinens, meistens unvollständig sind. Als ähnliche Schmuckgarnituren können wir unter anderen die Funde von Bakodpuszta, 3 ' 2 Perjámos, 33 , Mezőkászony, 34 Gáva, 35 und Tiszalök 36 betrachten. Für diese Garnituren sind hauptsächlich die Fibel, Armreif und Poryädergehänge, die reichverzierte Schnalle, sowie die fassför­migen, an ihren Enden röhrenförmig gedehnten Goldperlen charakteristisch. Ein ähnlicher Fund wurde in der neuesten Zeit in Répcelak gemacht, wo zwei grosse vergoldete Fibeln, neun grosse Goldperlen, ein Paar goldene Ohrgehänge, eine reich geschmückte Schnalle, Goldkette und goldene Spirale zum Vor­schein kamen. 37 Im Zusammenhang mit den, über die Armbänder gesagten folgt es, dass die Gräber, welche vom Standpunkte unserer Ausführungen in Frage kommen, im allgemeinen Einzelgräber sind. 38 Allem Anschein nach Hessen sich in jener Zeit die germanischen Adeligen, nicht in die gemeinsamen Gräberfelder ihres Volkes, sondern von diesen separiert begraben. Wir können das in der Weise auslegen, dass bei den Ostgoten die Organisation der Stämme, in jener Zeit schon in Auflösung begriffen war. Adelige, führende Persönlichkeiten konnten ranggemäss an der kriegsbeute teilhaben ebenso, wie sie auch an den Jahres­renten, die der oströmische Kaiser zahlte, ihren Anteil hatten. Auf solche und ähnliche Weise, erreichten sie grossen Wohlstand und Vermögen. Dies ver­sicherte ihnen einen besonderen gesellschaftlichen Stand, was sich auch in solchen Äusserlichkeiten ausdrückte, wie sie in der Beziehung des weiblichen Geschlechtes, die Schmucksachen von Domolospuszta bilden. Verwandte Funde. Das Alter und die ethnische Zugehörigkeit der Funde. Der Fund von Domolospuszta und mit ihm verwandte Funde, bilden die eine eigenartige Gruppe des Fundmaterials der Völker wanderungszeit in Un­garn. Im Laufe der ausführlicheren Behandlung, werden wir uns hauptsächlich mit Fibeln und Schnallen beschäftigen, da in erster Linie diese, chrakteristisch für die Zeit sind. Unsere Fibeln von Domolospuszta gehören in die von Ab er g für ostgotisch gehaltene Gruppe. 39 Der rombusförmige Fuss und an seinen beiden Seiten befindliche runde, hervorspringende mit Steineinlagen versehene Zellen sind für sie charakteristisch. 40 Sie wurden gegossen. Ihr Material ist Silber von geringer Qualität, éventuel vergoldete Bronze. Die halbkreisförmige Gestalt ' !ï J. Hamp'el, Alterthümer . . . III. T. 1—4. • ' -, . s:j Ebendort, T. 6—7. :i4 Ebendort, T. 44. ::r> Jósa A., A gávai gót lelet. Múzeumi és Könyvtári Értesítő (1910.) S. 226—230. 315 L. Kovrig I. z. W. S. 113—118. 37 Im Ungarischen Naticnalmuseum. Das Wohlwollen L. Kovrigs, die den Fund aufarbeitete, ermöglichte es, dass ich damit bekannt wurde. Vielen Dank dafür. *» L. Kovrig I. z. W. S. 114. 89 N. Aberg, Die Goten und Longobarden in Italien. 17. u. w. S. Abb. 28—39. 40 Ebendort.

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