Bánkiné Molnár Erzsébet: Polgárok Kiskunfélegyházán 1890–1913. Bürger in Kiskunfélegyháza 1890–1913. (Studia Folkloristica et Ethnographica 38. Debrecen, 1996)
Félegyháza in den Jahrzehnten der Jahrhundertwende Wir versuchen ein historisches Bild über Félegyháza der Jahrhundertwende aufzuzeichnen, das nach der Türkenherrschaft 1743 neubesiedelt wurde. Eigenartig, von der Mehrheit der Siedlungen der Tiefebene unterschiedlich - obwohl nicht alleinstehend - ist die Geschichte, die das wirtschaftliche, soziale und funktionale System der Stadt aus- gestaltete. Félegyháza gewann im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts auch formell den Marktfleckenrang. 1 Seine Freiheitsrechte, die ihm sowohl als Marktflecken als auch als einer der wichtigsten Selbstverwaltungseinheiten des Jazyg-Kumanischen Bezirkes zustanden, wandelten sich zu stadtformenden Fakten um. Dieser Entwicklungsprozeß westlichen Charakters hatte eigenartige ungarische Züge. Ein bestimmender Punkt, eine geschichtliche Schicksalswendimg des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens des Jazyg- Rumänischen Bezirks sowie von Félegyháza war das Jahr 1745 und die da erfolgte jazyg-kumanische Redemption. 2 Die Redemption ermöglichte, daß die bestimmenden Elemente der bürgerlichen Entwicklung: die persönliche Freiheit, der freie Besitz des Eigentums, das Selbstverwaltungsrecht der Siedlungen, das bürgerliche Grundeigentum und Bodenbenutzung im Rahmen der Verwaltungs- und Gerichtsbarkeitsautonomie im ganzen Jazyg-Kumanischen Bezirk zur Geltung kommen konnten/ Diese die bürgerliche Entwicklung helfenden Elemente 1 Maria Theresia schenkte Félegyháza 1774 Marktfleckenprivilegien und bewilligte vier Märkte jährlich. 2 Der Zurückkauf des Jazygkumanischen Bezirks aus der Abhängigkeit vom Gutsherrn bedeutet gleichzeitig die Gewinnung der freien bäurelichen Rechtstellung. 180