Bánkiné Molnár Erzsébet: Polgárok Kiskunfélegyházán 1890–1913. Bürger in Kiskunfélegyháza 1890–1913. (Studia Folkloristica et Ethnographica 38. Debrecen, 1996)

formten jedoch keine solche Gesellschaft und Stadtbild aus. wie sie in Westeuropa üblich waren. In dem halbbürgerlichen Jazyg­kumanien, das im feudalen Meer des Landes als Insel existierte. wurde eine eigene bäuerlich-bürgerliche Gesellschaft aufgrund der Vorrechte, das Anderssein immer betonend, ausgebildet. Die Eigen­artigkeit der Entwicklung dieser Gesellschaft folgte eben daraus, daß sie sich aus den jazyg-kumanischen Privilegien und aus dem durch diese Privilegien bestimmten jazyg-kumanischen bäuerlich-bürger­lichen Bewußtsein nährte. Die Leiter des wirtschaftlichen und poli­tischen Lebens waren die den Grundbesitz zurückkaufenden Redemp­ten, die nach der örtlichen Erklärung zu Bürgern wurden. Die Mehrheit der Freiheitsrechte der jazyg-kumanischen Privi lé­gien, die jedem Bewohner zustanden, wurde in der Tat der den Gmndbesitz zurückkaufenden Schicht zugeteilt. Die politischen Rechte hingen von der Größe des Kapitalgrundbesitzes ab. Wenn jemand sein Kapitalgrundstück im Jazyg-Kumanischen Bezirk ver­kaufte, verkaufte er gleichzeitig die sich dazu knüpfenden Rechte. Diese These, die als der Grand des lokalen verfassungsgemässen Le­bens betrachtet werden soll, und das Privilegium bildeten den Grund der Schichtung der lokalen Gesellschaft. Diese Gesellschaft - von den Redempten geleitet - formte das Gesicht des jazyg-kumanischen Marktfleckens aus. Zweidrittel Teil der während der Redemption zurückgekauften Grundstücke wurde als Kapitalgrandbesitz im Verhältnis der Zurück­kaufssumme in persönliche Eigentum gegeben. Die Besitzer oder die Pächter bauten diese Felder an. In einigen Jahrzehnten bildeten sich die zum Ackerbau nötigen Betriebszentren, die Gutshöfe aus. Am Ende des 18. Jahrhunderts existierte schon diejenige Produktions­weise, die sich am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer angenom­menen Wirtschaftsform, zur Gutshofwirtschaft entwickelte. Außer diesen Feldern existierten noch die unverteilten, gemeinsamen Wei­den, wo nicht nur die Redempten, sondern auch alle Bewohner Vieh halten durften, wenn sie die Weidenkosten bezahlten. So wurde eine extensive Viehhaltung von großer Anzahl ermöglicht. Das auf Beinen getriebene Vieh brachte einen guten Marktumsatz, ein großes Ein­kommen für die Bevölkerung. Das Einkommen der Viehhaltung ermöglichte die Zurückzahlung der Anleihe für die Redemption, und 3 Bánkiné, 1995, Bagi, 1995. 181

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