H. Tóth Elvira - Horváth Attila: Kunbábony (Kecskemét, 1992)
II. Das Fundinventar der Gräber von Kunbábony
gewölbten Nut. Seine Oberfläche hat sich dunkel verfärbt, teils infolge von Eisenoxid, teils wegen der Konservierungsmittel. L: 2,9 cm, B.: 1,2 cm. (Inv.Nr.: 71.2.227/a) (Abb. 15.). 67. SILBERBAND: Aus dünnem Blech wurde es rechtwinklig gebogen und auf eine dickere, gewölbte Holzunterlage als Saum aufgearbeitet. Am Mittelteil des Blechs ist die gebogene Kante durch den Gebrauch dünner, abgenutzt; die waagerecht stehenden untergeschlagenen Blechränder sind zum Großteil abgebrochen, fehlen, ln dem senkrecht stehenden beschädigten Blech blieben im Abstand von 3-5 cm in den Bohrungen linsenköpfige Silbernägel bzw. deren Bruchstücke erhalten. Infolge der Fundumstände ist es deformiert. Aufgrund seiner Abnutzung und Befestigungsweise nehmen wir mit Sicherheit an, daß es die hintere, von dem Goldblech nicht bedeckte Kante des Unterteils des Köchers gesäumt hat. Infolge der Starre seiner ursprünglichen Form läßt es sich nicht wiederherstellen. An seinem Ende konnten wir auch einen mit Silberoxid durchtränkten Textilabdruck sowie abbröckelnde Reste eines feingewebten dünnfädigen Textils beobachten. L.: 24,0 cm, H.:0,5 cm, seine eingeschlagene Kante 0,5 cm, die Nägel-L.: 0,9 cm. (Inv.Nr.: 71.2.93.) (Taf. XXIV. 9.). 68. „KÖCHERVERSCHLUSS"-BESCHLAG: Gefertigt aus Silberblech, schildförmig, in der Mitte des unteren und oberen Teils war er mit je einem silberenen Nietnagel befestigt. Der obere Nietnagel hält einen aus schmalem, leicht gewölbt stehenden Silberstreifen gefertigten Aufhängerdorn mit breitgehämmertem Ende, dessen oberes Ende fehlt. L.: 3,5 cm, B.: 1,8 cm, Schild H.: 2,0 cm. (Inv.Nr.: 71.2.41.) (Taf. XXIV. 6, 6a-c). 69. TASCHENVERSCHLUSS: Aus Silberdraht gefertigt, dessen Enden übereinander gehämmert schlau- fig gebogen wurden, dann drehte man die beiden Drähte mit dichten Drehungen zusammen, in der Mitte und an den Enden Schlaufen bildend. In der Mitte ist er entzwei gebrochen, die mittlere Schlaufe lückenhaft, an einem Fragment blieb ein starkes Eisenoxidstück erhalten. L.:3,2 cm bzw. 3,4 cm, Breite d. Schlaufen:0,9 cm, 0,7 cm, 0,6 cm. (Inv.Nr.:71.2.46.) (Taf. XXIV. 7.). 70. WETZSTEIN: Rechteckig, länglicher Form, seine Seiten und Kanten waren in leichter Wölbung geschiffen. An seiner Vorder- und Rückseite auf gleicher Fläche vom Gebrauch dünner geworden, verschliffen bzw. entsprechend seiner Schichtung abgeplatzt. Von bräunlich-grauer Farbe. L.: 10,2 cm, B.: 2,6 cm, D.: 1,0-0,8 cm. (Inv.Nr.: 71.2.47.) (Taf. XXVI. 10.). 71. KLEINES EISENBLECHSTÜCK: Aus dünnem Blech gefertigt, oben mit einem durchgebohrten Loch. Seine Seite ist parallel, unten abgerundet, die beiden oberen Kanten zugespitzt zusammentreffend. L.: 1,9 cm, B.: 1,5 cm. (Inv.Nr.: 71.2.212.) (Taf. XXIII. 10.). 72. KREISFÖRMIGES SILBERBLECH: Brüchig, lückenhaft, in der Nähe des Randes eine Bohrung. Bestimmung unbekannt. Durchm.:2,4 cm. (Inv.Nr.:71.2.45.) (Taf. XXIV. 4.). 73. PERLEN: a) BERNSTEINPERLE: Quaderförmig flach, ihre Kanten wurden abgestumpft, von der schmaleren Seite her in Querrichtung durchbohrt. L.:1,4 cm, B.: 1,2 cm, D.: 0,4 cm. (Inv.Nr.: 71.2.191.) (Taf. XXIV. 1, 1a). b) PASTEPERLE: Rund, gelbliche Farbe, in der Mitte mit einem größeren Loch. Die kreisförmigen bräunlichen Verzierungen an ihrer Seite sind abgewetzt. Durchm.: 1,2 cm, H.: 0,4 cm. (Inv.Nr.: 71.2.192.) c) PASTEPERLE: Rund, gelbliche Farbe, in der Mitte mit einem größeren Loch. Ihre grüne Wellenlinien- und rote Augenverzierung ist abgewetzt. Durchm.: 1,2 cm, H.: 0,7 cm. (Inv.Nr.: 71.2.193.). DIE REQUISITEN DER BESTATTUNGSZEREMONIE 74. SILBERBLECH: Toten-Obulus? Hat die Form eines unregelmäßigen Kreises, ausgeschnitten, leicht gewölbt. An seiner Seite sind schwache Eindrücke und ein kleinerer Einschnitt sichtbar. Durchm.: 1,7 cm. (Inv. Nr.: 71.2.44.) (Taf. XXIV. 5. 5a). 75. DIE AUFGENÄHTEN VERZIERUNGEN DES LEICHENTUCHS:33 a) „T"-FÖRMIGES GOLDBLECH: Seine obere Kante ist leicht gewölbt, seine Ecken sind gerade bzw. abgerundet beschnitten. Der senkrechte Balken hat Trapezform, verbreitert sich ein wenig. An seinen Ecken und Spitzen findet man acht zum Aufnähen dienende Lochpaare. Die Oberfläche des Blechs ist zerdrückt, vom waagerechten „T^-Balken ausgehend schräg eingerissen. L.: 6,7-6,4 cm, B.: 6,4 cm, 3,3 cm, 2,6 cm, Gewicht: 3,00 g, Feinheit: 980. (Inv.Nr.: 71.2.168.) (Taf. XXV. 2.). b) „V"-FÖRMIGE GOLDBLECHE: 5 St., wurden aus dünnem Goldblech ausgeschnitten. An ihren fallweise schmaler werdenden Enden bzw. an den zugespitzten oder abgerundeten Spitzen findet man zum Aufnähen dienende Lochpaare. Ihre Oberfläche ist leicht zerdrückt. L.: 3,1—3,2-2,6-2,6—2,6 cm, B.: 2,9-2,5-3,0-2,6-2,8 cm, ihr Gewicht: 0,50 g, 0,50 g, 0,35 g, 0,35 g, 0,35 g. Feinheit des Goldes: 980. (Inv.Nr.: 71.2.169.) (Taf. XXV. 1-3.). 33. Diese Fundstücke kamen zum Hroßteil aus der gesiebten Erde zum Vorschein, die auf den Boden der Sandgrube abgerutscht war. Deshalb kann als sicher angenommen werden, daß sie aus der Umgebung des Schädels stammen und nach der Amphore zu den allerersten Funden gehören, die von den Findern übersehen wurden. 54