Levéltári Közlemények, 74. (2003)

Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.

294 Forrásközlések Die Gemeinden werden nach ahnlichen Prinzipien verwaltet, wie diess in dem Berichte über das Torner Komitat entwickelt wurde. Ihre Lage ist nicht die beste, denn sie sind sehr arm an Gemeindemitteln. Jené Zwecke des Gemeindelebens, welche Geldkráfte voraussetzen, als die Einführung und Erweiterung des Schulunterrichtes, die Mitwirkung von Kirchen- und Pfarrbaulichkeiten u. d. gl. werden in diesem Komitate nur sehr unvollstandig erreicht werden. Die Gemeinden sind durch die letzten Nothjahre, durch Kriegsleistungen aller Art. und durch die Lieferungen an das k. k. Militar und Repartitionswege zurückgesetzt. Die Vertugung des Kaschauer Oberkommissariates, dass die Kosten für die Kommunaleinrichtungen und Erfordernisse nur von denjenigen getragen werden sollen, die dazu früher verpflichtet waren, dann dessen weitere Verordnung, dass grosse Grundbesitzer nur so viel zum Strassenbau beizutragen habén, wie ein Bauer mit einer Session, die Geistlichkeit aber von allén möglichen Beitragen zur Gemeinde frei bleibe, konnte nicht dazu beitragen, die Gemeinden zu heben. Es scheint nicht gleichgültig zu sein. wie die Finanzen der Gemeinden stehen. Das Gemeindegesetz für die konscribirten Kronlánder nennt im ersten Absatze die Grundfeste des freien Staates die freie Gemeinde, sie ist es dann, wenn sie es vermöge ihrer Kralt sein kann. eine Grundfeste ohne Kraft ist Sandboden. Die Tendenz der Vorzeit war dem Gemeindelebcn nicht günstig. Der Schwerpunkt aller gemeinnützigen Leistungen lag zwar in der Gemeinde, welche von der Grundherschaft durch das Patronatswesen darin einigermassen unterstützt wurde, alléin dasjenige, was seiner Natúr nach dem Gemeindeeinkommen die reichhaltigste Quelle böte, dasjenige, wodurch grosse Herrscher Stádte gründeten, die Regalien stehen meist im Besitz der Herrschaften. Einzelne Gemeinden, z. B. die Stadtgemeinde Sáros Patak machten grosse Anstrengungen sich diese Hilfsquelle zu verschaffen, diese opferte diesem Zwecke 300 000 flM und noch dazu ausgebreitete Wiesen und Ácker. Andere z. B. Varannó wurden derselben durch Sorglosigkeit verlustig, und prozessieren vergeblich um derén Wiederbesitz. Es wird die Kraft der Gemeinden durch den von Ew. Excellenz ausgesprochenen Grundsatz zu gleicher Verpflichtung allé Gemeindeglieder ohne Unterschied bedeutend gehoben werden, alléin namhaftes kann hiedurch nicht erzielt werden, denn die Regalien sind eben dasjenige. was auch den Fremden, z. B. den Marktbesucher zum Beitragen veranlasst, und auch die Ortsbewohner unvermerkt auf eine sie minder drückende Weise ins Mitleid zieht, überhaupt Geld eintragt. Der Staat dürfte Vorsorge treffen, damit den Gemeinden, welchen vermöge ihrer Lage eine grössere Wichtigkeit beigelegt werden kann, die Ablösung der Regalien erleichtert werde; der Staat würde hindurch seine eígene Kraft nahmhaft vermehren, und sich ein Denkmal im Herzen der Bevölkerung stiften, endlich der Landeskultur mittelbar aufhelfen, denn nur aus gewissen Mittelpunkten der Konsumtion und der Gesittung gewinnt das flache Land was es braucht, Kapitalien und Intelligenz. Als Übergang dürfte nach Einführung der Verzehrungssteuer die Bewilligung von Zuschlagen dienen. Das Zempliner Komitat hat als eigentliche Stadt mit dem gewöhnlichen Attributen nur Sáros Patak, das sich, wie oben bemerkt, mit grossen Opfern von der Fürst Brezenheimischen Oberherrschaft los kaufte. Diese Stadt hat zur Stunde noch 774 444 fi WM. Schulden aus diesem Anlasse, wozu kömmt, dass ein Theil der gekauften Urbarialsitze in neuerer Zeit aufgehört habén. Sie wird sich ohne Unterstützung der Regierung kaum in 50 Jahren erholen können. Sáros Patak theilt sich in Gross- und Klein-Patak, wovon Klein-Patak dorfmassig administrirt wird, und nur die Gerichtsbarkeit der Schwesterstadt anerkennt. Die Bevölkerung betragt 5469 Seelen mit überwiegend reformiertem Elemente. Das Schulwesen ist bei den Katholiken durch zwei Volkschulen, bei den Reformierten durch das Collegium, welches eine kleine Universitát bildet, reprasentirt. Die Ruthenen lassen ihre Kinder durch den Organisten unterrichten, die Evangelischen bei den Reformierten. Allé Konfessionen habén eine genügende Geistlichkeit, die nicht sehr freundlich auf einander sieht. Das Armenwesen ist durch ein kteines Armenhaus erleichtert. Die stádtischen Einkünfte werden auf die drückendste Weise erzielt; es gibt in Patak ein Octroi auf Schweinefleisch, Speck,

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