Levéltári Közlemények, 74. (2003)
Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.
295 Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Holz neben dem gewöhnlichen Regalienzwang. Die Auslagen sind durch die Militareinquartierungen sehr gestiegen. Die Nachwesen der Kriegsleistungen sind noch da. Unter den Magistratualen herrscht viel Intelligenz. Insbesondere ist der Stadtrichter Joseph Balogh ein ganz tüchtiger Mann. Die übrigen grösseren Ortschaften, selbst Ujhely, vverden dorfmassig verwaltet, und habén ein ganz geringes. kaum der Erwahnung vverthes Einkommen. Es wáre Aufgabe der Regierung, die Mehrzahl der Bezirksstádte, fúr welche Stuhlrichter bcantragt werden, durch Verwirklichung der oben beantragten Massregeln in ordentlich dotierte Stadte zu vervvandeln. Der Gesundheitszustand des Komitats wird von den Árzten nicht getadelt. Gegenwartig gibt es daselbst 9 öffentliche Árzte und 9 Priváté, worunter 6 Juden. Chirurgen hat das Komitat 23, worunter 12 Juden. Unter den Árzten gibt es einige tüchtige Leute, der Komitats-Physikus Breznay ist ein sehr routinirter, brauchbarer Sanitátsbeamte, der seine Pflichte gut kennt und fleissig crfúllt. Apotheken hat das Komitat 16, worunter einige sehr mangelhafte. Hebammen záhlt es 7. In Ujhely steht das einzige Spital, es hat 14 Betten und eine Irrenabtheilung. Es beruht auf Privatstiftungen, hat ein Kapital von 80 000 fWM und wird gut verwaltet. lm übrigen wird der Sanitátsdienst gerade so versehen. wie in den übrigen Lándern der Monarchie. Dieser Dienstzweig zeichnet sich von den anderen durch intelligentes Vorgehen aus aus dem einfachen Grundé, weil die Árzte in der Regei etwas gelernt habén und in der Welt waren. Das Komitat hat 5 Hauptstrassen und 9 bedeutendere Vizinalwege; die Ersteren betragen 48 Meilen, die Letzteren 19 !4. Sie sind zum Theil ausgezeichnet, zum Theil sehr schlecht. Es herrschte in dieser Beziehung eine grosse Thátigkeit, die nur zu sehr zersplittert war. Das Strassenwesen wird durch zwei Ingenieurs verwaltet, von welchen der altere, Fundanics. viel Geschick verrath. In jedem Bezirke arbeitet ein Strassen-Kommissár, die jedoch keine Fachmánner sind. Zum Strassenbau-Personale gehören 50 Strasseneinraumer. Das Komitat praliminierte jahrliche Strassen-Arbeiten, gab einzelne Baulichkeiten an mindest Bietende hintán und verfúgte im Strassenwesen jáhrlich über 12000 fIM, dann über ein jüdisches Arbeitsrelutum von 5000 fi., aus welch letzterer Summe die Strasseneinraumer bezahlt zu werden pflegten. Strassenbau-Requisiten, wiewohl in minder gutem Standé gibt es bei den StrassenKommissaren in Menge. Für die náchste Zeit sind 5 unausgebaute Strecken, worunter die vernachlássigte zwischen Tokay u. Keresztúr im Antrage. Die Strassenkonservation geschieht ziemlich gut. In diesem Komitate wird man mit den Strassen bald in Ordnung kommen mit dem Wasserbau wird es schwerer gehen. Wir habén bereits an allé Komitate eine umstándliche Instruktion für das Strassenwesen auf der Gruncllage der Andeutungen Ew. Excellenz erlassen. Die Verbrecher sind in einem sehr klagenswertem Zustande, denn sie lében eigentlich nur von trockenem Brod, da die tagliche Zugabe von 2 xr WW für den Kopf ihnen wenig Labung gebén kann. Viele sind unbesucht und elend gekleidet. Wir habén von Ujhely aus an den Herrn Ministerial Kommissár für das Justizwesen und wegen Einwirkung einer Gefángnissordnung gewendet. Auch wurde kürzlich auf Grundlage der Weisung Ew. Excellenz eine umstándliche Belehrung über die Regulierung des Arrestantenwesens allén Komitaten hinausgegeben. Wir fanden in Ujhely 92 Arrestanten, worunter 71 verurtheilte, und 21 in Untersuchung befindliche; die überwiegende Anzahl sind Katholiken. Unter jenen 92 gibt es 34 Diebe, 10 Mordbrenner, 15 des Todschlags Beschuldigte, u. d. g. Einer darunter ist das neu[n]temal in Untersuchung, einer das achtemai, drei das viertemal. Das Verfahren geschieht bis jetzt nach der altungarischen Weise durch die Sedrien. Das Komitat hat bereits Versuche angebahnt, in den Arresten Handwerksarbeiten einzuführen, was für die von Langweile geplagten rüstigen Arrestanten eine Wohlthat ware, alléin die Sache wollte nicht vorwárts gehen. Wir habén diese Einrichtung in unsere Instruktion aufgenommen, und werden feste Hand darob haltén, dass sie wirklich Statt finde.