Levéltári Közlemények, 74. (2003)

Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.

289 Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Das slowakisehe Volk wohnt im Centrum des Komitats, es ist ein kráftiger. in der Kultur fortschreitender Stamm, dem es nur der Druck der Zeiten nicht gestattete, sich gehörig zu entwickeln. Er vvagt noch kaum aufzublicken, denn überall sieht er noch magyarische Beamte, die sich seiner Sprache schámen, und den Slawen als ein veráchtliches Geschlecht behandeln. Wahrend in den westlichen Komitaten das deutsche Element zwischen dem Slawischen und Magyarischen vermitteln dasteht, ist es im Zempliner Komitat zu ohnmachtig, um in dieser Beziehung zu nützen. Die mittleren Standé können kaum deutsche radbrechen und man tühlt sich verlassen. wenn man nicht magyarisch oder slawisch spricht. Der Mangel kön. freier Stadte. der im übrigen Ungarn der Sitz deutscher Humanitát sind, macht sich im Zempliner Komitat recht íuhlbar, und die Schroffheit der Verháltnisse ist zumeist diesem Mangel zuzuschreiben. Hier ist Alles selbstisch, gegen einander gerüstet, auf der einen Seite Übermuth, auf der anderen verbissener Groll beides trug schon im Jahre 1830 zur ersten Cholerazeit Grausen erregende Früchte. Wenn es irgendwo Noth thate, Menschlichkeit durch Erziehung zu verbreiten, so wáre es hier. Die Ruthenen wohnen zumeist im Norden des Komitats. Sie sind ein armes Volk. das stets auf der Wanderung ist, um nur das Lében zu fristen. Die Juden lében zerstreut im ganzen Gebiete. Der Weinhandel, der Ackerbau, Pachtungen, der Wirtshauserwerb und Handwerke beschaftigen sie. Sie sind hier nicht das verkommene, schwindsüchtige Geschlecht. wie man es anderwörts sieht. Sie sehen gut aus, wohnen reinlich und lében behaglich. Von Interessé ist ihre rege Theilnahme an dem Ackerbau, dem sie sich von Jahr zu Jahr mehr zuwenden. Sie habén in ihren 15 Synagogen ebenso viele Sammelpunkte. Die christliche Bevölkerung schliesst sie mit Schroffheit von der Theilnahme am Gemeindeleben aus, verwehrt ihnen die Benützung des Gemeindeguts, versperrt vor ihnen die Thüren der Rathszimmer, und náhert sich nur, wenn sie Geld braucht. Unter sich ist die Judenschaft in die Sekten der Chassiden, der Orthodoxen, und der Reformfreunde gespalten. Die ersteren lében zurückgezogen, und wenden ihre Blicke sehnsüchtig nach Ostgalízien. dem Stammsitze dieses jüngsten aller Glaubensbekenntnisse, wo die berühmtesten Rabbis sesshaft sind, in derén Náhe (Sadagura) auch der Enkel des Stifters aus Russland vertrieben, weilt, und den Weihrauch des aus zwei Kaiserreichen zu ihm pilgernden Religionsverwandten athmet. Die Chassiden schwelzen in dem Genusse eines schwarmerischen Stillebens, das in dem Rabbi den Sammelpunkt aller Wünsche sieht, denn er ist der vielvermögende Vermittler zwischen dem schwachen sündhaften Geschlecht und dem gnadvollen Allmáchtigen, er ist der Rathgeber in allén Nöthen, der Beschwichtiger jeglichen Streites. der Schiedrichter in Prozessen, der Arzt der Leideneden; in seine Hand legt jeder den Almosenpfennig, der aus ihr dem Armen sicher und zur rechten Zeit zukömmt, sein Gebét übertrifft in Inbrunst jedes andern, darum lásst man ihn fúr allé Anderen beten. Die Orthodoxen als unbestechlicher Bewohner des Talmuds und der Tradition, hüten die Synagoge vor der Verunreinigung durch die Freigeisterei der Reformfreunde. Ihr Kern ist die áltere Generation, die mit gebleichtem Haare und wankendem Kinn einherschreitet, und nach einem Damm sucht. der den Geist der Zeit aufhalten mögé. Doch im Schoosse der eigenen Familie náhren sie Abtrünnige. Die Jugend bewahrt nur aus Pietat einen Rest der vererbten Scheu vor den Heiligthümern der jüdischen Vorzeit, wenn sie sich nicht beobachtet glaubt, übertritt sie eine Satzung um die andere. Weder Christ noch Jude ist Jungisrael von Tag zu Tag mehr Freigeist in religiöser wie in politischer Beziehung. Letzteres bewies es an dem lebhaften Eifer für die Revolution. Nur wenige bewahren in ihrem Busen ein wirklich geláutertes Judenthum mit religiösem Kerné. Noch müssen wir der Zigeuner erwáhnen, den noch niemand gezahlt hat, die aber in jedem Stádtchen zu finden sind. Sie wohnen in kleinen, reinlichen Háuschen am Rande der Ortschaften, beschaftigen sich mit der Ziegelstreicherei, dem Schmiedehandwerk, und minderen Arbeiten. Sie gewinnen hier einen gewissen bürgerlichen Anstrich. Seit dem Aufblühen des Bauernstandes büden sie dessen allgemeines Musikkorps, für Hochzeiten und andern Festlichkeiten. Die Quelle

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