Levéltári Közlemények, 74. (2003)
Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.
279 Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Die Behörden waren in früheren Zeiten nicht müssig, um dem Weinhandel der Hegyallja zur Hilfe zu kommen. lm Jahre 1832 erforschte eine eigene Kommission die Ursachen seines Verfalles. Ihre Wahrnehmungen bildeten den Gegenstand lebhafter Debatten bei den Komitatscongregationen zu Ujhely. Doch erlebten die Weinbergbesitzer keine Früchte dieser administrativen Bestrebungen. Man wollte damals die Weinlese auf gewisse Zeitpunkte fixieren, um der Reife der Trauben sicher zu sein, man beabsichtigte die schlechteren Sortén aus der Cultur mittels Verbots zu verbauen, man projektierte die Ausrottung der in ungünstigen Lagen befmdlichen Garten, und versuchte die Juden von der Weinbereitung gánzlich auszuschliessen. Dicse Vorschláge reiften jedoch nicht zu Gesetzen. und blos die Juden empfanden die Scharfe der inthrimistischen Komitatsverfügungen, ungeachtet die Statthalterei sie vernunftsgemass in Schutz nahm. Doch wussten diese Meister der Ausflüchte sich auch durch eigene Klugheit in ihrem eintraglichen Geschafte zu erhalten. und ihr Übergewicht bis zum heutigen Tagé zu behaupten. Die Vorgange des Komitats gebén den Fingerzeig, dass Alles darauf ankommen, die edleren Gattungen vorzugsweise zu kultivieren, und die Fálschung der Weine zu verfinden. In diesem Sinne widmete insbesondere der Gutsherr von Patak Fürst Ferdinánd von Brezenheim der Weinpflege der Hegyallja seine Sorgfalt. Auf seinem Betrieb erfolgte im Jahr 1846 zu Patak eine grossartige Rebenausstellung. Er errichtete ebendaselbst eine Rebschule und ging allén Freunden dieser Cultur die es wünschten, mit Rath und That an die Hand. Die Revolution hemmte diese schönen Anfánge der Vermáhlung der Intelligenz mit der Routine jetzt ist die Sache ganz eingeschlummert. Die Mittel zur Hebung der Tokajer Weinkultur dürften nachstehende sein. Man arbeitet der Unwissenheit, vvelche unedle Sortén vvegen zufálliger Umstánde den Vorzug vor anderen edleren giebt, und vvelche Grundstücke, die anders besser benüzt werden könnten, aus blinder Anhanglichkeit an das Herkommen, tortán der Rebe vvidmet, durch rationellen Unterricht entgegen. Es ware so schvver nicht, an der Pataker reformierten Akademie, welche so viel Entbehrliches betreibt, auch einen bescheidenen Weinkulturkursus zu eröffhen, und so der bis jetzt nur in Bibliotheken vergrabenen, eine eigene Literatur bildenden Kundé des Weinbaues eine Statte anzuweisen, wo sie mehr als irgendvvo in der Welt an ihrem Platze ware. Die beklagenswerthe Erscheinung, dass gerade die Eigenthümer der Weínberge den geringsten Antheil am Weinhandel habén, und solchen sammt seinem Gewinn den Juden überlassen müssen, ist eine natürliche Folge der Kreditlosigkeit der Ungarischen Grundbesitzer, die sich in ihren Nöthen an die vielköpfige wandelnde Kreditanstalt, die Judenschaft vvenden müssen, und die Bodenerzeugnisse nicht dem fremden Káufer, sondern ihnen zu überlassen genöthigt sind. Was den Kredit befördert, wird auch die Eigenthümer der Weingarten nach und nach wieder in ihre natürlichen Verhaltnisse zurückbringen, und mittelbar der Rebenkultur zu Statten kommen. Die volle Entvvicklung der Gleichberechtigung wird die Juden anderen Beschaftigungen zuführen, denn nur weil man sie von jeder soliden Grundlage des Erwebs ausschloss, erwahlten sie das Gebiet der industriellen Impoderabilien, den Handel und den Wucher. Sollte der Staat dann unmittelbaren Einfluss auf die so ansehnliche Weinkultur auszuüben gewillt sein, so dürfte diess 1. durch polizeiliche Gesetze gegen die Verfalschung geschehen. Man hat die Erfahrung gemacht, dass gefálschte Weine den Transport zur See nicht ertrugen, die áchten allerdings. Welchen Aufschwung vvürde der Weinhandel gewinnen, wenn man z. B. die in Britannien gern gesehenen edleren Tokajer Weinsorten in dieses reiche Land einzuführen die Möglichkeit hátte? 2. Dürfte auf die Richtigkeit des Masses von Staatswegen gesehen werden, da durch unmassfaltige Fásser grosser Unfug getreiben und der Kredit erschüttert wird. 3. Ware eine Assekuranz gegen den Hagel, welcher so oft die Mühen der Pflanzer zerstört, zu begünstigen. 4. Könnte die Errichtung eines Weinhandelsgesellschaft viel Gutes wirken, eine Idee, die hier schon sich zu regen begann, und weil es an der Unterstützung der Behörden gebrach, nie zur That reifen konnte. Es ware dies ein Seitenstück der verschiedenen trefflichen Bergbauereien Nordungarns. Der Weinbau ist eine allén Zulallen ausgesetzte Bescháftigung, denn man vveiss, dass jedes dritte Jahr ein schlechtes Weinjahr ist, oft folgen mehrere Jahre auf einander, welche die Kulturskosten nicht hereinbringen; er bedarf sehr der Unterstützung von oben. Nur über grosse