Levéltári Közlemények, 74. (2003)

Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.

278 Forrásközlések ungarischen Nordslawen eigene Ordnungssinn überraschte uns auch híer auf das Angenehmste in der Reinlichkeit der Ortschaften. Der einzige stadtahnliche Ort ist Homonna, ein nicht unfreundlicher Markt, géziért durch ein romantisches Herrschaftsschloss. Die Edelsitze jener Gegend sind mitunter ausgezeichnet schön und mit Allém ausgestattet, was eine höhere Háuslichkeit bieten kann. Es hat hier die Cultur überall Wurzel gefasst, doch erlag sie an den meisten Punkten den ungezáhmten Elementen. Es ist, als harrte das Lándchen einer höheren Hand. die den Einwohnern den Vollgenuss des Grundes und Bodens sicherte, als sehnte es sich nach einem BandigerNeptun's. Das Zempliner Komitat hat 108 Quadratmeilen, an nutzbaren Boden rechnet man 816.1795 Joche, vvorunter 312 364 Joch Ackerfeld, 74 666 Joch Weingárten, 47 101 Joch Wiesen und Weidegrund befindlich sind, wahrend der Rest aus Waldungen besteht. In erster Linie steht unter den Culturerzeugnissen der Wein, der unter dem Namen des Tokayer eine europáische Berühmtheit erlangt hat. Der eigentliche Weinbaubezirk macht bei 14 Geviertmeilen aus, wovon aber nur 5 der ausschliesslichen Rebenkultur gewidmet sind. wahrend der Rest als Acker-, Wiesen- und Gartengrund benützt wird. Einundzwanzig Ortschaften gehören zu diesem Bezirke, und zweiundzwanzig Haupt-. mit einer grossen an die hundert reichenden Zahl Nebensorten sind es, derén Pflege seine Bewohner beschaftiget. Man berechnet die jáhrliche Weinerzeugung auf 450 000 Eimer, vvorunter 12 000 Eimer Ausbruch u[nd] 6000 Eimer Mászlás. Die Bevölkerung betheiügt sich hiebei theils durch die verschiedenen mühseligen Arbeiten zur Cultivierung der Reben und zur Bereitung der Weinsorten aus den Trauben, theils beim Weinhandel. Die Arbeiter fallen den untersten Klassen der naheliegenden Ortschaften zu, und in wie weit diese nicht ausreichen, helfen die Leute der oberen Gegenden aus, ja selbst aus Galizien kommen viele fleissige Mánner, die sich um geringen Lohn verdingen. Der Weinbau ist eine schwere Bescháftigung, die dem Volke in der Tokajer Gegend keinen zum Wohlstand ausreichenden Lohn gewahrt. Die Arbeiter sind elend behauset, und von geringem moralischem Werthe, wegen dem stets naheliegenden Reizes zum Trunke. Der Wein-Handel liegt in den Hánden der Juden, vvelche durch den Füssen Duft des Gevvinnes herbeigelockt hier zahlreich angesiedelt vorkommen. Sie widmen dem Rebensafte, wie er kaum dem Beere entwoll, ihre spekulative Mühen. Man beschuldigt sie insbesondere, dass sie die Falschung der Sortén sich zum Geschafte machen, dass sie Alles in Bewegung setzen, um den Káufer vom Produzenten zu trennen, zwischen welche sie sich, die Tasche des Einen und des Anderen beeintráchtigend. stellen, dass sie endlich die edlen Sortén nach und nach durch Begünstigung des Anbau's der gemeineren verdrangen, um für ihre Schanken grössere, durch die Menge des Absatzes lohnendere Vorráthe zu erzielen. Der Weinhandel ist in den neueren Zeiten zurückgegangen, und erfreut sich kaum der Halfte der früheren Ausfuhr. Die auf Nüchternheil hinarbeitende Homáopathie und Hydropathie. das Aufkommen besserer Biersorten, welche zum Árgernisse der Tokajer selbst bis nach Tokaj einzudringen beginnen, der Aufschwung der Rheinweine seit dem Walten des deutschen Zollvereins, die zunehmende Einfuhr fremder Weine nach den österreichischen Kronlandern, selbst nach Ungarn, die Vertreuerung des Fassholzes durch die sich mehrenden Waldverwüstungen, das Überhandnehmen der Branntweinbrennereien, die Verarmung der in altén Zeiten den Wein in grossen Massen konsumierenden polnischen Lander in Folge ihrer zeitweisen. revolutionaren Launen, endlich der hohe Weinzoll an der Zwischenzollinie und an der Gránze des Reiches Alles trug bei, den ehemals blühenden Tokajer Wein-Handel zu seiner jetzigen Dürftigkeit herabzudrücken. Die Eigenthümer der Weingárten fahren nichts destoweniger fórt. dieselben zu kultivieren. Sie sagen, dass durch das Eingehen der Pflanzungen ein grosses Kapilal unwiederbringlich verloren wáre, wahrend ihnen die Aussicht blüht, es werde mit dem Fallen der Zollschranken die Begehr in den übrigen Kronlandern vielleicht auch im Auslande steigen. Es schwebt ihnen vor, dass die Verbesserung der Lage der ackerbautreibenden unteren Klassen auch den Branntweingnuss, diesen steten Begleiter des menschlichen Elends, in engere Gránzen zurückweisen werde, und dass der Umschwung der Dinge in Folge der neugeregelten Landesverwaltung auch diesem Produktionszweige zu Statten kommen dürfte.

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