Levéltári Közlemények, 74. (2003)

Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.

277 Tnza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Forrás Friedreich Swieceny miniszteri biztos jelentése a helytartóság elnökéhez Zemplén vármegyéről Kassa, 1850. május 7. Eure Excellenz! Am I. v. M. traten wir die Bereisung des Zempliner Komitats an, die uns mit Einschluss eines Ausfluges nach Unghvár und Eperies bis zum 26. v. M. bescháftigte. Wir berührten das Komitatsgebiet zucrst bei Tállya, wendeten uns dann nach Tokaj und spáter nach Sáros-Patak, von da aber in den Sitz des Komitats, Ujhely. Es bildet dieser Landestheil ungefahr die Hálfte des Komitats und die südlichste Parthie der Karpathengegend, wo die letzten schon niedrigsten Zweige dieses Gebirgs in der grossen, tief ins Land reichenden Ebene aufgehen. Der Zeitpunkt unserer Reise fiel in die letzten Bestrebungen des Winters, die eben mit den ersten Regungen des Frühjahres im Kampfe lagen. Der Kranz der dórt liegenden Weinhügel, welche man unter dem Namen Hegyallja begreift, fanden wir nur noch mit Resten der Schneedecke bekleidet. welche kurz zuvor dem Frühlingshauche gewichen war und mit den Wasserergüssen der nahen Karpathen vereinigt die Tháler überschwemmte. Was an Brücken nicht sehr fest gewesen. lag zertrümmert. Die sonst lachenden Fluren glichen einem Sumpfe. durch welche nur schmale Streifen festen Bodens sich zogen, worauf das Fuhrwerk mühselig fortrollte. Unseren Blicken zeigten sich nirgend gute Gegenwehren wider das verwüstende Element. Die Dörfer. durch welche der Weg führte, lagen im schwarzen Kothe versünkén. Wir fanden sie ármlich gebaut. Sie bilden so wie die minderen Stadtchen nur ein unerquickliches Aggregát kleiner geschmackloser Háuschen, an die sich noch keine Bauordnung gewagt, und welche eine Bevölkerung beherbergen, in welcher der Sinn nach dem Besseren unter der Zufriedenheit mit der kláglichen Gegenwart gebaut liegt. Der Ruf unserer bevorstehenden Zukunft um unsere Abneigung gegen schlechte Polizei bewirkte seit undenklich langer Zeit zum ersten Male die Sauberung der Hauptpassagen in den Stadtchen. Der Gegensatz sind práchtige herrschaftliche Schlösser, in welchen seit Langem der Wohlstand und das Behagen sich sesshaft gemacht zu habén scheínt. Die Weinberge mit ihren kahlen Scheiteln, mit den endlosen Gürteln von Rebenpflanzungen, und den untén winkenden klcinen Kellergebáuden wimmelten von den, durch die ersten Frühlingslüfte gelockten emsigen Arbeitern. Die Stadt Tokaj, die Königin der Ungarischen Rebenstatten ist ein kleiner Ort, der zwischen der Theiss und den Bergen eingezwángt ganz das Aussehen eines bescheidenen Pensionistenfleckchens hat. Die áltere adminsitrative Sitté des Landes, die nöthigsten Strassen am kümmerlichsten zu bedenken, scheint hier getreulich befolgt worden zu sein, denn irgend sahen wir so sorglos gebaute Fahrwege wie in dieser Gegend, wo tausende von Weinfuhren zu jeder Jahreszeit sich hin und her bewegen. Das weiter oben gelegene Sáros-Patak ist der Wachter der unter dem Namen Bodrogköz bekannten Sumpfgegend. Ein zweites Vénedig hat es Stadttheile, derén Gássen lange Zeit hindurch nach jedem Austreten der Wasser überfluthet sind. Sein Stolz ist das reformierte Collegium, sein Kummer das nasse Element, welches schon hinter den Hausern sich zum Meere gestaltete, und den bestén Theil des stadtischen Besitzes unter sich begrub, um es erst nach Wochen durchfeuchtet und zerstört den Eigenthümern zurückzugeben. Das noch nördlichere Ujhely ist eine freundliche Erscheinung, géziért durch ein schönes Komitatsgebáude, einige eingehaltene Platze und viele Kaufláden. Aus diesen meist von Magyarén bewohnten Gegenden führte uns der Weg nach den slawischen Distrikten über Terebes nach Nagy-Mihály, worauf wir Homonna um den Norden des Komitats besuchten. Dieser Landestheil ist vorherrschend gebirgig und waldig, doch fehlt es ihm nicht an schönen Thalern, die leider ebenfalls nur zu oft der Tummelplatz von Gebirgswassern sind, wie wir an den Vervvüstungen um umher liegenden Eisblöcken ersehen konnten. Der den

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