Linzbauer, Franciscus Xav.: Codex Sanitario-Medicinalis Hungariae 2 (Budae, 1852)
Regimen Mariae Theresiae imperatricis et regis
249 Instruction. Für die tu Vertilg- und Ausrottung deren Heuschrecken im Marggrafthum Mähren bestelle Commissarien. Die Mittl dieses Ungezifer zu vertilgen und auszurotten, müssen nach denen besondern Jahreszeiten, und nach der Beschaffenheit des Ungeziffers: alss gleich nach der Bruth, dan wehrend ihren Erichen und Hupfen, nicht minder, wann sie schon flügen können, mithin auf drey- oder viererley Arikén distinquiret werden. Es wird in denen diesfalls ergehenden Patenten erwähnet, dass die Heuschrecken alle Jahre im Herbst bey einfallender Kälte und Nässe an dem Orth, wo sie gelageret, erliegen bleiben, und gleich denen Seyden- Würmern crepi- ren, zuvor aber ihre Bruth hinterlassen, diese Bruth, welche, wann Sie noch nicht lebendig ist, wie zusammengefügte Ohnmayss-Ayer aussiehet, legen sie meistenteils nieder in kleinen Löchern, Ritzen und dergleichen kleinen Ca- vitäten, in der Erden, und meistenteils bey denen hohlen Weegen, in denen sandigten Gestätten, in welchen sie Löcher etwas auficehrts machen, und wo etwan eine kleine Bedeckung ist von Spreüchlen, Dörnern, düren Müst oder Gras, Stroh und Heü, wie auch hohlen Baümern, so etwan von dem Regen und Schnee- Wasser bedecket seynd. Wann aber Selbte schon lebendig seynd, lieget Selbte gleich wie die Amayss-, oder Maulwurfhäuffen schwarze kleine Wörrnbl zusammen hangend in düren Doren-Hecken, auch unter einer Bedeckung von Müst. Um nun diese schädliche Bruth anjetzo im Fruhejahr, wo es am füglich- sten und mit guten Effect geschehen kann zu vertilgen, so hat der Commissa- rius dem Orth, wo die Heuschrecken im verwichenen Herbst sich gelageret und liegen geblieben, sich alsogleich zeigen zu lassen, sodann durch die aufgebot- tene Leute seines ihme angewiesenen Bezircks auf denen Feldern und Wiesen, alle Müsthauffen, bewachsene Stauden, Dörner, Ufer und Löcher, wie auch in denen Wäldern die hohle Baümer genau durchsuchen, die findende Bruth mit Verbrennung deren Stauden, und im Herbst, schon etwa ausgeführten Müsthauffen , oder wie es an einem jeden Orth die Gelegenheit am besten geben wird, mit höltzernen Prütschen, oder Stoss-Höltzern zernichten und zerstos- sen, wie auch in denen hohlen Bäumern mit einem Rauch, oder wie es die zuziehende Wirtschafts-Beambte an Hand geben werden, verderben zu lassen. Wann aber dieses Ungeziefer, durch die Wärme und Hütze mehr zur Zeitigung kommet, und schon ausgegrochen und zu Hupfen anfanget, so im Majo und Junio geschiehet, wo schon die Früchte und dass Gras von denensel- ben angefühlct ist, da ist fast nicht möglich solche völlig auszurotten, doch ist dieses das beste Mittel, obwohlen nicht zur gänzlichen Vertilg- und Ausrottung sondern zur merklichen Verminderung, dass man mit vielen Leüthen ein Fleck Früchte, wo sich ein Schwahrmb oder Menge deren Heuschrecken befindet, umb- fange, welche mit Schällen, Klöcklen, Tromblen und anderen derlei getöse und geschreü dieselbe NB. wann sic schon von Thau gegen acht oder neün Uhr gedriieknet (massen sie sich vor dieser Zeit nicht zusammentreiben lassen, sondern an den Halm der Frucht, entweders hängen, oder unten im Gras und auf der Erden liegen bleibend auf ein blos und abgemachtes Stück Erden, oder zu einem gemachten Graben zusammentreiben, bis die einen Zürckl machende Leüthe zusammen kommen, und wann sie dickh übereinander hupfen, oder im Graben liegen , mit Tresch- Flegeln und anderen dergleichen Werckzeüg todtschlagen, und mit Strohe, und trockenen Müst verbrennet, oder aber auch im Graben mit Erden überschittet, wobey zu merken, dass, wann Graben gemachet werden, auf der anderen Seiten des Grabens Leüthe zur Wacht