Szakcikk gyűjtemény
J. Pagel: Maimuni als medizinischer Schriftsteller
234 Pagel, Maimuni als medizinischer Schriftsteller. des Galen, dem an mehr als 40 Stellen ganz auffallende und geradezu überraschende Widersprüche nachgewiesen werden, und es wirkt verblüffend, wahrzunehmen, daß Niemand vor M. diese „loci dubii“ erkannt hat, Um so mehr Ehre für diesen! Außerdem zieht M. nicht nur Galen heran, sondern auch andere Autoren, und zwar seine Landsleute: 26 mal den Ibn Zohr [Wüstenfeld 1. c. Nr. 159], etwa 20 mal den el-Temimi (Wüstenfeld Nr. 112), hauptsächlich mit dessen Introductorium (wohl dem „Manductorium“ bei Wüstenfeld, öfter wird der Autor auch „Complutus“ genannt), einige Male den Ibn Rodhwan (Wüstenfeld Nr. 138)2). Beiläufig bemerkt haben M.’s Aphorismen mit den bekannten des Hippokrates nur den Namen gemeinsam, sonst nichts, weder Form noch Inhalt noch Tendenz. Eher könnte man vielleicht noch von einer Konkordanz reden. Denn es ist ein gutes Stück komparativer Arbeit, das in M.s Aphorismen steckt. Mit bewundernswerter Kenntnis seines Originals, das übrigens unzweifelhaft nach einer arabischen Vorlage benutzt worden ist3), hat es M. verstanden, in knappem, scharf umgrenztem Rahmen einen guten Überblick über das Galenische Lehrgebäude zu liefern, mit seinen Vorzügen und ohne dessen Schattenseiten, die weitschweifigen, den eigentlichen Kern von Lehren erdrückenden Paraphrasen. Das, was Galen eigentlich hat sagen wollen und gesagt hat, ist von M. mit genauen Quellennachweisen in ehrlicher, verständiger Kritik aus der wortreichen Umkleidung herausgelöst worden. M. hat damit dem Galen, der Wissenschaft und nicht minder den zeitgenössischen Vertretern des ärztlichen Berufs einen Dienst geleistet, der für sich allein schon eine 1) Vgl. S. 231 Anm. I. 2) Der ebenfalls von M. mehrere Male erwähnte: „ebilule filius zohr Marwen“ scheint mit Ibn Zohr oder mit dessen Vater (Wüstenfeld Nr. 158) identisch zu sein. Noch kommt in particula XXI ein „filius Cuferi“(?) und in part. XXV „filius Euferi“ vor. Ich habe bisher nicht ermitteln können, welcher Autor gemeint ist. 3) Abgesehen von M.s wiederholten ausdrücklichen Angaben beweist dies die arabische Terminologie („dumbelet“, „beruh“ u. a.), ferner die Verwendung der arabi- stischen und latinobarbarischen Schriftentitel, wie „miarmir“ für die Schrift „med. compos. secundum locos“, „de ingenio sanitatis“, „liber scientiarum“ für „de locis affectis“. Trotz der an vielen Stellen schauderhaften latinobarbarischen Perversio ist es mir doch mit Hilfe des hebräischen Textes möglich gewesen, selbst an schwierigeren Stellen den Sinn zu ermitteln. IV