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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
Kollegenschaft ein besonderes Licht wirft. Hyrtl sagt1): »Hallers Name wird jetzt noch — 100 Jahre nach seinem Tode — von jedem Anatomen mit Ehrfurcht genannt, und wenn man einen Physiologen der Gegenwart fragte, wer der erste Mann ihres Faches ist, würde jeder sagen oder es sich wenigstens denken: »der bin ich«; — wenn man sie aber um den zweiten fragte, würden alle einstimmig Haller nennen.« Weiterhin erinnere ich an Lavoisier, der die Bedeutung des Sauerstoffes erkannte und die Verbrennungstheorie zum Leben rief, der fernerhin das Gesetz von der Erhaltung der Materie aufstellte, jenes Gesetz, dem 50 Jahre später der praktische Arzt Robert Mayer das nachmals von Helmholtz bestätigte Prinzip von der Erhaltung der Kraft, der Energie anfügte. Sodann mögen noch Linné, Volta und Cuvier genannt sein, die mit vielen anderen hochbedeutenden Männern zusammenwirkten und den Anlass gaben, dass diese Uebergangsperiode — die sich über ein Jahrhundert erstreckt — eine Glanzära der Medizin und Naturwissenschaft ward, ja man kann sagen die Glanzära, und zwar die deutsche Glanzära, wenngleich bis heute der Umfang und wesentliche Inhalt unserer Wissenschaft noch ganz bedeutend zunahm; denn in jener Zeit gab unsere Medizin allein den übrigen Völkern Impuls und Antrieb zur Forschung. Es war die Zeit der Aufklärung, die an Stelle eines Bekenntnisglaubens einen Erkenntnisglauben gesetzt haben wollte, was zwar an und für sich ein Nonsens war und blieb. Das machte sich die Medizin zunutze und schritt mit den fünf Sinnen erkennend vorwärts, die Medizin, der Kant nur mathematische Denkweise als Mittel und Weg zur Naturerkenntnis zugestehen wollte, was, wenn Kant je auf den Gang der Medizinwissenschaft hätte Einfluss haben können, das Theoretisieren zu bedenklicher Blüte zu bringen imstande gewesen wäre. Damals zogen sich endgültig — *) *) Hyrtl, Lehrbuch der Anatomie, S. 71.