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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
56 faltspinsel, dieser Dummkopf doch heraus, sich über Konsultationen und Rezepte aufzuhalten, ganze Familien anzugreifen und ehrwürdige Leute, wie diese Herren, auf die Bühne zu bringen!« Beralde: »Was soll er denn sonst auf die Bühne bringen als die verschiedenen Stände der Menschen ? Bringt man doch auch täglich Fürsten und Könige auf die Bühne, die doch aus ebenso gutem Hause sind als die Aerztel« Weiterhin bekämpften sich in Frankreich damals zwei Richtungen, von denen der satirische Dichter die eine offenkundig bockbeinig konservative und für die vorwärts strebende Menschheit unbrauchbar gewordene als sehr geeignet für die Bretter erkannte. Ferner hatte Moliére selbst Umgang mit Aerzten.1) Einer mit Namen Mau vili on war sogar sein vertrauter Freund, für dessen Sohn er sich beim König um eine Domherrnstelle bemühte. Dabei soll König Louis XIV. geäussert haben: »Ihr habt einen Arzt, was tut Ihr mit ihm?«, worauf Poquelin prompt antwortete: »Sire, wir plaudern zusammen; er verschreibt mir Mittel, die ich nicht nehme und doch gesund bleibe.«2) Mag sein, dass dieser Arzt, der mit seiner Fakultät nicht gut stand — von wegen »ketzerischer Ansichten« seiner Medizin — eine Quelle für den Dichter darstellte, aus der er, um die Worte Raynauds3) zu gebrauchen, »les situations et les détails techniques, les termes, les usages, les secrets dé- fauts et les travers de la génération médicale« schöpfte. Die Moliéreschen Stücke, die den einzelnen Arzt, das Collegium medicum, das sogenannte »Konzilium«, die Fakultät und den Promotionsakt4) mit trefflichem Witze karikierten, hatten die Lacher auf ihrer Seite. Und als der J) Vgl. KühD, Die Aerzte i. d. Kom. Mol., S. 5. *) Th. H. Rötscher, Einleitung zu Moliéres sämtl. Werken (v. Schröder herausgegeben), S. XIII und XIV. 8) Maurice Raynaud, Les médecins au temps de Moliére, moeurs, institutions, doctrines, S. 436, zitiert nach Kühn. Paris 1862. 4) Vgl. Le malade imaginaire, Schluss. — In die deutsche Uebersetzung ist dies Intermezzo nicht aufgenommen; eine Wiedergabe findet sich bei Holländer, Die Kar. u. Sat. i. d. Med., S. 223 u. ff.